7_Seil

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"Aber das linke Auge gefällt mir ganz und gar nicht. Schon allein diese Blaufärbung ohne anzuschwillen", murmelte er. "Schatz, es tut mir leid, aber ich muss mir das genauer ansehen!", sagte Marcus warnend und mitfühlend. Zwei Sekunden später wusste ich, warum...

Er tastete alles um mein Auge herum genauer ab. Ich fauchte und knurrte und wollte dass es aufhört. Es tat so unglaublich weh. Aro streichelte meinen Rücken und Caius meinen Hals. Doch es zeigte wenig Wirkung. Nach einiger Zeit kam weder ein Fauchen noch ein Knurren über meine Kehle. Stattdessen wimmernde Hilferufe. Marcus hielt inne und sah mich an, als er das hörte. "Ich weiß dass es wehtut. Ich bin auch gleich damit fertig. Okay, Schatz?", fragte er. Ich blinzelte als Zustimmung und er fuhr fort. Doch es tat genauso sehr weh wie vorher. "Shhh, Süße! Alles wird gut. Es hört gleich auf!" Caius redete auf mich ein, während Marcus mit seiner genaueren Betrachtung weitermachte... "Ich würde eine andere Salbe herum schmieren und dann vielleicht morgen nochmal nach allem sehen. Es sieht auf jeden Fall schlimmer aus, als das was ich am Bauch gesehen habe", sagte Marcus. "Dann mach ihr die Salbe darauf", stimmten Aro und Caius zu. Marcus griff in einen Koffer und holte eine neue Tube heraus. "Sie ist vor allen Dingen kühlend, aber ich glaube, dass du das auch brauchst!", sagte er und verteilte sie vorsichtig. Es war so schön kalt, dass der Schmerz in den Hintergrund gedrängt wurde und ich nur die angenehme Kälte wahrnahm. "Caius, wie lange hält ihr Zustand noch?", fragte Marcus. "Ungefähr noch zwei Stunden. Soll ich es verlängern?" "Nein, zwei Stunden sind vollkommen richtig. Danach sind die Salben eingezogen und sie hat sich von der Behandlung erholt. Das ist perfekt!" "Dann würde ich vorschlagen, lassen wir sie noch ein wenig allein und besprechen das Kommende. Oder?", fragte Aro. "Dem stimme ich zu", sagten beide. "Bringt ihr mir vielleicht ein Kissen? Ich möchte ihren Kopf ungern auf den harten Boden legen!", sagte Caius. Marcus grinste ihn an und holte ein blutrotes Kissen. "Danke!" Caius hob meinen Kopf hoch bettete ihn auf dem Kissen. "Alles wird gut, Caesar!", sagte er und streichelte ein letztes Mal über meinen Hals. Dann erhob er sich und folgte Marcus. Aro kam noch einmal vor mir zum Stehen und hockte sich zu mir. "Es wird morgen anfangen. Dann wird alles besser. Und jetzt Ruh dich aus, Schatz!", flüsterte er und strich mir über den Kopf. Dann verließ er lächelnd den Käfig und Caius verriegelte die Tür. Dann wurde das Tuch wieder komplett über den Käfig gelegt und versperrte mir so jegliche Sicht. "Ruh doch aus!", ertönte Marcus sanfte Stimme ein letztes Mal, bevor ich meiner Erschöpfung, durch die Behandlung, freien Lauf ließ und eindöste...

Als ich aus meiner Ruhe gerissen wurde, wurde das Tuch an der großen Seite aufgeklappt. Ich streckte mich und wollte gähnen, doch etwas hielt mich davon ab. Panisch erhob ich mich und sah es. Das Seil war immer noch um meine Schnauze gebunden. Ich versuchte es abzumachen, doch es ging nicht. Das Seil war zu fest. "Hey Kleine!" Ich drehte mich um und erblickte Aro und Marcus. "Möchtest du das loswerden?", fragte Aro. Ich sah ihn einfach nur an. "Wenn du dir helfen, lässt ist das alles kein Problem", sagte Marcus. Ich wollte keine Hilfe. Ich war schon groß! Knurrend sah ich ihn angriffslustig an. "Hey Caesar!", rief Aro streng. Ich fauchte nun ihn ein letztes Mal an, bevor ich weiter versuchte das Seil irgendwie zu lösen. Ich konnte meine Krallen noch nicht kontrollieren, also fiel aufschneiden raus. Ich versuchte es in den verschiedensten Varianten. Doch keine funktionierte. Und das machte mich wütend. Sehr wütend. Rasend knurrte und fauchte ich, während ich es weiterhin versuchte. "Caesar! Halte an!", rief Aro. Ich drehte mich reflexartig um und fauchte Aro an, während ich mich aggressiv gegen das Gitter warf. Er zuckte nicht einmal mit der Wimper. Angriffslustig sah ich ihn an. "Caesar, ich weiß, wie du dich fühlst. Ich kann dich verstehen. Aber lass dir helfen!", sagte er plötzlich sanft mit warmen Blick auf mich. Wie versteinert sah ich ihn an. Ich hätte mit allem gerechnet aber nicht damit. Aro kam mit seinen Händen und Unterarmen durchs Gitter und öffnete sie einladend. "Dein Vater hat Recht, Caesar, aber dein Verhalten bringt dich nicht weiter", sagte Marcus. Ich fauchte ihn an. Ich brauchte keine Väter! Und auch keine Regeln! "Und deine Gedanken bringen dich auch nicht weiter!", sagte Marcus. Woher-? "Ab und zu können wir hören, was du denkst", erklärte er. Ich fauchte laut und aggressiv. "Hey! Caesar, es reicht!", rief Aro. Ich sah nun ihn an. "Du solltest nochmal überdenken, wer wir sind!" Wer waren sie? "Deine Väter!", antwortete Aro. Ich fauchte wieder. "Caesar", seufzte Aro, "Wir sind hier nicht die Bösen. Oder wolltest du bei Emmett bleiben und zulassen, dass er dir Einschränkungen gibt und dich einsperrt?" Ich hielt inne. Emmett war nicht der Emmett, den ich kennen gelernt hatte. Und das reichte schon aus, um die Frage zu beantworten. "Siehst du? Und jetzt lass dir von deinem Vater helfen, Schatz!", sagte Marcus. Ich zögerte und sah Aro skeptisch an. Was ist, wenn das eine Falle ist? Ach egal, ich mach's einfach, denn ich will dieses Ding loswerden. Leise knurrend ging ich auf Aro zu. Ich senkte meinen Kopf, da ich schon etwas Angst. "Komm her, Liebling", flüsterte er liebevoll. Ich sah ihn an und dann ging ich direkt zu ihm. Er lächelte mich an und begann den Knoten zu lösen. Er war konzentriert. Ich sah kurz zu Marcus, der mir aufmunternd zulächelte. Ich wurde unruhiger und konnte auch meine Pfoten nicht ruhig halten. "Hey Prinzessin, ganz ruhig! Shhh!", sagte Aro und hielt an. "Kann es sein, dass du nicht lange so still halten kannst?", fragte er. Ich senkte meinen Kopf, weil es mir peinlich war. Ich konnte nicht länger als zehn Minuten so stehen. "Hey Liebling", wisperte Aro und legte eine Hand unter meinen Kopf und hob ihn so an. "Das ist alles nicht so schlimm. Du kannst nicht lange still stehen, stimmt das?", fragte er. Ich nickte. "Das muss dir auch nicht peinlich sein! Jetzt, da wir es wissen, können wir damit besser umgehen. Verstehst du?", fragte er. Ich verstand! "Möchtest du dich hinlegen?", fragte er. Kaum hatte er das gesagt, da lag ich schon vor ihm. Er streichelte meinen Kopf und sagte: "Es ist alles gut, Prinzessin! Wir sind immer für dich da und beschützen dich!"

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt