Damon
Noch eine Pleite und ich würde endgültig die Beherrschung verlieren. Wir waren am Arsch der Welt, irgendwo in South Dakota und kamen nicht weiter. Wir fragten jeden, wirklich jeden, der uns über den Weg lief nach einem schwarzen Impala und niemand konnte uns weiterhelfen. Und niemand von ihnen log. Ich hatte es probiert mit Manipulation, die Antworten blieben die gleichen.
Ich fühlte mich zurückversetzt ins Jahr 1871. Als Kiéra spurlos verschwand. Die schlimmsten Szenarien spukten mir durch den Kopf und sie alle endeten mit dem Bild meiner toten Schwester. Glanzlose Augen und bleiche Lippen. Ihr zarter Körper seltsam verdreht und eiskalt auf dem Boden liegend. Das durfte nicht passieren. Ich konnte den Gedanken nicht ertragen sie zu verlieren, ich habe mich nie wirklich damit abgefunden als es bereits einmal den Anschein erweckte sie sei tot. Ich habe es verdrängt, vergessen wollen und meinen Kummer in Orgien ertränkt. Aber das würde dieses Mal nicht passieren.
Nein, ich würde sie retten.
"Damon Stop!", riss mich Stefans Geschrei aus den Gedanken und ich trat die Bremse durch.
"Bist du total bescheuert!?", schimpfte ich.
"Fahr ein Stück zurück", forderte er einfach.
"Bitte? Warum?"
"Tu es einfach Damon."
Augenverdrehend wendete ich meinen Wagen und fuhr ein Stück zurück.
"Da vorne, werd mal ein wenig langsamer."
Den Fuß vom Gaspedal lies ich den Wagen nur noch von der Kupplung ziehen und versuchte herauszufinden, was Stefan denn so Interessantes entdeckt hatte. Doch ich kam beim besten Willen nicht drauf. Wir waren wortwörtlich im Nirgendwo.
"Zwischen den Bäumen, siehst du das?"
Ich taxierte die Umgebung auf die mein Bruder deutete, sah aber nicht mehr als alte rostige Autos.
„Was soll denn da...", fing ich schon an zu meckern, da fiel mir ein gut erhaltener schwarzer Wagen auf.
„Könnte ein Impala sein", sagte Stefan und wie von der Tarantel gestochen trat ich wieder aufs Gaspedal.
Ein paar holprige Zufahrtsstraßen weiter und wir befanden wir uns auf einem Autofriedhof. Nur ein schwarzer 67er Impala stach aus der Reihe.
„Es ist dasselbe Kennzeichen wie auf den Überwachungsvideos. Wir haben sie, Damon."
„Die kauf ich mir", knurrte ich und lief mit großen Schritten auf die Veranda zu.
"Kiéra?!", brüllte ich und hämmerte gegen die hölzerne Eingangstür.
Keine Antwort.
Mit ein bisschen mehr Kraft riss ich die Tür aus den Angeln.
"Kiéra?!?", rief ich wieder und verfluchte im nächsten Moment jede lebende wie tote Hexe. Ich kam nicht ins Haus.
"Verfluchter Mist!"
Ich lief auf der Veranda auf und ab und raufte mir die Haare. Ich musste irgendwie in dieses Haus kommen.
Stefans Hand auf meiner Schulter lies mich innehalten.
"Beruhige dich Damon."
"Ich soll mich beruhigen? Spinnst du! Meine kleine Schwester ist irgendwo da drin, bei Jägern die ihr ohne zu zögern einen Holzpflock in die Brust rammen und ich komme da nicht rein um ihr zu helfen. Wie um alles in der Welt soll ich mich beruhigen?"
"Ich weiß genau wie du dich fühlst."
"Gar nichts weißt du!"
"Kiéra ist genauso meine Schwester und ich könnte durchdrehen vor Sorge um sie, aber das bringt uns nicht weiter. Wir können ihr nicht helfen, wenn wir keinen kühlen Kopf bewahren."
"Ist ja gut", knurrte ich und versuchte einmal tief durchzuatmen. Wie ich ihn gerade für diese besonne Art verachtete.
"Und was genau schlägst du jetzt vor? Warten bis sie rauskommen?", fuhr ich ihn genervt an.
"Du hast die Tür aus den Angeln gerissen und brüllst hier rum, aber niemand kommt. Vielleicht sind sie nicht da."
"Der Wagen steht vor der Tür..."
"Das ist ein Autohof Damon. Würde mich nicht wundern, wenn es hier mehrere fahrtüchtige Autos gibt."
"Dieses Auto war unserer einziger Anhaltspunkt!"
"Ich glaube nicht, dass sie es einfach hier stehen lassen würden. Wir müssen versuchen ins Haus zu kommen. Vielleicht haben sie irgendwelche Hinweise hinterlassen."
"Falls es dir noch nicht aufgefallen ist, Bruder, das habe ich schon versucht. Vampire kommen da nicht rein. Und es ist niemand da der uns reinbitten könnte."
Stefan sah einfach an mir vorbei und beobachtete das Haus weiter. An den vielen Furchen im Gesicht konnte ich ausmachen, dass er nachdachte. Aber was sollte ihm das groß bringen? Der Eigentümer des Hauses lebte und war nicht da. Ich konnte ihn also auch nicht manipulieren damit er uns hereinbittet. Oder ihn töten. Auf seinem Weg würden wir nicht weiterkommen.
"Mir reicht es Stefan. Und wenn ich dieses Haus bis auf die Grundmauern niederrei..."
"Entschuldigen Sie?", flötete da eine Stimme in meinem Rücken und eine ältere Dame kam uns vom Nachbargrundstück entgegen. Na das kam mir doch gelegen.
"Ich habe Sie so laut rufen hören, da wollte ich mal nachsehen. Wollen Sie zu Bobby?"
"Untersteh dich Damon", zischte Stefan, doch ich stand schon vor dem Menschen.
"Hallo", sagte ich lächelnd und blickte in ihre schreckgeweiteten Augen.
"Keine Angst, ich werde Ihnen schon nichts tun. Schließlich brauche ich doch Ihre Hilfe."
Ich nahm ihren Kopf zwischen meine Hände und sah ihr in die Augen.
"Was wissen Sie über... Bobby?"
"Ein netter Mann, aber er scheint Gesellschaft nicht so zugetan. Ich lade ihn gerne mal zum Frühstück ein, aber er kommt nie."
"Was wissen Sie über den Impala in der Einfahrt?", fragte ich weiter. Nachbarschaftsdifferenzen waren mir nun wirklich egal.
"Der steht zwischendurch mal hier und gehört zu zwei anschaulichen jungen Burschen. Zwei Brüder, immer auf dem Sprung."
"Und sie nehmen ihrer Wagen immer mit?"
"Oh ja. Einmal war er als Totalschaden auf den Hof geschleppt worden. Sie haben so lange dran rumgeschraubt bis er wieder lief."
"Gut. Und wo sind sie jetzt?"
"Das weiß ich nicht, mein Lieber."
"Gehen Sie ins Haus. Suchen Sie nach einer Karte, einem Plan, irgendwas."
Die Nachbarin nickte und begab sich Richtung Haus. Im nächsten Moment stand Stefan hinter mir.
"Damon, sie ist ein Mensch."
"Ja, zum Glück. Wenigstens einer hier, der das Haus durchsuchen kann."
"Wir können da keine unschuldigen Menschen mit reinziehen."
"Komm runter Stefan. Deinen Moralapostel hättest du echt zuhause lassen können."
"Das ist kein Spiel, Damon!"
"Glaubst du, das wüsste ich nicht?! Es geht hier um Kiéra. Und es ist mir scheissegal was ich tun muss um sie zu finden und nach Hause zu holen."
"Damon..."
"Nein Stefan. Tu auch gar nicht erst so. Du willst sie genauso finden wie ich, aber du kannst es nicht. Du bist doch froh, dass ich das mache, gegen deine Prinzipien verstoßen. Sei wenigstens ehrlich. Manchmal reicht es eben nicht gut zu sein. Ich bin vielleicht der böse Bruder, aber manchmal kommen wir eben nur so weiter. Und jetzt steck dir deine Moralpredigten sonst wo hin."
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About Salvatores and Winchesters (Crossover)
FanfictionKiéra Salvatore ist ein Augustine Vampir, schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes außer den Wächtern, den Doktoren, all den scheußlichen Experimenten die sie an ihr durchführten. An ihr und all den anderen Vampiren. Doch sie ist die ein...
