Kapitel 39 - Guiseppes Geheimnis

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Kiéra

Als wir die lange Einfahrt zur Pension hinaufgingen, hatte noch immer niemand ein Wort verloren. Irgendwie wusste auch keiner so recht, was er sagen konnte.

Damon war als Erster im Haus und marschierte Richtung Saloon. Er ließ sich auf eine der Sofagarnituren fallen und sah uns abwartend an. Irritiert folgte ich ihm und sah mir dein Eingangsbereich ein. Ein Salzkreis war auf dem Boden gebildet und überall lagen Bücher verstreut.
„Kiéra", rief Damon, als mein Blick auf die Bücher fiel, die meinen Namen auf den Boden schrieben. Er beobachte meine Reaktion genau und er wusste, dass es mir Angst machte. Ich hatte schon immer Angst vor Vater. Dennoch versuchte ich es mir nicht anzumerken und lächelte leicht. Gezwungen, ja, aber ich lächelte. Damons hochgezogene Augenbraue sagte mir aber, dass ich nicht wirklich überzeugend war.
Da Stefan ebenfalls ein wenig verloren im Durchgang stand, zupfte ich an seinem Arm, den ich noch immer umklammert hielt, und wollte ihn Richtung Couch leiten, aber ein Griff um meinen Ellenbogen erregte meine Aufmerksamkeit. Dean stand neben mir und beobachtete meine Reaktion aus dem Augenwinkel. Als er bemerkte, dass er meine Aufmerksamkeit hatte, ließ er meinen Arm los und schlang seinen um meine Taille. Als wäre das vollkommen normal, führte er mich zu der zweiten Sofagarnitur und drückte mich in das Leder. Stefan zog ich einfach mit mir und der Jäger setzte sich auf meine andere Seite, ehe er Damon einen herausfordernden Blick zuwarf.
Augenverdrehend schlug ich Deans hat beiseite, welche er wieder um meine Taille schlingen wollte. Grinsend legte er sie sich in den Schoß. Ich hingegen sah zu meinem ältesten Bruder hinüber. Damon starrte den Jäger wütend an und ballte seine Hände immer wieder zu Fäusten. Als ich Anstalten machte aufzustehen, um mich zu Damon zu setzten, hielt mich Deans Hand erneut davon ab. Auch Stefans Hand umschloss die Meine stärker, um mich davon abzuhalten aufzustehen. Er wirkte nicht so, als würde er Damons Wut wirklich mitbekommen und absichtlich schüren, eher, als wolle er einfach, dass ich in seiner Nähe blieb. Doch als ich seine Hand beruhigend drückte, reagierte er nicht. Er starrte einfach nur gedankenverloren vor sich hin.

„Wo ist Elena?", fragte ich irgendwann. Wenn ich es richtig verstanden hatte, dann wohnte sie auch hier, dennoch war sie nicht im Saloon. Sie ist ein Vampir, sie hätte mitbekommen, dass wir zurück waren. Ich hatte nichts gegen Damons Freundin, sie schien um einiges angenehmer als Katherine damals, aber ich fragte nicht nach ihr, weil ich mich wirklich für sie interessierte. Ich kannte sie kaum, als dass ich mich wirklich nach ihrer Anwesenheit sehnen würde. Ich fragte, weil ich mit dieser Stille einfach nicht umzugehen wusste. Mein Blick glitt über meine Brüder, ihre Freunde und die beiden Jäger, die mir nach Mystik Falls gefolgt sind.
Matt, Jeremy und Sam saßen auf den drei Sesseln vor dem kleinen, gläsernen Couchtisch. Sie beobachteten die Situation, waren wachsam. Stefan war vollkommen in sich gekehrt. Ich wusste nicht woran er dachte, doch ich konnte erkennen, dass er sich  Vorwürfe machte. Stefan machte sich immer Vorwürfe. Damon und Dean waren vollkommen auf den jeweils anderen fixiert. Der Jäger war arrogant und versuchte meinem Bruder überlegen zu sein, indem er mich auf seine Seite zog. So sehr ich dieses Verhalten auch hasste, wie er meinen Bruder bewusst provozierte, so sehr musste ich mir auch eingestehen, dass ich seine Nähe genoss.

„Dein Va-", setzte Sam an, ließ den Satz allerdings in der Luft hängen, als er sah, wie es mich bei dem Gedanken schüttelte. Er war zwar nie wirklich eine glorreiche Vaterfigur, dennoch war er noch immer mein Vater. Und er hatte seine guten Momente, selbst wenn es wenige waren.
„Bevor er dich im Wald und danach in der Stadt angegriffen hat, war der Geist hier in der Pension", setzte Sam ein weiteres Mal zu einer Antwort an. „Und davor, hatte er Caroline einen Besuch abgestattet. Als der Geist verschwunden war sind wir dich suchen gegangen. Caroline hat Tyler angerufen und sich dann mit ihm auf den Weg gemacht um Elena zu holen. Wir wissen nicht, ob der Geist nicht auch auf die anderen Vampire in der Stadt losgeht. Deswegen hielten wir es für klug, wenn wir nach Möglichkeit zusammen bleiben. Dean und ich wissen wie wir mit ihm umgehen müssen, so ist es erstens leichter ihn anzulocken und, wir können dich und die anderen leichter beschützen. Zumindest sollten wir euch erklären, wir ihr euch wehren könnt."

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