17 April 1871
Der wilde, wilde Westen. Genoa, im Herzen Nevadas, dorthin hatte es die Salvatore Geschwister verschlagen. Oder aber es war das Drängen der Jüngsten. Mochte ihr Körper auch nicht altern, ihr Geist tat es. Und sie liebte es, genau das zu feiern. Von ihren beiden Brüdern wurde dieses fast schon kindliche Verhalten nur beschmunzelt, doch das war dem Mädchen egal. Auch wenn sie in Menschenjahren bereits sechsundzwanzig werden würde. Sie war schon immer eine Frohnatur, vor allem im Gegensatz zu ihrer Familie. Und genau dass war es auch, was sie in gewisser Weise besonders machte. Wer trug schon in Zeiten wie solchen ein Lächeln auf den Lippen? Welch unsterbliches Wesen würde genau das Feiern, was ihm geraubt worden ist? Das menschliche Leben. Schließlich war es von den drei Salvatoregeschwistern Kiéra, welche völlig unwissentlich in diese Welt hinein stolperte. Während es bei Damon die unsterbliche Liebe zu Katherine war, war es Stefans Gutgläubigkeit und die Intriganz der verschlagenen Vampirin. Doch einen Teil ihres Untergangs haben sie selber gewählt, wenn sie auch nicht ahnen konnten, was die Bekanntschaft mit Katherine Pierce wirklich nach sich ziehen würde.
In diesem Jahr wollte Kiéra ihren Geburtstag im Herzen Nevadas genießen. So lockten vor allen Dingen die wilden Erzählungen von Steppe und Prärie. Cowboys und Saloons, die ruchlosen Banditen, deren Namen durch das Land getragen wurden. Sie hatte schon immer einen ausgeprägten Sinn für Abenteuer. Erst recht, wenn er von ihren Brüdern alles andere als unterstützt wurde.
Am Montag Abend fanden sich die drei Vampirgeschwister im Genoa Saloon wieder. Leicht bekleidete Tänzerinnen und revolvertragende Westernhelden gingen durch die hölzernen Schwingtüren ein und aus. Der wilde Westen in seinen redenswertesten Facetten zeigte sich in dieser Nacht und zauberten der Jüngsten ein Lächeln auf die Lippen. Für den bücherliebenden Freigeist war diese Lokalität wie ein kleiner Traum. Damon und Stefan hingegen waren mit wachsamen Augen in den Saloon getreten. Die Unachtsamkeit gegenüber ihrer kleinen Schwester haben sie schon mehr als einmal büßen müssen.
Schwere Luft schwappte ihnen entgegen als Kiéra, flankiert von ihren beiden Brüdern, die Schwingtüren aufstieß, obwohl sie den Wirtsraum nicht unbedingt abdichteten. Lautes Gelächter und flotte Tanzmusik hießen sie willkommen, die Lebenslust und Feierlaune der Prärie luden sie ein.
Im Schankraum eroberten sich die Geschwister umständlich einen kleinen Stehtisch und jeder männliche Gast wurde mit warnenden Blicken bedacht. Die meisten hingegen waren bereits derart angetrunken, dass sie der schönen Kiéra feucht fröhlich zuprosteten. Wäre es nicht ihr eigener Geburtstagswunsch gewesen dieses Lokal aufzusuchen, hätte Damon sie bereits wieder hinausgezerrt. Und wenn er sie sich über die Schulter hätte werfen müssen. Stattdessen schwor er sich seiner kleinen Schwester nicht von der Seite zu weichen. Stefans verbissener Gesichtsausdruck verriet ähnliche Gedanken. Doch diesen einen Wunsch im Jahr konnten ihr beide nicht abschlagen. Denn dass sich Kiéra trotz allem ihre Kindlichkeit, die Freude und den Glauben behielt, war schon fast ein Wunder. Die beiden Brüder konnten kaum in Worte fassen, wie froh sie waren, dass Kiéra ihnen nichts nachtrug. Es schien fast, als wäre das Geschwisterband noch stärker geworden. Doch dieser Schein trügt. Die Jüngste war es, die die drei beieinander hielt. Ihretwegen waren Damon und Stefan nicht vollends zerstritten. Gaben sie sich doch gegenseitig die Schuld an allem, was vor sieben Jahren geschehen ist. Vor allem Damon hatte trotz aller Ereignisse Katherine Verlust noch nicht verwunden. Mit allen anderen Gruftvampiren ist sie in der alten Kirche gestorben und er gab seinem jüngeren Bruder die Schuld daran.
"Hör auf so finster durch die Gegend zu starren", sagte Kiéra ihm lachend ehe sie auch Stefan vor der Nase herumsprang.
"Für dich gilt genau das Gleiche!"
Stefan rang sich ein müdes Lächeln ab. Vor allem ihm machte die Schuldzuweisung seines Bruders und die scheinbar unüberbrückbare Distanz zu schaffen.
"Ich habe Geburtstag", hielt sie ihren Brüdern vor, "habt ein wenig Spaß."
Mit diesen Worten verschwand Kiéra in der Masse und ließ die Beiden einfach stehen.
Damon wollte gleich hinterher, doch Stefan hielt ihn am Arm zurück. Wütend wirbelte der Erstgeborene herum und funkelte seinem Bruder wild entgegen. Er war nicht gern mit ihm allein und die Sorge um Kiéra, sobald diese aus seinem Blickfeld verschwand, taten ihr übriges.
"Was?", fauchte er aufgebracht und sah sich zeitgleich suchend nach seiner Schwester um.
"Damon"... flehte der blonde Vampir schon fast. "Bitte... Ich... Was kann ich tun?"
"Gar nichts", erwiderte dieser. "Egal was du tust, sie kommt nicht wieder. Und dass ich sie verloren habe, ist deine Schuld."
Damon wusste genau, was Katherine ihm und seiner Familie angetan hat. Dennoch wollte sein Herz nun einmal was es wollte. Die erste große Liebe zu vergessen war fast unmöglich. Davon sprach sich niemand frei.
"Ich bin dein Bruder", setzte Stefan verzweifelt an. Genau wie Kiéra hat er bereits in Kindertagen zu seinem großen Bruder aufgesehen. Den Hass Damons konnte er kaum ertragen.
"Ich weiß. Deswegen lebst du noch", setzte er kalt hinterher. Er wusste um die Sensibilität seines Bruders. Auch Damon Salvatore war verletzlich, doch seine Schwäche versteckte er stets hinter Zynismus, sarkastischer Kommentare und einer kalten, abweisenden Ausstrahlung.
Niedergeschlagen ließ Stefan den Kopf hängen. Sein Bruder war verbohrt in jeglichen Standpunkten. Doch auch der Blonde gab sich nicht so leicht geschlagen, wenn seine Vorgehensweisen meist auch nicht derart rabiat waren.
"Was ist mit Kiéra? Es bricht ihr das Herz uns streiten zu sehen, das weißt du", unternahm er noch einen letzten Versuch. Damon nickte.
"Ihretwegen bin ich noch nicht gegangen."
Für den Ältesten war das Gespräch beendet und er blickte sich wieder suchend nach seiner geliebten kleinen Schwester um. Er konnte es sich nicht einmal selbst erklären. Damon war zumeist ein egoistischer Mistkerl, doch im Bezug auf Kiéra konnte er in keinster Weise egoistisch sein. Niemals könnte er sie auch nur in irgendeiner Form verletzten.
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About Salvatores and Winchesters (Crossover)
FanfictionKiéra Salvatore ist ein Augustine Vampir, schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes außer den Wächtern, den Doktoren, all den scheußlichen Experimenten die sie an ihr durchführten. An ihr und all den anderen Vampiren. Doch sie ist die ein...
