1849
„Komm mit Kiéra. Los schnell, komm schon"
Laut jauchzend lief das kleine Mädchen, vier Jahre war es nun schon alt, zu seiner Mutter.
„Wo gehen wir hin Mommy?", fragte sie mit kindlicher Neugier.
„An einen geheimen Ort. Magst du ihn sehen, meine Süße?"
Schnell griff das Kind nach der Hand, die Lilian Salvatore ihr hinhielt und nickte. Ein geheimer Ort? Um nichts in der Welt wollte sich Kiéra den entgehen lassen. Wo er doch so sehr nach Abenteuern und Wundern klang, die meist nur Kinderaugen zu sehen vermochten.
„Mommy?", fragte das Mädchen ungeduldig und zog an ihren ineinander verschränkten Händen. „Was genau ist das denn für ein Ort?"
„Hab doch noch ein wenig Geduld. Es ist nicht sehr weit", sagte diese nur und sah wieder auf den verwachsenen Weg vor ihren Füßen.
Kiéra schnaubte. War das doch überhaupt nicht die Antwort die sie hören wollte. Aber ihre Mutter schwieg und belächelte den Ärger des Mädchens.
„Schau doch mal hin, siehst du es schon?", fragte Lilian ihre Tochter und deutete mit einem Nicken auf den Waldrand.
Die kleine Salvatore verengte die Augen zu Schlitzen und versuchte den großen dunklen Waldweg abzusuchen, vergeblich. Nichts sah in irgendeiner Art und Weise geheimnisvoll für sie aus. Also zog sie ihre Hand zurück und lief einfach drauf los, langsam, um bloß nichts zu übersehen, suchte sie nach diesem geheimen Ort den ihre Mutter ihr unbedingt hatte zeigen wollen. Doch noch immer sah sie ihn nicht.
"Ich finde ihn nicht", sprach Kiéra traurig und mit Tränen in den Augen drehte sie sich zu ihrer Mutter um, welche immer noch am Waldrand stand. Ihre Tochter wachsam im Blick.
Lilian hockte sich auf den Boden und schob ein paar tief hängende Äste beiseite. Zwei große Brombeersträucher versteckten sich dort und neugierig trat Kiéra näher. Hinter den Sträuchern konnte sie es funkeln sehen und ihre Kinderaugen fingen an zu strahlen.
"Dein geheimer Ort glitzert aber schön Mommy", sprach sie mit Begeistern und sah zu Lilian. Diese bedachte ihr Kind mit einem Lächeln, wie es nur Mütter konnten.
"Magst du ihn dir anschauen gehen?", fragte sie und Kiéra nickte schnell dass ihre schwarzen Locken nur so flogen.
"Na dann los. Aber sei still und leise, damit du die Feen nicht verscheuchst."
"Feen?", fragte Kiéra und konnte das Schmunzeln ihrer Mutter im Rücken nicht sehen.
"Lauf schon mein Kind. Ich bin gleich hinter dir."
Ganz vorsichtig schob das Mädchen die Blätter beiseite und ärgerte sich über jedes noch so kleine Rascheln. Schließlich wollte sie die Feen doch nicht verscheuchen. Lilian sammelte beim passieren der Sträucher ein paar Beeren in ihrem Tuch, so konnte sie ihrer Tochter noch viele Geschichten erzählen. Ihre Röcke raschelten an den Blättern und sie erntete einen bitterbösen Blick.
"Mommy sei still. Ich möchte die Feen sehen", sagte sie und krabbelte nun auf allen vieren. War sie doch klein genug um unter den letzten Büschen drunter her zu kriechen.
Am anderen Ende des schmalen, verwucherten Durchganges lag eine idyllische Lichtung, von Menschenhand gänzlich unberührt. Gesäumt von großen Bäumen und überall wuchsen wilde Beeren. Süßlich fruchtiger Geruch lag in der Luft und die kleine Kiéra konnte so viele Vögel singen hören wie nie zuvor. Ein kleiner See funkelnde in der Nachmittagssonne und der Bachzulauf schien sich im dichten Wald zu verlaufen.
"So schön", flüsterte das Mädchen und die Augen wurden vom Staunen immer größer.
Vergessen waren Märchen und Feen und laut lachend lief Kiéra los. Scheuchte Schmetterlinge und Grashüpfer auf, versuchte die Vögel in den Baumkronen zu entdecken, dessen Lieder sie hörte. Lilian setzte sich in den Schatten der Bäume und beobachtete ihre Tochter mit Argusaugen. Dieser Ort war friedlich, aber sie wusste auf welch abstruse Ideen das Mädchen mit ihrer großen Fantasie kommen konnte. Diese kniete vor dem kleinen Bach und versuchte die Fische zu streicheln die sie sah. Doch die waren viel zu schnell und flüchteten vor der seltsam großen, verzerrten Hand des kleinen Kindes.
Vom Spielen und Toben ganz erschöpft lief Kiéra zu ihrer Mutter zurück und setzte sich auf deren Schoß.
"Dein geheimer Ort ist schön Mommy", sagte sie und kuschelte sich an ihre Brust.
"Jetzt ist es auch dein geheimer Ort mein Schatz."
"Ganz ehrlich?", fragte sie erstaunt und konnte es gar nicht glauben.
"Aber natürlich."
Kiéra beobachtete das Lichterspiel der Sonne auf der Wasseroberfläche, als ihr einfiel was Lilian zu Beginn ihres kleinen Besuches sagte.
"Ich habe sie verscheucht, nicht wahr Mommy?"
"Verscheucht? Aber wen denn?"
"Die Feen. Ich habe so laut gespielt und sie verscheucht. Sie sind alle weg", sagte das Mädchen immer noch betrübt. So gerne hätte sie die Feen ihrer Mutter auch gesehen.
Lilian holte ihr Tuch hervor und zeigte ihrer Tochter all die Beeren die sie gesammelt hat als Kiéra spielte.
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About Salvatores and Winchesters (Crossover)
FanfictionKiéra Salvatore ist ein Augustine Vampir, schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes außer den Wächtern, den Doktoren, all den scheußlichen Experimenten die sie an ihr durchführten. An ihr und all den anderen Vampiren. Doch sie ist die ein...
