Kapitel 14 - Spuren

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Stefan

Kiéra...
Ich konnte immer noch nicht glauben dass sie wirklich noch am Leben war. So lange glaubte ich meine kleine Schwester verloren zu haben und nun? Alles was ich jetzt noch tun musste war, sie zu finden. Und sie zurück nach Hause zu holen. Doch ich war mir nicht sicher ob ich ihr jemals wieder in die Augen sehen könnte und ob sie mir verzieh, uns verzieh. Ich könnte es verstehen wenn dem nicht so wäre. Auch wenn sie sich in den Jahren nach ihrer Verwandlung nicht verändert hat oder es vielleicht nicht wollte, es uns nicht zeigte. Dabei war es unsere Schuld. Nur unseretwegen war Kiéra zu einem Vampir geworden und 136 Jahre lang gefangen gewesen. Ich wusste dass Damon die Schuld bei Kathrine suchte, doch das war zu einfach.

1864, die Nacht des 25 Septembers

Ein mir unbekanntes Ziehen in der Brust weckte mich. Verwirrt schlug ich die Augen auf und blickte in den rauchverhangenen Nachthimmel. Ich sah meinen Bruder neben mir liegen, welcher sich ächzend aufsetzte.
"Was ist passiert?", fragte er und ich zuckte mit den Schultern da schossen mir die Bilder durch den Kopf: Die Ratsmitglieder stachelten die Bürger zu einer Hetzjagd an. Eine Jagd auf Vampire, auf Kathrine. Die Liebe meines und auch meines Bruders Lebens. Wir wollten die warnen oder unseren Vater aufhalten doch er faselte etwas davon, dass wir nicht mehr seine Kinder seien und er Kiéra beschützen müsse, wenn sie der Dunkelheit noch nicht verfallen war. Und dann... schoss er auf uns. Er sah uns in die Augen und tötete uns.
"Vater hat uns erschossen", kramte auch Damon aus seinem Gedächtnis und ich nickte.
"Warum sind wir nicht tot?", rief er verzweifelt.
"Weil wir jetzt so sind wie sie..."
"Das kann nicht sein...", murmelte er erschrocken. "Kiéra hatte recht, sie hatte die ganze Zeit über recht... wir hätten auf sie hören müssen."
"Wir müssen zu ihr!", sagte ich entschlossen.
"Und uns entschuldigen", bestätigte Damon.
"Vater war auf dem Weg zu ihr..."
"Nein...", flüsterte er erschrocken. "Er wird doch nicht... diesem Schmierlappen.... das geht nicht.... wir müssen uns beeilen!!!", faselte er und lief los. Es wäre besser für sie gewesen wenn wir niemals wieder einen Fuß in das Haus gesetzt hätten... Wir hätten Kiéra verloren, aber sie hätte sich mit diesem Leben irgendwann abgefunden. Vielleicht wäre sie mit diesem Mann sogar glücklich geworden, aber wir haben ihr alles genommen.
Ich sah ihre blaugrünen Augen, schreckgeweitet, starr vor Angst....

Die Landschaft auf der anderen Seite des Autofensters stand still und ich bemerkte Damon der genervt und klopfend davor stand. Wir hatten angehalten.
"Willst du da drin Wurzeln schlagen?", schimpfte mein Bruder und ich stieg seufzend aus.
Mir voran betrat er die Polizeidienststelle.
"Was wollen wir hier?", fragte ich verwundert.
"Informationen beschaffen", sagte er und steuerte auf einen jungen Beamten zu.
"Guten Tag, kann ich helfen?" Ich war mir sicher das er frisch von der Schule kam.
"Ja, Hi", übernahm Damon das Wort. "Ich hab nur eine ganz kurze Frage. Ist es hier in den letzten ein, zwei Tagen zu seltsamen Leichenfunden gekommen? Vielleicht mit einem Holzpflock im Herzen oder ohne Kopf? Könnten auch verbrannt worden sein. Irgendein großes Feuer in der Gegend?"
"Was soll das?!", zischte ich ihm zu und funkelte ihn an. Der arme Polizist sah verunsichert zwischen uns beiden hin und her.
"Da... darüber darf ich Zivilisten keine Auskunft geben...", stammelte er.
"Ist das ein 'Ja'?", freute sich Damon und packte ihn am Kragen ehe ich reagieren konnte.
Er sah ihm tief in die Augen und forderte besagte Informationen. Manipulation
"Wir wurden zu einem Einsatz in einem Festsaal gerufen in dem man zwei enthauptete Leichen fand. Mit einer Geisel, ein junges Mädchen, konnten sich die beiden Täter der Verhaftung entziehen. Im Wald ist ein Lagerhaus abgebrannt. Da es sich um die dort Verunglückten um die Serienkiller handelte welche unsere Stadt terrorisierten sind wir dem nicht weiter nachgegangen."
"Was macht euch da so sicher?", fragte ich.
"Wir haben ihr Brandzeichen, das alle Opfer trugen, gefunden, einen Siegelring."
"Ich will ihn sehen", forderte Damon und der Junge machte sich auf das Beweisstück zu holen.
"Was hältst du davon?", raunte ich ihm zu.
"Weiß ich noch nicht!"
"Warum sind wir eigentlich nicht zu der Lagerhalle gefahren von der Elena sprach?"
"Weil sie sagte dass sie abgebrannt sei. Sowas fällt den Leuten auf, also waren die Behörden mit Sicherheit schon da. Und wie du jetzt merkst, hatte ich Recht!"
Mittlerweile war der Polizist zurück und hielt uns zwei eingetütete Ringe entgegen. Ich kannte dieses Wappen. Tepes!
"Und die Träger der Ringe sind wirklich tot?", wollte ich mich vergewissern. Der junge Mann nickte. "Wir zogen sie von den Fingern verkokter, enthaupteter Körper."
"Das entführte Mädchen", hakte Damon dann wieder nach. "Was wisst ihr über sie?"
"Ihr Name ist Samantha Maxfield und sie ist 19 Jahre alt. Ihr Vater ist bei der Entführung verletzt worden."
"Tch, Samantha Maxfield... wenn er nicht schon tot wäre, würde ich ihm dafür den Kopf abreißen!"
Ich überging in einfach und wendete mich an den Polizisten. "Und Sie haben keine Anhaltspunkte?"
"Naja, wir haben ein Video. Der Raum wurde heimlich überwacht..."
"Her damit", zischte mein Bruder und kurze Zeit hätten wir eine gebrannte CD und einen Ausdruck der beiden Jäger.
Doch wir kannten sie nicht...

Also beschlossen wir in den Cafés und Restaurants zu fragen. Schließlich mussten Menschen Essen... Nur leider hatte sie niemand gesehen.
Genervt ließen wir uns in die Sitze von Damons Auto sinken und er startete den Motor.
"Wohin jetzt?"
"Es gibt ein Motel kurz vor der Stadtgrenze. Wenn sie mehrere Tage hier gewesen sind, vielleicht haben sie dort übernachtet."

Und tatsächlich, mit ein wenig Manipulation, erkannte der schmierige Typ an der Rezeption die Gesuchten. Half nur nicht viel, denn das Zimmer war auf Houdini gebucht.
"Kam Ihnen der Name nicht seltsam vor?", fragte Damon gereizt.
"Keine Ahnung. Als wenn ich mich mit sowas aufhalten würde. Ich besitze ein abgewracktes Motel an einer kaum befahrenen Straße kurz vor eine Kleinstadt mitten in Virginia. Wer mir das Geld zahlt das ich verlange, der ist herzlich willkommen."
"Wann sind sie gefahren?"
"Gestern, soweit ich weiß. Zumindest hatten sie bis gestern das Zimmer gemietet. Als ich heute morgen klopfen wollte war alles leer."
"Hatten sie ein Mädchen dabei?"
"Kann sein. Wenn ja, dann macht euch nicht allzu große Hoffnungen. In dem Zimmer lag noch ein altes zerfetztes Kleid, voller Blut."
"Ruft man dann nicht die Polizei?", fragte ich weiter.
"Nope. Wenn die mit dem Ordnungsamt hier aufschlagen, dann kann ich den Laden dicht machen. Außerdem waren sie hier. Haben ein vermisstes Mädchen gesucht. Nur die kleine von den beiden Jungs die Sie suchen, die war es scheinbar nicht. Zumindest sind die Bullen einfach so wieder gefahren."
Mein Blick fiel wieder auf die Momentaufnahme des Videos und ich fragte den Mann ob auch er Kameras im Motel hätte.
"Lobby und Parkplatz", bestätigte er und zeigte uns die gestrigen Aufnahmen.
Die beiden Jäger kamen mit zwei Taschen aus Richtung der Zimmer und ein Mädchen mit langem schwarzem Haar folgte ihnen. Nun gab es keine Zweifel mehr, das war meine verschollene kleine Schwester.
"Oh, scheinbar doch nicht tot", murmelte das Genie im befleckten Unterhemd und schloss die Anwendung auf dem Computer. Damon und ich ließen ihm einfach stehen, nachdem wie die Aufnahmen der Außenkameras gesehen hatten. Wir suchten nun nach einem schwarzen Impala.
"Was glaubst du? Kiéra ging freiwillig mit ihnen mit. Warum?", riss ich Damon aus seinen Gedanken.
"Sie haben irgendetwas gegen sie in der Hand. Und wie finden es heraus! Auf dem Parkplatz sagten sie etwas von Ohio..."
Ohne ein weiteres Wort zu verlieren stieg er ein und sah mich auffordernd an also tat ich es ihm gleich. Als die Landschaft wieder an mir vorbeizog musste ich lächeln. Wir fahren Kiéra einen Schritt näher.

Kiéra

In Lima angekommen suchten wir ein Motel um die ersten Schritte zu besprechen. Während Sam begann erste Nachforschungen zu unseren Opfern anzustellen, schleppte mich Dean wortlos zurück zum Wagen.
"Was haben wir vor?", fragte ich ihn.
"Du braucht gescheite Klamotten. Und gefälschte Ausweise."
"Ausweise"
Er nickte. "Du willst doch mit uns fahren um deine Brüder zu finden. Also wirst du uns so lange bei unserem Job helfen."
Ich ließ den Jäger einfach machen. Schließlich bestand sein Leben aus nichts anderem, er würde schon wissen was er tat. Ich beschäftigte mich derweil mit dem Zeitungsartikel den ich gelesen hatte. Irgendetwas störte mich daran, aber ich wusste einfach nicht was...

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Neue Lesestoff :)

Und neue Geheimnisse. Was glaubt ihr? Warum ist Kiéra zu einem Vampir geworden, weshalb sollten ihre Brüder daran Schuld sein? Und was hat Kathrine mit der Sache zu tun?

Ergibt das zusammenhanglose Gerede von Damon, aus Stefans Erinnerungsfetzten, einen Sinn für euch?

Lasst mich eure wildesten Fantasien hören :D

About Salvatores and Winchesters (Crossover)Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt