Kiéra
Nach kräftezehrender Recherche haben wir zwar nichts über einen möglichen Werwolf gefunden, aber den Kreis der wahrscheinlichen Opfer konnten wir eingrenzen. Der Baurat bestand ursprünglich aus fünf Mitgliedern. Für die beiden Opfer sind zwar bereits neue Mitglieder gewählt worden, aber wir konzentrierten uns auf die drei noch verbliebenen. Es gab innerhalb des Teams eine Art Rangordnung. Die beiden Toten waren auf den ersten Plätzen, die anderen rutschten immer nach.
So kam es, das ich gemeinsam mit Dean in seinem Impala saß und das Haus von Robert Mills beobachtete. Sam hatten wir vorher bei George Richards abgesetzt. Als ich anbot ebenfalls ein Haus allein zu übernehmen, schüttelten beide den Kopf und Dean fuhr wortlos weiter.
"Warum hast du mich nicht bei dem dritten Haus abgesetzt?", fragte ich ihn wieder.
"Die Wahrscheinlichkeit ist sehr gering, dass er unser nächstes Opfer ist."
"Aber die Möglichkeit besteht!", beharrte ich und er seufzte.
"Ja, es wäre möglich."
"Also?"
"Ich kann dich nicht beschützen wenn du nicht bei mir bist!"
"Du willst mich beschützen?", fragte ich überrascht.
Zähneknirschend nickte er.
"Warum?"
"Ich weiß nicht...", gestand er und sah mir endlich in die Augen.
"Ich dachte du vertraust mir nicht..."
"Es ist... ach, keine Ahnung. Du bist ein Vampir, ich sollte dir den Kopf abschlagen... aber ich mag dich irgendwie. Ich bin froh darüber, dass Sammy mich davon abgehalten hat dich zu töten."
"Ich mag dich irgendwie auch", erwiderte ich lächelnd. Er wollte mich beschützen...
Bis in die frühen Morgenstunden beobachteten wir den Hauseingang, ohne nennenswerte Zwischenfälle. Da wir auch von Sam nichts hörten, war seine Nacht wohl ebenfalls ruhig. Er sollte sich melden, wenn sich bei ihm etwas tun würde. Also erzählte mir Dean von seinen Abenteuern. Von Engeln und Dämonen, Geistern und Formwandlern,... Ich war ein Teil der übernatürlichen Welt, dennoch wusste ich so unglaublich wenig.
"Lass uns Sam abholen", beschloss Dean und startete den Motor.
Als Sam uns sah, kam er dem Wagen entgegen.
Mit einem "Bleib ruhig sitzen" schlüpfte er auf die Rückbank.
"Und jetzt?", kam er gleich zur Sache.
"Vielleicht sollten wir beim letzten Bauleiter vorbeifahren. Einfach mal kurz nachsehen", schlug ich vor.
Da die Jungs keine andere Idee hatten, standen wir kurze Zeit später vor einer verschlossenen Tür. Auf das Klingeln reagierte niemand. Die Jäger knackten das Schloss und zogen die Revolver. Ich legte meine Hand in den geöffneten Rahmen und schüttelte den Kopf.
"Ich kann nicht hinein. Irgendein Bewohner dieses Hauses ist auf jeden Fall noch am Leben, aber ich rieche trocknendes Blut. Seid vorsichtig!"
Mit einem Nicken gingen sie an mir vorbei. Gespannt hielt ich den Atem an, lauschte auf jedes noch so kleine Geräusch.
Als sich ein Fenster öffnete, schlich ich ums Haus und sah Sam im Rahmen.
"Und?"
"Er ist tot", sagte er und trat zur Seite, sodass ich einen Blick auf das Wohnzimmer erhaschen konnte. Eine zerfetzte Leiche lag auf dem Teppich.
"Das hat doch nichts mehr mit Instinkt zu tun. Er hat den Mann in seinem Wohnzimmer getötet!"
"Es ist genau wie bei den anderen. Das Herz fehlt", erklärte mir Sam und ich nickte.
"Wenn ich hier gewesen wäre..."
"Dich trifft keine Schuld!", fuhr Dean mich an und Sam nickte bestätigend.
"Wärst du hier gewesen, dann hätte es genauso gut dich treffen können! Du bist vielleicht ein Vampir, aber du hast keine Erfahrung in der Jagd. Das wäre viel zu gefährlich."
Der ältere Jäger wandte sich ab. Das Thema war für ihn beendet.
Die Sonne ging in meinem Rücken langsam auf und tauchte das Zimmer in rotschimmerndes Licht. Die Lichtstrahlen wurden von irgendetwas unter dem Schrank reflektiert und ich machte die Jungs darauf aufmerksam. Kurzerhand kam Dean mit einem blutbefleckten Ohrring ans Fenster.
"Meinst du der gehört unserem Wolf?", fragte er. Ich ließ meinen Blick noch einmal unter die Schränke wandern und konnte überall Staubmäuse entdecken. An dem Schmuckstück klebte lediglich getrocknetes Blut.
"Der hier liegt auf jeden Fall noch nicht sehr lang unter dem Schrank..."
Ich drehte den Ohrring in meiner Hand hin und her, wartete darauf das die Jungs fertig wurden, als mich ein Automotor aus den Gedanken riss. Ich lief ums Haus und dort stand ein kleiner PKW dessen Motor gerade abgestellt wurde. Die Frau am Steuer stieg aus und ging langsam auf die Haustür zu.
Verdammt!!!
Ich steckte den Ohrring in meine Tasche und kramte stattdessen das Handy hervor, dass die Brüder mir anvertraut hatten. Ein seltsames Gerät von dem ich Dreiviertel der Funktionen noch nicht verstanden hatte, aber eine hatte mir Dean mehr als deutlich verinnerlicht. Und genau die brauchte ich jetzt. Ich wählte seine Nummer und hoffte er würde ran gehen während ich es wieder in meine Tasche schob und auf die Frau zulief.
"Miss? Miss? Entschuldigen Sie bitte!?!", rief und fuchtelte mit den Armen. Endlich drehte sie sich um.
"Kann ich Ihnen helfen?", fragte sie spitz und musterte mich.
"Das hoffe ich", antwortete ich verlegen und überlegte fieberhaft wie ich den Jungs möglichst viel Zeit zur Flucht verschaffen konnte.
"Wohnen Sie hier?", fragte ich und deutete auf das Haus.
Sie nickte und tippte ungeduldig mit dem Fuß auf die Erde.
Warum hatte sie es denn so eilig?
"Warum wollen Sie das wissen?", fragte sie weiter.
"Dann können Sie mir bestimmt sagen, wo genau ich bin?", überging ich ihre Frage einfach.
Sie nannte mir die Adresse und ich hoffte sehr Dean hatte es gehört und sie würden sich durch das Fenster verdrücken.
"Wars das dann?", reiste mich mein gegenüber harsch aus den Gedanken.
"Leider hilft mir das doch nicht", sagte ich möglichst niedergeschlagen.
"Wissen Sie...", setzte ich an und suchte nach einer plausiblen Erklärung. "Ich komme nicht von hier und bin mit meinem Freund eigentlich nur auf der Durchreise. Wir haben uns für eine Nacht in diesem einen Motel eingemietet, an der Hauptstraße. Wir haben uns gestritten! Ich weiß nicht mal mehr genau aus welchem Grund, aber ich bin einfach abgehauen. Ziemlich kindisch oder?"
Ich versuchte möglichst viel aus meinen schauspielerischen Fähigkeiten rauszuholen und stellte mit Freuden fest, das mir ein paar Tränen kamen. Der Blick der Dame wurde weich, ich hatte sie.
"Auf jeden Fall habe ich mich verlaufen, ich finde nicht mehr zurück. Können Sie mir helfen? Können Sie mir vielleicht Ihr Handy leihen, dann kann ich meinen Freund anrufen. Er holt mich bestimmt ab!"
Wieder misstrauisch bei dieser Bitte musterte sie mich erneut.
"Tut mir leid, aber ich hab leider kein Handy. Ich würde Sie ja reinbitten, aber wir haben auch kein festes Telefon..."
Ich wusste das sie log. Ich habe eine Telefonstation durch das Wohnzimmerfenster gesehen. Warum log sie mich an?
"Ich verstehe...", sagte ich niedergeschlagen. Ich hoffte nur die beiden Jäger waren in der Zwischenzeit abgehauen.
"Aber ich kann versuchen Ihnen zu erklären wie Sie zur Hauptstraße kommen. Der müssen Sie dann nur folgen und schon kommen Sie zum Motel!"
"Das wäre fabelhaft!"
Ich folgte ihren Ausführungen nicht wirklich und versuchte aus den Augenwinkeln nach den Jungs zu suchen.
"Haben Sie verstanden?"
"Was? J...ja ich denke schon. Vielen Dank für die Hilfe Miss."
"Baby?", hörte ich auf einmal Deans Stimme und drehte mich um.
"Wer ist das?", fragte mich die neue Witwe der Stadt.
Dean hatte uns erreicht, legte seine Hände auf meine Schultern und drehte mich zu sich um.
"Unser Streit tut mir Leid, Mel. Bitte, Lauf nie wieder einfach davon. Ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht!"
Er schloss mich in die Arme und ich spielte einfach mit. Als er sich von mir löste, legte er einen Arm um meine Hüfte, drückte mir einen Kuss auf die Wange und besah sich unseren gegenüber ehe er ihr die Hand hinhielt.
"Mein Name ist Sean. Vielen Dank das Sie auf meine Freundin aufgepasst haben."
Etwas perplex nahm sie seine Hand ehe er sich meine nahm und Richtung Impala zog.
"Ja, vielen Dank!", rief ich über die Schulter und winkte.
Endlich im Wagen setzte ich mich auf die Rückbank und zog belustigt eine Augenbraue hoch.
"Baby?", fragte ich ihn und er zuckte mit den Schultern.
"Du hast doch damit angefangen als du sagtest dass du dich mit deinem Freund gestritten hättest. Ich habe einfach nur mitgespielt."
"Mir ist nichts besseres eingefallen...", versuchte ich mich zu entschuldigen.
"Ich fand es genial!", verteidigte mich Sam.
"Du hast uns, wieder mal, den Arsch gerettet. Das war ein super Ablenkungsmanöver!"
"Die Sache mit dem Anruf, nicht schlecht", lobte auch Dean und ich grinste.
"Habt ihr denn noch irgendwas finden können?"
"Nein, nicht wirklich..."
"Wir sollten warten bis die Polizei sich wegen der neuen Leiche meldet und ihr dann noch ein paar Fragen stellen. Warum war sie nicht zuhause?", schlug ich vor.
"Ja, aber das muss Sammy alleine machen. Uns kennt sie jetzt als Pärchen, wir dürfen nicht auffallen! Tarnung ist das A und O!"
Kaum im Motel klingelte Sams Handy und er machte sich noch einmal auf dem Weg zum Tatort. Ich starrte währenddessen immer noch auf den Ohrring der vor mir lag. Ich wurde das Gefühl nicht los ihn irgendwo schonmal gesehen zu haben...
"Die Witwe verbirgt irgendetwas, das ist dir klar, oder?", fragte ich Dean als er mit einer Flasche Bier wieder an den Tisch kam.
"Meinst du? Sie schien mir mehr als misstrauisch gegenüber allem zu sein, aber sonst..."
"Sie hatte mich belogen als sie sagte das sie kein Haustelefon besitze. Es hing an der Wand im Flur. Ich konnte es durch das Wohnzimmerfenster sehen, die Flurtür war nicht geschlossen..."
"Jetzt wo du es sagst... Woran denkst du? Dass sie unser Wolf ist? Ein komisches Gefühl hatte ich bei ihr ja schon..."
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
"Das ist zumindest ihr Ohrring!", rief ich euphorisch.
"Sicher?"
"Sie muss nicht gemerkt haben, dass sie ihn verloren hatte. Sie trug den anderen heute früh. Ich bin mir sicher!"
Dean nickte anerkennend. "Du hast gute Augen", meinte er als sein Handy klingelte.
"Und?"
....
"Wir glauben auch zu wissen aus welchem Grund. Kiéra hat sie nämlich auch belogen und der blutverschmierte Ohrring gehört ihr auch."
....
"Alles klar Sammy, bis gleich. Und beeil dich, der Mond steht hoch."
Er beendete das Gespräch und erwartungsvoll sah ich ihn an.
"Das war Sam. Die Witwe meinte, dass sie nach einem Streit, die Nacht bei einer Freundin verbringen wollte. Er hatte das bereits überprüft, die Freundin wusste nichts von nächtlichem Besuch."
"Also hat sie gelogen..."
-------------------------------------------------------Ein neues Kapitel aus der heißen Sonne Brasiliens. Oder zumindest von einem brasilianischen Flughafen. Denn weder im Hotel noch auf der Baustelle gab es W-LAN. Ich dachte schon ich sterbe!
Aber jetzt, nach zwei Wochen Montage geht es zurück nach Hause und in die verdienten Betriebsferien! Also heißt das, es gibt regelmäßiger was zu lesen ;)
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About Salvatores and Winchesters (Crossover)
FanfictionKiéra Salvatore ist ein Augustine Vampir, schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes außer den Wächtern, den Doktoren, all den scheußlichen Experimenten die sie an ihr durchführten. An ihr und all den anderen Vampiren. Doch sie ist die ein...
