38_Sterne

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Es ist schließlich deine erste gewollte Verwandlung, da musst du dir Zeit lassen und den Willen nicht aufgeben!", mahnte Caius liebevoll, sodass ich meine Lider wieder schloss. "Stell dir ein Feld vor. Die Sonne scheint. Du läufst durch das reife Getreide. Die Geräusche!"

Caius erklärte es mit sanfter Stimme. Sofort musste ich an meinen Traum damals denken. Caius und ich im Getreidefeld. Einige Ähren in seinen Haaren. Und sein glückliches Lächeln auf den Lippen. So kannte ich ihn. Chaotisch und humorvoll und dennoch konsequent und ernst. Ich fühlte mich sicher bei ihm in der Nähe, so wie in dem Traum und auch jetzt. Langsam wuchs ich. Meine Pfoten wurden zu Händen. Ich spürte, wie mich leichter Nebel umgab und ich mich verwandelte. Als ich nach einiger Zeit die Augen öffnete, sah ich zu Caius hinunter. "Es hat geklappt", flüsterte er. Ich sah genauso erstaunt an mir herunter und musste feststellen, dass ich in zerrissener Kleidung vor ihm stand. "Caius?", fragte ich. "Ja Süße?", fragte er und stand auf. "Hast du noch was zum Anziehen da?", fragte ich unsicher und spürte, wie sich meine Wangen rosa verfärbten. Er schmunzelte und nickte. Doch bevor ich etwas sagen konnte, nahm er mich in seine Arme. Sofort erwiderte ich es und schlang meine Arme um ihn. "Du bist wunderschön!", flüsterte er. "Danke, du aber auch!", schmunzelte ich. "Mach meine Komplimente nicht immer mit Gegenkomplimenten kaputt", murrte er. "Tut mir leid", sagte ich und küsste seine Wange. Ein Grinsen bildete sich auf seinen Lippen, eher er sich von mir löste. Sein Griff ging zu den Taschen. Dort zog er Socken, Unterwäsche, eine Jogginghose und einen Hoodie heraus. Erstaunt sah ich ihn an. "Ich hoffe es passt alles, ich musste nach unserer ersten Begegnung schätzen, welche Größe", meinte er und legte den Stapel auf ein Kissen, "Keine Panik, ich drehe mich um. Sag dann einfach, wenn du fertig bist!" Und schon setzte er sich mit dem Rücken zu mir an die Glaswand. Ich brauchte eine Weile, ehe ich überhaupt reagieren konnte. "Danke Caius", wisperte ich schließlich und ich könnte schwören ihn Grinsen zu hören. Langsam begann ich mich auszuziehen. Es war nicht wie erwartet kalt, sondern sogar angenehm warm. Meine Haut war weißlich und mein Haar strahlte rot. Da Papa und Dad mein Fell sauber gemacht hatte und ich am Vortag geduscht hatte, roch meine Haut nach Milch und Honig. Sehr angenehm, das muss ich zugeben. Sie war weich und sauber. Als ich sie Unterwäsche anzog, fragte Caius: "Geht es Aro eigentlich besser? Er sah heute so angespannt aus!" Ich überlegte. "Ja, Dad geht es besser. Er war bloß nicht damit zufrieden, dass du mir beim Sauber machen geholfen hast", erklärte ich, "Denn er hatte vorher gefragt und ich habe sagte, dass ich alt genug bin das selber zu machen!" Er lachte leise. "Und dennoch lässt du dir bin mir helfen!" "Ja", lächelte ich, "Wie könnte ich deine Hilfe jemals ablehnen?" "Darf ich dir beim Anziehen helfen?", fragte er und drehte sich breit grinsend um. Ich band gerade das Bund der Jogginghose zu und erstarrte. "Caius!", rief ich geschockt. Er lachte, doch stand auf. Bevor ich es tat, schnappte er sich den dunkelblauen Hoodie und versteckte ihn hinter seinem Rücken. "Caius gib den her!", rief ich und versuchte ihn zurück zu erobern. Doch vergebens. Er war einen halben Kopf größer und stärker. Nach einigen weiteren gescheiterten Versuchen zog er mich an meiner Taille zu sich ran. Ich hielt inne und sah zu ihm hinauf. "Darf ich dir helfen?", fragte er flüsternd, "Bitte?" Ich schmunzelte und gab schließlich nach. "Aber vorsichtig!", warnte ich ihn. "Ich bin bei dir doch immer vorsichtig!", meinte er ernst und küsste meine Wange. Die Stelle begann leicht zu kribbeln, was in mir ein wohltuendes Gefühl auslöste. Caius zog mir schließlich den Hoodie an und sah mich ernst an. "Alles okay?", fragte ich besorgt, als er nichts sagte. "Ja, ich bin nur von deiner Schönheit überwältigt", gestand er ehrlich und strich mir durchs Haar. Ich würde rot und sah ihn unsicher an. "Caius", murmelte ich und nahm ihn liebevoll in den Arm. Mein Gesicht versteckte ich in seiner Halsbeuge. "Ich meine das Ernst", sagte er und legte seine Arme um mich, "Ich bin überglücklich, dass du mir eine Chance gibst, obwohl deine Väter davon nicht so begeistert sind. Obwohl du viel jünger bist. Obwohl ich dich so überrumpelt habe!" Ich schmunzelte. "Du hast mich in der Tat überrumpelt, ja. Und falls du so etwas noch mal planen solltest, dann bitte ich dich, mich wenigstens etwas darauf vorzubereiten", sagte ich. "Das werde ich, versprochen!", sagte er und küsste meine Schläfe, "Darf ich dir jetzt das Highlight des Abends zeigen?" "Es würde mich freuen", sagte ich ehrlich. "Achtung", sagte er und hob mich dann in seine Arme. Er hatte mich vorgewarnt, weswegen ich mich ohne Geschrei an ihn klammerte und abwartete. Caius ging einige Schritte und setzte sich dann vorsichtig hin. "Mach bitte die Augen zu", bat er mich, was ich sofort tat. Ich vertraute ihm. Ganz langsam lehnte er sich zurück und drehte mich um. Dann zog er mich behutsam zu sich heran und schloss mich in die Arme. "Jetzt kannst du die Augen wieder ganz langsam aufmachen", flüsterte er mir ins Ohr. Langsam kam ich seinem Wunsch nach und sah vorsichtig auf. Mittlerweile war die Sonne untergegangen und es war dunkel. Doch keine Spur von Wolken oder Regen. Ganz im Gegenteil. Der Mond strahlte hell und erleuchtete die Erde. Am Himmel funkelten Millionen kleine Lichter. "Sterne", hauchte ich vollkommen fasziniert und sah staunend hinauf. In der Glaskuppel fühlte man sich wie unter freiem Himmel, nur nicht so kalt. "Gefällt es dir?", fragte Caius leise. "Ja, es ist wunderschön!", wisperte ich. "Das freut mich. Mein Plan war hier zu übernachten. Also wenn du morgen früh nichts vorhast, dann würde ich dich gerne die Nacht bei mir behalten!", erklärte er. Ehe ich etwas sagen konnte, hing er noch schnell mit heran: "Deine Väter wissen davon und haben nichts dagegen!" Ich schmunzelte und kuschelte mich an seine Brust. "Ich würde gerne bei dir bleiben, Caius!" Er grinste mich an, was mich lachen ließ. "Ich mag dein Lachen", flüsterte er und küsste meine Nase. "Caius, hör auf, ich werde rot", murmelte ich und versteckte mich in seinen Armen. "Erstens sind wir allein und zweitens muss dir das nicht peinlich sein, Süße!", schmunzelte er und dann herrschte einige Zeit Stille. Ich kroch aus meinem Versteck hervor und wir genossen den befreienden Ausblick. Keiner sagte ein Wort, was nicht nötig war. Schließlich konnte man die Schönheit des klaren Nachthimmels sowieso nicht in Worte fassen. So lagen wir also eine lange Zeit und kuschelten. Jeder genoss den Augenblick...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt