Stefan
Während Bobby und Sam stillschweigend aus dem Fenster starrten, achtete ich auf jede kleinste Regung von Kiéra. Ich saß mit ihr auf der Rückbank des alten Wagens, ihr Kopf lag in meinem Schoss. Ich strich ihr die verschwitzten Strähnen aus dem Gesicht und musterte sie. Sie war so blass und ich konnte ihre Augen unter den Lidern zucken sehen. Immer wieder strich ich ihr übers Haar, versuchte sie zu beruhigen und hoffte dass sie es spüren konnte.
"Alles wird Kiéra, keine Angst. Du wirst wieder gesund. Damon schafft das schon, du kennst ihn doch..."
Immer und immer wieder sprach ich ihr gut zu, denn sie durfte nicht aufgeben. Sie musste gegen das Gift ankämpfen solange es ging. Denn selbst wenn Damon Klaus finden würde, forderte er immer eine Gegenleistung. Und vor diesem Preis hatte ich Angst, denn meistens ist uns der Hybrid zwei Schritte voraus. Und Damon denkt im Eifer des Gefechts nicht unbedingt mit seinem Kopf. Klaus könnte alles von ihm verlangen und er würde darauf eingehen.
"Stefan? Wir sind da", holte mich Sams Stimme aus meinen Überlegungen.
Gedankenverloren nickte ich und hob Kiéra von meinem Schoß um auszusteigen.
"Stefan....", wimmerte sie, sobald sie mich nicht mehr spüren konnte.
"Keine Angst, ich bin da. Ich lasse dich nicht alleine, versprochen."
Ich strich ihr behutsam über den Kopf und zog sie langsam aus dem Wagen.
"Habt ihr zufälligerweise einen abgeschlossenen, möglichst ausbruchsicheren Raum?", fragte ich und beide Jäger hielten in ihrer Bewegung inne.
"Warum?", fragte Bobby misstrauisch.
"Das Gift wird Halluzinationen auslösen. Ich habe es schon öfter miterlebt und es war für alle Beteiligten nicht unbedingt ungefährlich. Freunde werden vor den eigenen Augen zu Feinden und die meisten Vampire greifen dann an. Ohne Rücksicht auf Verluste. Natürlich wirkt dieses Gift bei jedem anders, aber wir sollten vom Schlimmsten ausgehen."
"Dein Bunker Bobby"
"Gut, bringen wir sie dorthin."
Die beiden umrundeten das Haus und blieben vor eine Bodenklappe stehen. Knarrend und quietschend zogen sie sie auf und einer nach dem anderen verschwand darin. Nur ich kam nicht durch.
"Bobby? Würdest du mich bitte hereinbeten?"
Er sah unsicher von mir zu Sam und dann zu der bewusstlosen Kiéra auf meinem Arm.
"Sam kann sie runterbringen. Wir passen auf sie auf."
Sie vertrauten mir nicht, dass konnte ich verstehen. Aber ich kann Kiéra doch nicht aus der Hand geben, Damon würde mir den Kopf abreißen. Und sonderlich wohl fühlte ich mich bei diesem Gedanken auch nicht.
"Bitte, ihr habt vor mir nichts zu befürchten. Ich habe sie gerade erst wieder, ich kann sie nicht verlieren. Ich gebe euch mein Wort, aber lasst mich bitte bei meiner Schwester bleiben."
Sam nickte leicht und Bobby seufzte tief.
"Lass mich das nicht bereuen, Junge", warnte er mich und ich nickte schnell.
"Stefan Salvatore, du bist eingeladen mein Haus zu betreten."
"Danke Bobby."
Er nickte nur und ging den dunklen Kellergang entlang bis wir vor einer gusseisernen Tür stehen blieben. Dahinter befand sich ein spartanisch eingerichteter Raum. Mehr als ein altes Feldbett stand kaum darin. Ich legte Kiéra darauf und setzte mich daneben, betrachte nebenbei die seltsamen Zeichen überall an den Wänden. Und das Bett stand inmitten eines riesigen Pentagramms.
"Was ist das alles?"
"Das an den Wänden ist Henochisch, die Sprache des Himmels. Vorkehrungen gegen Engel."
"Engel?"
"Ja, Wesen mit Flügeln, leben im Himmel", setzte Sam an, doch ich unterbrach ihn.
"Ich weiß was Engel sind. Die gibt es wirklich?"
"Es gibt so ziemlich alles, wovon in Legenden berichtet wird."
"Was bedeutet dieses Pentagramm auf dem Boden?"
"Das ist eine Dämonenfalle."
"Dämonenfalle? Selbstverständlich"
Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar. Und ich dache, ich hätte in Mystik Falls schon alles gesehen.
"Okay, und was war das im Wald? Ein großer Plan und Kiéra sei der Schlüssel? Was hat das zu bedeuten?"
"Das... ist eine längere Geschichte", druckste Sam herum.
"Ich habe Zeit."
„Nicht hier. Lasst uns nach oben gehen", bestimmte Bobby und drehte sich um.
Unschlüssig blieb ich stehen und sah auf meine schlafende Schwester.
„Du kannst jetzt eh nichts für sie tun. Und sollte etwas sein, dann bekommen wir das mit. Keine Sorge."
Ich nickte und lief den beiden gedankenverloren hinterher. Ich machte mir Sorgen um Kiéra, ich machte mir Sorgen um Damon, ich machte mir generell immer Sorgen.
DU LIEST GERADE
About Salvatores and Winchesters (Crossover)
FanfictionKiéra Salvatore ist ein Augustine Vampir, schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes außer den Wächtern, den Doktoren, all den scheußlichen Experimenten die sie an ihr durchführten. An ihr und all den anderen Vampiren. Doch sie ist die ein...
