37_Glaskuppel

1.2K 52 10
                                        

Marcus lief mit Aro auf den Armen erst zur Tür, um abzuschließen, und dann auf ihr Zimmer. "War das notwendig?", fragte Aro und warf seine Krawatte auf den Boden. "Ja, war es!", grinste Marcus.

Still liefen wir nebeneinander her. Ich wusste nicht, wohin wir gingen, wollte den Moment aber auch nicht zerstören und ihn fragen. Als am Ende des Ganges ein Schatten erschien, rückte ich enger an Caius. Er bekam das sofort mit und strich mir beruhigend durchs Fell. Es war nur eine Wache, die auf ihrem Posten stand. Erleichtert atmete ich aus, sobald ich das sah. Der Vampir sah mich skeptisch an und verbeugte sich vor Caius. Der nickte nur und führte mich durch die Empfangshalle hinaus ins Freie. Die Sonne war schon fast untergegangen und der Himmel schimmert noch rot, orange und gelb. Kurz blieb ich stehen und genoss das Freie und die Aussicht, bevor ich Caius wieder aufholte und neben ihm lief. "Wir sind noch nicht einmal da und du genießt schon den Himmel", schmunzelte er und schüttelte leicht den Kopf. "Ich war eben sehr lange nicht mehr so draußen", erwiderte ich. Caius nickte und lächelte in sich hinein. Mir fiel jetzt erst auf, dass wir einen Hügel hinauf liefen. "Sind wir immer noch auf eurem Grundstück?", erkundigte ich mich. Caius lachte und sagte: "Ja, das sind wir. Unser Gelände ist von einer großen Mauer umgeben. Selbst wenn du es wollen würdest, kämst du nicht heraus. Entweder wirst du von den Wachen aufgehalten oder du verläufst dich erst und wirst dann aufgehalten!" Ich musste bei seinem Tonfall anfangen zu lachen. "Was?", fragte er amüsiert. "Alles gut", lachte ich und beruhigte mich langsam wieder. Er schüttelte den Kopf, als plötzlich auf der Spitze des kleinen Hügels eine Art Halbkugel aus Spiegeln erschien. Sie war groß und hatte etwa einen Durchmesser von fünf Metern. Ich umrundete sie einmal und sah dann zu dem Blonden. "Caius, was ist das?", fragte ich neugierig. Er lächelte mich sanft an. "Das ist der Ort unseres Dates", erklärte er und betrachtete uns beide im Spiegel, "Lass uns hineingehen!" "Da kann man rein?", fragte ich erstaunt. Caius nickte lachend und legte seine Hand auf eine umrandete Fläche. 'Zugriff gewährt' stand in grün vor uns. Staunend beobachtete ich, wie die Tür zur Seite geschoben wurde und einen Hohlraum freigab. Caius trat zur Seite und machte eine einladende Handbewegung. "Nach dir", grinste er und beobachtete genauestens meine Reaktion. Ich ging in die kleine Kuppel hinein und mir klappte der Kiefer runter. Von außen mögen es Spiegel sein, aber von hier drinnen sah es aus wie Glas. Meine Augen funkelten und nachdem Caius die Tür hinter uns geschlossen hatte, begann er zu erklären: "Die Kuppel ist aus besonderem Glas. Draußen ist eine Spiegelung, aber von hier drinnen ist es durchsichtig". "Wow", staunte ich und sah mir das Innere der Kuppel nun genauer an. Vor dem Eingang lag eine Fußmatte, wo Caius seine Schuhe abgestellt hatte. Der Rest des Bodens war mit Teppich ausgelegt und Kissen sowie Decken über den Boden gesät. "Gefällt es dir?", fragte er und stellte den Rucksack zu einer weiteren Tasche. "Es ist der Hammer!", rief ich. "Das freut mich", schmunzelte er und begann sich auszuziehen. "Ähm, Caius?", fragte ich irritiert, "Was machst du da?" "Ich ziehe mich um", meinte er nun auch irritiert, "Denkst du wirklich ich verbringe mein erstes Date in Hemd und Krawatte?" "Dein erstes Date?", fragte ich erstaunt. "Äh, ja", gestand er und stand nun oberkörperfrei vor mir. Ich starrte förmlich auf sein Six-Pack und seine trainierten Arme. Er sah nicht nur verdammt stark aus, sondern auch verdammt heiß! "Erde an Caesar!", riss mich Caius plötzlich aus meinen Gedanken. Ich schüttelte den Kopf und sah ihn an. "Du hast mich angestarrt, ist alles okay?", fragte er besorgt. "J-Ja, ich war nur abgelenkt", stammelte ich. Ein breites Grinsen erschien auf seinen Lippen. "Ach ja?", hakte er neckisch nach. "Du bist doof", meinte ich. Sein Grinsen würde breiter. Ich schnaubte nur beleidigt und sprang in die Kissen. Grinsend lachte er und zog sich einen hellgrauen Hoodie sowie eine dunkelblaue Jogginghose an. Dann schmiss er sich neben mich in die Kissen und sah mich an. Ich erwiderte seinen Blick und schaute in seine blutroten Augen. Offenbar hatte er vorher noch etwas getrunken, denn sie strahlten hell. "Ich weiß, dass es vielleicht ein doofes Thema ist", begann Caius unsicher, "Aber habe ich eine Chance dich heute noch als Vampir zu sehen?" Ich schmunzelte und kuschelte mich an ihn. "Ich weiß es nicht", gestand ich, "Ich habe keine Ahnung wie das geht oder wie ich es das letzte Mal gemacht habe!" Sanft strich er mir übers Fell. "Ich habe mich etwas belesen", begann er. Neugierig sah ich auf. "Und?", fragte ich und spitzte die Ohren. "Also in einigen Mythen und Legenden wird beschrieben, wie sich die Vampire dabei fühlen", sagte er, "Willst du dich überhaupt wieder verwandeln?" Ich stockte. "Auf jeden Fall! Ich würde so gern die Kontrolle darüber haben. Ich möchte als Vampir zu Dad und Papa gehen und ihre Tochter sein. Ich möchte nicht immer als Panther herumlaufen. Ich möchte selbst entscheiden, wie ich aussehe!", sagte ich verzweifelt. "Wenn du möchtest, dann können wir es versuchen. Ich habe mir auch einige Gedanken gemacht-", begann er, doch ich unterbrach ihn schreiend. "JA! JA! JA!" Ein Lächeln bildete sich auf seinen Lippen. "Okay", sagte er und wir richteten uns auf. Ich stellte mich vor ihn und er erklärte: "Bei der Verwandlung in den Panther fühlten sich die meisten bedroht oder bauten Wut auf. Das heißt, wenn du genau das Gegenteil machst, so wie es eine Legende aus Schweden besagt, dann müsstest du dich in einen Vampir verwandeln!" "Okay", murmelte ich, "Also muss ich mich entspannen!" "Genau!", sagte er, "Du musst dich sicher, geborgen und beschützt fühlen!" Ich nickte und schloss meiner Augen. Ich versuchte mich zu entspannen und mich zu verwandeln. Doch es passierte nichts. Ich seufzte genervt und sah wieder zu Caius. "Süße, du darfst nicht aufgeben! Es ist schließlich deine erste gewollte Verwandlung, da musst du dir Zeit lassen und den Willen nicht aufgeben!", mahnte Caius liebevoll, sodass ich meine Lider wieder schloss. "Stell dir ein Feld vor. Die Sonne scheint. Du läufst durch das reife Getreide. Die Geräusche!"

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt