39_Gefühle

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Ich kroch aus meinem Versteck hervor und wir genossen den befreienden Ausblick. Keiner sagte ein Wort, was nicht nötig war. Schließlich konnte man die Schönheit des klaren Nachthimmels sowieso nicht in Worte fassen. So lagen wir also eine lange Zeit und kuschelten. Jeder genoss den Augenblick...

"Caius?", fragte ich dann trotzdem. "Ja?", kam es ruhig von ihm. "Papa hat mir mal erzählt, dass du gut Singen kannst", sagte ich. "Ja, das stimmt", stimmte Caius Papa zu. Kurz eine erneute Stille.
"Ich bin müde, würde es dir etwas ausmachen, wenn ich schlafe?", fragte ich unsicher. "Möchtest du, dass ich dir etwas vorsinge?", kam es unerwartet von ihm. "Würde es dir denn etwas ausmachen?", fragte ich murmelnd. "Nein, es wäre eine Ehre und würde mich noch glücklicher machen, als ich in diesem Moment sowieso schon bin", flüsterte er. "Dann ja", gähnte ich und kuschelte mich an ihn. Er begann meinen Rücken zu streicheln und leise ein italienisches ruhiges Lied zu singen. Meine Augenlider fielen zu und ich konnte mich nicht mehr zusammenreißen. Die Töne waren so beruhigend und sanft, dass ich nach wenigen Takten in seinen geborgenen Armen einschlief...

Caius:
Und während ich begann ein ruhiges Lied auf Italienisch zu singen, spürte ich ihre Müdigkeit. Ihre Augenlider fielen zu und ihr Körper sank mehr und mehr in meine Arme, bis sie schließlich einschlief. Ich sang das Lied jedoch weiter und hielt sie fest in meinen Armen. Dabei sah ich hoch zu den Sternen. Als ich endete, spürte ich ihren regelmäßigen Atem. Ihr Kopf lag auf meiner Brust und sie lächelte im Schlaf. Als ich das sah, bildete sich auch auf meinen Lippen ein Lächeln. Sie war nicht nur unfassbar hübsch und klug, sondern auch noch niedlich. Wie sie vorhin rot geworden war oder wie sie erstarrt war, als ich mich umgedreht hatte. Ihr Anblick in BH und Jogginghose war mindestens genauso unglaublich, wie der jetzt. Zusammengerollt und an mich gekuschelt lag sie dort. Ihre süße Stupsnase in meinen Hoodie vergraben und ihre vergleichsweise kleinen Hände an den Stoff geklammert. Sanft zog ich sie enger an mich und küsste ihre Stirn. "Schlaf gut, Prinzessin!", flüsterte ich und sah dann wieder hinauf in die Sterne. Sie funkelten so hell, wie schon lange nicht mehr und der Mond strahlte zufrieden zu uns hinunter. "Das war nicht das letzte Mal", flüsterte ich, "Wir werden uns immer näher kommen. Ich werde nicht zulassen, dass ein anderer oder eine andere dich jemals anfässt oder dir zu Nahe kommt!" Einen Moment sah ich zum Mond. "Morgen wird ein neuer Tag", sagte ich und strich ihr durch das rote Haar, "Und er wird genauso schön, wie der Abend heute, auch wenn wir nicht sehr viel geredet haben. Die Momente und die Nähe waren trotzdem unvergleichlich!" Lächelnd erinnerte ich mich an ihre erste Verwandlung. Es war unbeschreiblich, was ich gefühlt hatte. Und der Eindruck ist geblieben und das wird er auch in Zukunft bleiben. Schließlich gehörte sie in meine Vision von der Zukunft dazu... Als ich meine Prinzessin wieder ansah, war schon einige Zeit vergangen. Ruhig atmen schlief sie immer noch. Sie sah so friedlich aus, wenn sie als Halbvampir schlief. Das sah ich ja auch nicht alle Tage. Um genau zu sein erst das zweite Mal. Ich hatte mir vorgenommen mit ihr zu üben, sodass sie hoffentlich in naher Zukunft ihre Gestalt selbst aussuchen würde. Als ich meinen Blick dann wieder den Sternen zuwandte, seufzte ich. "Ich liebe dich, Caesar!", wisperte ich ehrlich gegen den Himmel. Es war die Wahrheit. Ich hatte mich in sie verliebt. Ein Mädchen, welches halb Panther und halb Vampir war...

Caesar:
Ich schlief die Nacht sehr ruhig, da ich in Caius' Armen geborgen war. Ich fühlte mich sicher. Doch durch meine drückende Blase wurde ich geweckt. Gähnend rieb ich mir die Augen. Als ich sie öffnete, erblickte ich Caius schlummernd. Ein sanftes Lächeln bildete sich auf meinen Lippen, als ich ihn so friedlich schlafen sah. "Schlaft weiter, mein König", flüsterte ich und küsste kurz seine Lippen. Doch Caius lehnte sich nach vorne und erwiderte den Kuss. Überrascht sah ich ihn an und löste mich. "Du bist wach?", fragte ich mit großen Augen und wurde rot. "Jetzt ja", sagte er und grinste mich breit an, "Mit einem Kuss könntest du mich ruhig immer wecken!" Meine Wangen glühten und ich sah weg. "Der Spitzname hat mir genauso gut gefallen, wie das Gefühl deiner Lippen auf meinen!", flüsterte er und legte seine Finger unter mein Kinn. Dabei drehte er meinen Kopf zu sich. Unsicher sah ich ihn an. "Wirklich?", fragte ich zögernd. Er beugte sich einfach vor und legte seine Lippen erneut auf meine. Ich schnappte überrascht nach Luft, doch lächelte und erwiderte ihn, so gut ich konnte. Seine Lippen waren weich und schmal, doch es gefiel mir. Einen Moment küssten wir uns und dann löste ich mich. "Ich muss auf die Toilette", murmelte ich peinlich berührt. Caius schmunzelte und sagte: "Dann zeige ich dir den Weg und begleite dich!" "Das ist echt nett, aber ich glaube nicht, dass ich so bleiben kann", erklärte ich. Kaum hatte ich an die Wachen im Schloss gedacht, da begann mein Körper mit der Verwandlung. "Es ist verständlich, Prinzessin", flüsterte er und knuddelte ein letztes Mal, "Was hältst du davon, dass wir auf meine Gemächer gehen? Dort kommt niemand von den Wachen rein und deine Väter auch nur mit Erlaubnis!" Ich überlegte. "Dort könnte ich das Gefühl der Sicherheit wiederbekommen und dann endlich wieder als Vampir auf die Toilette gehen!", strahlte ich. Caius nickte grinsend und erhob sich. "Wenn du möchtest, kommen wir danach wieder hier her und genießen den Sonnenaufgang", schlug er vor und zog sich schwarze Turnschuhe an. Ich nickte und sah zu, wie er seine Hand auf die Tür legte. Kurz darauf glitt sie zur Seite und öffnete den Weg nach draußen. "Nach euch, Prinzessin", sagte Caius und verbeugte sich. "Danke", lachte ich und trat hinaus. Während wir ins Schloss liefen, unterhielten wir uns über die Natur und ihre Schönheit. Ich schenkte Caius mein Vertrauen und lief neben ihm her, auch als wir in Teile des Schlosses kamen, die ich nicht kannte. "Also das hier ist der Ostflügel. Er gehört zu 100% mir. Also wenn deine Eltern dich eingeweiht haben und du raus darfst, dann bist du jederzeit bei mir willkommen!", erklärte er mit einem fetten Grinsen auf den Lippen und öffnete die große Tür. "Wow", wisperte ich. Wir standen in einem riesigen Wohnbereich, der dem Appartement ähnelte, in dem ich groß geworden war. Doch es war alles persönlicher und kreativer eingerichtet und gehörte ihm...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt