Kurz hörte man nur das Schluchzen. "Ich habe viele Fehler gemacht. Viele Fehler mehrmals. Aber du hast mir die Augen geöffnet. Ich möchte lernen und diese Fehler nicht noch einmal machen. Ich bereue es. Ich bereue meine Zweifel an Caius. Und ich bereue meine Zweifel an dir... Ich entschuldige mich, Marcus!"
Während Marcus und Aro sich endlich wieder versöhnt hatten, im Bett lagen und die Anwesenheit sowie den Duft des anderen genossen, tobten Caesar und Caius in der Glaskuppel. Die Sonne war schön unter gegangen, doch keiner zeigte ein Anzeichen der Erschöpfung. Die Kissen lag Kreuz und Quer und Caius Haare waren zerzaust. Gerade als er versuchte sie einigermaßen zu richten, wischte ihm Caesar ein Kissen über den Kopf, sodass die Haare noch "schlimmer" als vorher aussahen. Der junge Halbvampir ließ sich gekrümmt vor Lachen in die Kissen fallen. "Wow! Toll!", kam es gespielt beleidigt von Caius. "Hahaha, du siehst aus wie Dad, wenn er schlecht geschlafen hat und vergisst seine Haare zu kämmen!" Ihr Lachen wurde nicht weniger, als er sie mit einem Ist-das-dein-Ernst-Blick ansah.
Ohne zu zögern sprang er auf sie und begann sie abzukitzeln. Unvorbereitet, wie sie war, hatte der Blonde einen Vorteil und grinste Caesar siegessicher an. "Ca-ha-Caius-ha!", lachte sie und versuchte seine großen Hände wegzudrücken. "Ja!", lachte er verschmitzt, doch hörte nicht auf. So entwickelte sich nach und nach ein kleiner Kampf. Sie rollten über den Teppich, schmissen mit Kissen, kitzelten einander ab und lachten mit Bauchschmerzen. Doch Caius hatte nicht nur das Alter, sondern auch seine Stärke und Weisheit auf seiner Seite. Auch wenn Marcus und Aro das Denken übernahmen, da Caius oft geleitet von Wut handelte, so hieß es noch lange nicht, dass er einem Toastbrot glich. Dennoch hielt Caesar sehr lang durch, was allein durch ihr Interesse an Caius und ihrem Ehrgeiz diesbezüglich lag. Trotzdem hatte sie keine Chance gegen den reifen König zu gewinnen, was dieser mit einem Sieg deutlich bewies.
"Hab euch, Prinzessin!", grinste er zufrieden, als er auf ihrer Hüfte saß und ihre Hände an den Gelenken über ihrem Kopf zusammenhielt. "Ihr spielst unfair, König", wehrte sich das Mädchen. "Das Leben ist nicht fair. Ihr verehrter Vater hat das gewusst, jedenfalls hat er dafür gesorgt, so oft es ging!", sprach Caius einen seiner inspirierenden Sprüche laut und ernst aus, mit einem sanften Lächeln auf seinen Lippen. "Ein Zitat von Severus Snape", flüsterte Caesar beeindruckt. "Harry Potter und der Orden des Phönix", nickte Caius. "Klug bist du also auch noch!" Ihre Lippen waren leicht geöffnet und ihr Blick klebte an seinen Augen. Vorsichtig beugte er sein Gesicht etwas nach unten. "Und wie ich das bin, Große", hauchte er ihr entgegen. Ein kleiner und doch bedeutender Moment, indem sie sich in die Augen sahen. Sie lasen die Gefühle des anderen darin. Und bevor sich einer zurückziehen konnte, legte Caius seinen Lippen endlich wieder auf die seiner Geliebten. Erleichtert seufzte sie in den Kuss. Egal was ihr Vater davon hielt, Caius war ehrlich, aufrichtig und liebevoll und er war das, was sie wollte. Und während sich die beiden langsam und zärtlich küssten, strahlte über ihnen der Nachthimmel mit all seinen Wundern und Schönheiten. Selbst der Mond schien in diesem Moment der Liebe zu lächeln. Die Sterne tanzten über die Wiedervereinigung und sahen die Zukunft der beiden. Doch für Caesar und Caius zählte nur der Moment.
Als sie sich langsam voneinander lösten, öffneten sie die Augen. Auf den Lippen beider war ein liebevolles Lächeln abgebildet. "Ich finde jetzt ist es Zeit für etwas Musik und Entspannung", hauchte Caius mit seinem Atem gegen ihre Lippen. Caesar nickte glücklich und der Blonde holte seine Gitarre. Gemeinsam legten sie sich nebeneinander auf die Kissen und sahen durch das Glas hinaus. "Sieh doch, Caius!", wisperte Caesar begeistert und deutete nach oben. "Es scheint", lächelte der König, als auch er die kunstvollen Schneeflocken entdeckte. "Ja", seufzte sie erleichtert und lehnte sich an seine Schulter. Sanft und gefühlvoll begann er einige Akkorde auf der Gitarre zu spielen, immer wieder summte er dabei. In der Luft lag Harmonie und Liebe. Zwei Dinge, die niemand von ihnen je wieder aufgeben würde, für nichts auf der Welt. Und während die kalten Flocken um das Schloss der Vampire tanzten, begann Caius zu singen, während er die Melodie auf der Gitarre spielte. Es war ein italienisches Winterlied, welches die Stille und die Schönheit der Natur im tiefen Winter beschrieb. Caesar ließ sich immer mehr fallen und lauschte seiner rauen Stimme, die nun überraschend sanft und hoch sein konnte. Eigentlich sollte sie bei diesem Vampir nichts mehr wundern. Er war sportlich, klug und talentiert. Dazu kam, dass er ihr Zeit, Geborgenheit, Sicherheit und Liebe schenkte und auf sie Acht gab. Sobald er mitbekam, dass ihr etwas zu schnell ging, liefen sie gemeinsam geduldig langsamer. Abgesehen von seinem Geist war sein Körper auch für Caesar ein Traum. Nicht zu muskulös, aber auch nicht zu knochig. Um es mit einem Wort zu beschreiben: Athletisch. Seine Hände waren groß und schlank. Sein Haar war weich wie Seide und dünn wie Papier. Sein Grinsen war anziehend und heiß. Seine Augen hypnotisierend und wunderschön. Sie hatte aufgehört sich zu fragen, wieso sie ihn verdient hatte. Es war einfach so. Er begehrte sie und sie gab ihm eine Chance. Und wie es ein König auch tun sollte, nutze Caius diese Chance und verzauberte die Tochter seiner Freunde mit jeder Minute mehr und mehr, die sie gemeinsam miteinander verbrachten. Dabei beobachtete er ihre Reaktionen genau und las so ihr Gedanken. Ihr schüchternes Lächeln verriet ihm oft etwas über ihre Sicht auf die Dinge, die sie ihn erzählte. Ihre Hand fuhr durch ihre roten weichen Haare, wenn sie sich unsicher war oder überlegte. Ihre Augen zeigten ihm, ob es der Wahrheit oder einer Lüge entsprach sowie ihren Gefühlszustand. Marcus hatte ihm einst gesagt, dass man durch Beobachtung und Analyse sein Gegenüber besser kennenlernen kann, als in einem Gespräch. Und bei vermeintlichen Feinden kann man dadurch ebenfalls feststellen, ob sie eine Bedrohung oder eine Zeitverschwendung sind. Er lernte Caesar immer besser kennen und verstand immer mehr, warum gerade sie seine Seelenverwandte sein sollte.
Caius' ruhige Stimme flog durch die kalte Nacht, während die Flocken um sie tanzten und die Wachen an den Eingängen standen. Bis in die Nacht lagen sie dort, beobachteten, lachten und genossen die Augenblicke...
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"Because we love you!" ~Volturi
FanfictionNachtträumer. Sie waren besonders selten und machtvoll, wenn man sie auf ihrer Seite und unter Kontrolle hatte. Diese Geschöpfe des Mondes gelten als ausgestorben. Doch was ist, wenn Emmet einen weiblichen Nachtträumer kennenlernt, die noch extrem j...
