17_Wahre Liebe

2.5K 88 20
                                        

"So und jetzt wird geschlafen!", sagten beide und gaben mir einen Gute-Nacht-Kuss. Ich streckte mich ein letztes Mal gähnend, bevor ich mich in die Decke kuschelte und erschöpft meine Augen schloss. Was für ein Tag...

Caesar war zwischen ihren Vätern eingeschlafen und hatte sich in die rote Decke gekuschelt. Es herrschte eine angenehme Stille und sowohl Marcus, als auch Aro sahen mit einem Lächeln glücklich zu Caesar. Das Paar waren im Moment wunschlos glücklich. Nicht nur, dass sie eine gemeinsame Tochter hatten, sondern auch, dass diese sie nun wirklich zu akzeptieren schien. Es war fast wie ein sanfter Schock, als sie die beiden bei ihren Kosenamen genannt hatte. Doch nach dem Schock kamen die Glücksgefühle und die Freude. Sie hatte es geschafft. Endlich! Nach stundenlangen Überlegungen und etliches Versuchen. Nun sah sie sich selbst als Teil der Familie an, was sie seit dem ersten Treffen jedoch einstimmig in der Augen der drei Vampire war. Aro ließ seine Hand einmal durch das Fell seiner Prinzessin fahren. Marcus streichelte den Kopf seines Lieblings. Ihre Augen zeigten beschützende Hingabe sowie zärtlich, sanfte und strenge Liebe. Während Marcus rote Augen einen leichten Braunstich hatten, waren Aros rote Augen mit einem Orangestich. Doch sie harmonierten gemeinsam wie der Mond mit den Sternen. Der eine ging nicht ohne den andere. Die beiden waren durch ihre gemeinsamen Jahre im Krieg, der Revolution sowie dem Aufbau ihres Imperiums so eng aneinander gewachsen, dass sie eine engere Beziehung führten, von der andere nur träumten. Sie waren ein Paar voller Leidenschaft und Mut, dass Caius es erst gar nicht versucht hatte, sich zwischen die beiden zu drängen. Denn das wollte der Jüngste nicht. Nein. Viel lieber blieb er bei seinem Gewohnten. Doch selbst diese wurden im Moment zu einem laufenden Chaos. Ein Chaos, welches der junge Panther in ihm ausgelöst hatte und noch immer tat. Denn er musste jedes Mal Lächeln, wenn sie lächelte. Er war glücklich, wenn sie es auch war und traurig, wenn sie es war. Er spürte ihre Gefühle, ihre Emotionen, ganz tief in sich. Er wusste schon, wenn er vom Training kam, wie es ihr ging. Die Kleine hatte sich mit ihrem frechen, süßen und starken Charakter nicht nur in sein Herz gebrannt, sondern auch in das ihrer Väter. Denn die waren nun dabei sich glücklich anzusehen. Ohne Worte, denn die waren hier wirklich nicht nötig, sagten sie sich, dass sie alles richtig gemacht hatte, bei der Wahl ihrer Tochter. Und beim Erziehen ebenfalls, auch wenn das noch lange nicht zu Ende war. "Lass uns anstoßen!", sagte Marcus ruhig, aber seine Stimme zeigte, dass er alles andere als ruhig war. Caesars Papa war glücklich und aufgeregt auf das Kommende. Seinem Freund erging es jedoch nicht anders. Als Antwort holte er zwei Weingläser mit einem edlen Tropfen. Aro goss den beiden ein und mischte es mit seltenem exotischen Blut. Lächelnd reichte er ein Glas an Marcus weiter, der dankend annahm, während er das andere Glas nahm. "Auf Caesar, unsere Familie und die Volturi!" Und dann nahmen beide einen großzügigen Schluck. Sofort spürten sie, wie das warme Blut mit dem Alkohol ihre Speiseröhre runterrannte. Nach kurzem Schweigen ergriff Aro das Wort. "Was wird wohl passieren, wenn sie größer wird?" In seiner Stimme schwang leichte Besorgnis und etwas, was man nicht erwartet hätte. "Hey Aro!" begann Marcus sanfte und sah ihn zärtlich an, "Ich kann deine Angst verstehen. Aber Caesar bleibt Caesar. Sie wächst nur in Panthergestalt so schnell. Wie oft sie noch zu unserem Baby wird, kann ich dir nicht sagen, denn das ist unterschiedlich und wurde noch nicht ausreichend untersucht. Aber selbst wenn sie sich nicht mehr zu einem Babypanther zurück entwickelt, dann bleibt sie immer noch Caesar. Sie ist und bleibt deine kleine Prinzessin! Auch, wenn sie sich vielleicht in natürlicher Gestalt zeigen wird. Dann ist sie ein Jungvampir und braucht genauso unsere Zuneigung und Aufmerksamkeit!" Durch diese beruhigenden Worte wurde Aro wieder stärker und nickte. "Du hast Recht! Ihr Charakter und ihre Art bleiben bestehen. Und als Jungvampir ist sie ja auch noch extrem ungeschult und jung. Sie bleibt meine Prinzessin!", sagte Aro und sah von dem schlafenden Stern zu seinem Mann, "Und sie bleibt dein Liebling!" Marcus lachte leise und ein Grinsen zierte derweil die Lippen des Schwarzhaarigen. "Ja, sie bleibt mein kleiner Liebling!", flüsterte Marcus und beugte sich zu Caesar runter. Er strich über ihren Kopf und küsste diesen dann. Als er sich wieder aufsetzte, lächelte Caesar im Schlaf und schlief zufrieden weiter. Auf dem Gesicht der Männer bildete sich ein Grinsen. Dieses wurde breiter, als die beiden sich ansahen. "Denken wir beide gerade dasselbe?", fragte Marcus. "Darauf kannst du meine Plattensammlung verwetten!", sagte Aro. Grinsend gaben beide ihrer Tochter noch schnell einen Kuss und holten dann ihre Mäntel. Die beide rannten stolpernd aus dem Raum und ihr Lachen hallte durch die edlen Gänge. Felix und Demetri kamen ihnen entgegen. Verwundert und amüsiert sahen die beiden ihre sonst so förmlichen und strengen Meister an. Als Marcus und Aro die beiden sahen, warfen sie sich zustimmende Blicke zu und strafften ihre Haltung wieder etwas. "Können wir ihnen behilflich sein, Meister?", fragten die beiden Wachen. "In der Tat!", stimmte Aro zu. Marcus bekräftigte das mit einem Nicken und fuhr fort: "Ihr habt euch einmal darüber unterhalten, dass ihr Caesar gerne näher kennen lernen wolltet!" Die beiden Wachen warfen sich geschockte Blicke zu. "Unter anderem fielen soweit ich weiß die Worte bzw. Wortgruppen: Niedlich, voll süß, frech wie wir, chaotisch, beschützen, aufpassen und außerdem, was uns zu bedenken gegeben hat, kleine Schwester!", sagte Aro. Sowohl Felix, als auch Demetri, der sonst eher die Fassung behielt, schluckten schwer. "A-Also wir-wir können das erklären", stotterte Felix. "Seit ihr immer noch der Ansicht? Dass ihr sie wie eine kleine Schwester seht?", fragte Marcus und unterbrach so den Erklärungsversuch seiner Wache. "Entweder ehrlich oder ihr lese eure Gedanken!", sagte Aro streng. Felix und Demetri sahen sich kurz an und nickten dann. "Ja, auch wenn wir sie bisher nur beim Schlafen beobachtet haben und sie von der Ferne aus gesehen haben", bekräftigte Demetri...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt