24_Rote Haare

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Er konnte wirklich gut singen, sodass es kein Wunder wäre, wenn er einmal Sänger gewesen wäre. So schaffte es Caius die lauten aufgebrachten Stimmen meiner Eltern zu übertönen und mich zu beruhigen. So wurde ich immer und immer müder, bise ich schließlich in seinen Armen einschlief...

Während Caesar in meinen Armen nun eingeschlafen war, betrachtete ich sie. Meine Prinzessin war einfach wunderschön. Ihre roten leichten Locken sahen so wunderschön weich aus und harmonierten wunderbar mit den kaum sichtbaren Sommersprossen und der kleinen Stupsnase. Ihre Augen, die sie jetzt geschlossen hatte, waren in der Gestalt des Panthers die selben. Ein wunderschönen strahlendes ozeanblau. Eisblau traf es auch, aber da fehlte mir die Kälte in ihrem Blick. So traf es mit der Wärme dann doch den Ozean. Sie sah noch schöner als, ich es mir jemals hätte vorstellen können. Und der Gedanke, dass sie mir so sehr vertraute und sich in Sicherheit wies, sodass sie sich sogar als Vampir zeigte, war unglaublich und ließ mich strahlend lächeln... "Caius", murmelte sie plötzlich im Schlaf und wurde unruhig. "Ja, ich bin hier, Prinzessin! Alles ist gut", flüsterte ich und strich ihr das Haar aus dem Gesicht. Es war mindestens genauso weich, wie es aussah. "Caius", schluchzte sie und dann sah ich es. Ich erlebte es hautnah mit. Sie verwandelte sich zurück in einen Panther. Innerhalb von nicht einmal drei Sekunden. Und was mich noch zusätzlich faszinierte, war ihre plötzliche Größe. Noch nicht ganz ausgewachsen, aber trotzdem unglaublich prächtig. Sie hob ihren Kopf und sah mich aus diesen wunderschönen blauen Augen ängstlich an. "Caius", schluchzte sie. Ich erwachte aus meinen Gedanken und nahm ihren Kopf in meine Hände. "Caesar", antwortete ich sanft. "Ich hatte einen Alptraum mit Papa und Dad", schluchzte sie. "Oh Süße, komm her", flüsterte ich besorgt und sie krabbelte noch etwas höher. "Deine Eltern vertragen sich auch wieder. Hörst du? Sie sind schlau und lieben sich. Das wird schon. Vertrau mir", redete ich auf sie ein. Als ich das nächste Mal zu ihr blickte, nahm ich nicht nur die regelmäßige Atmung, sondern sah auch, dass sie schlief. Ich lächelte in mich hinein und deckte uns zu, bevor auch ich in eine Trance fiel, da wir Vollvampire ja nicht schliefen...

"Morgen Süße", begrüßte mich Caius am nächsten Morgen, während die Sonne gerade aufging. Ich stand auf und streckte mich zu aller erst ordentlich. Dann sah ich auf Caius hinab. "Guten Morgen", sagte ich. Geschockt sah er mich an. "Was ist? Sehe ich so schlimm aus? Ich bin ja froh, dass du mich noch nicht als Vampir früh morgens gesehen hast-", ich brach ab. "Ich kann als Panther sprechen", murmelte ich. "Ja!", rief Caius und umarmte mich schnell, "Ich bin so unglaublich stolz auf dich!" "Yessss!", rief ich und tobte einige Zeit glücklich mit mir auf seinem Bett. Dabei fiel mir auf, dass ich gewachsen war. Ich war größer geworden. Meine Zähne waren wieder scharf und ich spürte, wie die Kraft. Das schien Caius zu wissen, aber es störte ihn nicht. Und das mochte ich auch so an ihm. Nicht nur sein unverschämt gutes Aussehen und seinen Humor, sondern diese Art mit mir umzugehen. So vertraut und liebevoll. Das kannte ich vorher nicht, doch er brachte mir dies einfach entgegen. Wir lagen noch einige Minuten kuschelnd da, bis ich Hunger bekam und wir aufstanden. Während ich so als Panther gehen konnte, lief Caius, wie er geschlafen hatte. In einer schwarzen Seidenhose und oberkörperfrei. Allerdings warf er sich noch schnell ein weißes Hemd über und ließ es offen. Dann liefen wir zum Wohnzimmer. "Denkst du, dass Dad und Papa sich wieder beruhigt haben oder sie sich jetzt ignorieren?", fragte ich traurig auf dem Weg. "Hey Princess! Ich denke nicht, dass dieser Fall jemals eintreten wird. Ich denke eher, dass sie sich wieder vertragen haben", muntere mich Caius auf und kraulte meinen Kopf, während wir das Wohnzimmer betraten. Doch hier erwartete mich eine Überraschung. Papa saß auf der Couch und hatte sein Gesicht in seine Hände gelegt. Dad stand vor ihm und schien bis eben noch mit ihm geredet zu haben. "Siehst du, die beiden haben sich wieder vertragen. Kein Grund zur Sorge", schmunzelte Caius und kraulte erneut mein Fell. Papa schreckte hoch und sie sahen uns an. Nach vertragen sah das allerdings nicht aus. "Caesar", begann Dad und kam auf mich zu. Skeptisch besah ich ihn, da Papa an sich nicht von der Stelle bewegte. "Hör ihm zu", befahl Papa und verschränkte seine Arme vor der Brust. Ich nickte und sah zu ihm. "Caesar, ich habe mich gestern falsch verhalten. Nicht nur Marcus gegenüber, sondern auch die gegenüber. Ich wollte dir keine weder Angst machen, noch wollte ich dich erschrecken. Ich wollte auch nicht, dass du Angst bekommst. Ich weiß auch nicht, warum ich so gehandelt habe, es ist einfach passiert. Es war ein dummer Fehler. Und dafür möchte ich mich bei dir und auch bei Marcus entschuldigen!" Dad sah verzweifelt und traurig aus. Er ging auf die Knie und sah uns an. "Bitte verzeiht mir!", schluchzte er trocken. Und das reichte mir nun endlich aus, um ihm seine Taten zu vergeben. Entschlossen ging ich auf ihn zu und stellte meine Vorderpfoten auf seine Oberschenkel. Meinen Kopf legte ich auf seine Schulter. Erleichtert schlaf Dad seine Arme um mich und vergrub sein Gesicht in meinem schwarzen Fell. "Danke Prinzessin", schluchzte er und streichelte mein Fell.
Doch nicht nur bei mir hatte Dad einen Fehler gemacht. Sondern auch bei Papa. Deswegen lösten wir uns wieder voneinander und sahen zu ihm. "Marcus, es tut mir wirklich leid. Ich hätte dich nicht anschreien oder angehen dürfen. Bitte verzeih mir!... Ich liebe dich!", wimmerte Dad. Ihn so zu sehen, tat mir selbst tief im Herzen weh. So sehr, dass ich begann zu weinen. Still liefen die Tränen über mein Fell. "Hey Süße", wisperte Caius und kniete sich zu mir runter, "Sieh mich an!" Wie er es verlangte sah ich ihn aus meinen nassen Augen an. Doch er sagte nichts. Das einzige, was er tat, war seine Arme um mich zu legen. Sehnsüchtig drückte ich mich an ihn und weinte...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt