26_Die Tür

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Ich schnurrte und ließ ihn mit dem feuchten Handtuch an mein Fell. "Danke Dad", sagte ich ehrlich. Er nickte und stand wieder auf. "Ich habe dich auch ganz doll lieb", sagte ich, weswegen er stehen blieb. "Wir lieben dich mehr als alles andere. Vergiss das bitte nicht, Caesar", sagte er und streichelte meinen Kopf...

Ich wachte auf und realisierte, dass ich bereits einige Wochen bei den Volturi war.  Mein Vertrauen zu den dreien ist gewachsen, ja. Doch mit dem Wachsen meiner Gestalt ist auch meine Skepsis und Aggressivität gestiegen. So hatte ich gestern die Fassung verloren...
Na gut ganz so war es auch nicht. Papa und Dad waren im Bett. Caius war nicht da. Also bin ich zu der geheimnisvollen Tür gegangen. Ich habe sie vorsichtig geöffnet und mich dann nach draußen geschlichen. Das ging nur, weil Caius mit mir das Anschleichen trainierte. Ich kam auf einen Gang, der mit Fackeln beleuchtet wurde und mit rotem Teppich ausgelegt war. Neugierig war ich durch die Gänge gegangen, bis ich eine Gestalt gesehen hatte:

Sie rief etwas unverständliches und schon kamen zwei Vampire auf mich zu. Von hinten kam einer. Ich ging fauchend in Angriffsstellung. "Einen Schritt weiter und ich verfetzte euch!", drohte ich knurrend. "Die Mieze kann sogar sprechen", lachte einer der Männer. Das reichte aus und ich sprang auf ihn. Durch meine ungeheuerliche Kraft stürzten wir auf den Boden. Doch ich sprang schnell wieder auf. "Nicht angreifen! Das Kätzchen gehört mir!", sagte der Vampir. Ich fauchte und dann griff er an. Nur schwer wich ich aus und startete einen Gegenangriff. Irgendwie fand ich schnell gefallen am Kämpfen und es machte mir sogar Spaß. Auch, wenn es nicht ganz ungefährlich war.
"Was ist hier los?", rief eine Stimme. Fuck, dachte ich, als ich sie erkannte. Das schien den anderen nicht anders zu ergehen, denn auch mein Gegenüber hielt still und blieb, genau wie ich, stehen. "Caesar? Sag mal hast du sie noch alle?", schrie Dad, als er mich erkannte. "Das ist nicht so, wie es aussieht, es-" "Ach nein? Wie sieht es denn aus?", schrie er und stand plötzlich mit Papa vor mir. "Caius!", rief Papa. Schon stand dieser neben ihnen. "Ja-!" Er brach ab, als er mich sah. "Bring die Wachen in die Zellen und zeige ihnen, was Respekt und Loyalität bedeutet!", bat Papa. Ich sah Caius an, doch er kam Papas Befehl nach und brachte die Vampire weg. Ich sah ihnen hinterher. "Caesar!", knurrte Dad und zuckte zusammen. Ich spürte, dass er Mühe hatte seine Fassung zu bewahren. "Du durftest überall in dieser Wohnung hin. Außer durch diese Tür. Was war daran nicht zu verstehen, hm?" fragte er wütend. Ich wurde immer kleiner und traute mich nicht mehr rauf zu sehen. "Habe ich mich irgendwo unklar ausgedrückt? Oder hast du dir einfach nur gedacht, ach was solls, ich riskiere mein Leben gehe durch diese Tür und kämpfe auch noch gegen den erst besten Vollvampir?", rief er. Ich schluckte. "Ohne ein Wort zurück!", befahl mir Papa. Ich drehte mich ohne Proteste um und rannte los. So schnell ich konnte rannte ich den Gang, den ich gekommen war, zurück. Im Wohnzimmer hielt ich an und blieb stehen. Papa schloss die Tür und Dad kam auf mich zu. "Du bist durch diese Tür gegangen und hast dein Leben riskiert! Du hättest jetzt tot sein können!", rief Papa und kam zu uns. "Das war nicht meine Absicht", murmelte ich. "Ach nein? Und was war es dann? Wolltest du einen Vampir umbringen? Wolltest du dich widersetzen? Was war es?", rief Papa und kam vor mir zum Stehen. Ich schwieg. Was sollte ich denn sagen? Dass ich raus wollte? Das würden die mir niemals glauben. Dad lief aufgebracht vor mir hin und her und machte mich nervös. "Caesar, du bist eindeutig zu weit gegangen!", sagte er entschlossen. Papa stimmte ihm zu. "Viel zu weit!" "Es gibt Regeln, an die musst du dich halten! Und eine dieser Regeln war, nicht durch diese Tür zu gehen!", sagte Papa und griff nach dem Fell in meinem Nacken. Ich zuckte zusammen und unterdrückte ein Fauchen. Es tat etwas weh, aber das hatte ich verdient. "Und dafür wirst du die Konsequenzen tragen!", sagte Dad. "Du kannst deine Zeit mit Caius für die nächsten 48 Stunden vergessen!", sagte Dad. "WAS?", schrie ich und wollte mich bewegen, doch Papa zog mich zurück. "Das heißt nicht was, sondern wie bitte!", korrigierte mich Papa. "DAS KANN NICHT EUER ERNST SEIN!", schrie ich. "Doch, dass ist unser voller Ernst!" Ich fauchte und wurde wieder aggressiv, was ich eigentlich nicht wollte, aber das Verbot brachte mich dazu. "Untersteh dich uns anzugreifen Fräulein!", knurrte Dad und kam auf mich zu.

Ja, und das was dann folgte war unangenehm. Gerade für mich im Nachhinein. Ich wollte raus rennen, was die beiden verhinderten. Durch einen speziellen Griff von Papa wurde ich ohnmächtig. Und so bin ich im Käfig wieder aufgewacht. Zugedeckt und verschlossen. Er war bei genauerem Hinsehen größer und eingebaut. Der Käfig vom Transport war verschwunden. Hier hatte ich etwas zehn Quadratmeter Platz und somit wenigstens etwas mehr Platz für Bewegung. Aber das hindert mich nicht daran meiner Wut freien Lauf zu lassen. Dad und Papa kamen erst am nächsten Morgen zu mir. Doch nur zu zweit, weil sie mich dann extrem gut unter Kontrolle hatten, wenn ich rebellierte, was mir gar nicht gefiel. Aber ich kann nichts dagegen tun. Sie sind einzeln schon stark, aber gemeinsam unbesiegbar. Während ich am ersten Tag wütend rebelliert hatte, ging mir am Mittag des zweiten Tages die Kraft aus. Ich schenkte weder Dad, noch Papa Aufmerksamkeit. Gerade nachdem sie Caius wirklich nicht mehr zu mir ließen. Irgendwo konnte ich es ein wenig verstehen, aber das ging zu weit. Heute war der dritte Tag und die Sonne war schon untergegangen. Ich lag sauer und beleidigt auf dem Boden und starrte ins Leere.
Ein Räuspern holte mich aus meinen Gedanken. Ich sah auf und erkannte Dad und Papa. Ich schnaubte und funkelte sie wütend an, als Dad mir auch noch seine Hand hinhielt. "Da ist einer aber immer noch sauer", schmunzelte Papa, während Dad seufzte und seine Hand zurückzog. "Du kannst nicht ewig so weiter machen", sagte er und ging zur Tür. Ich sah wütend zu Papa, der mich nachdenklich mit einem sanften Lächeln auf den Lippen musterte. Irgendwie hatte er einige ruhige Wirkung auf mich. Seine Ausstrahlung, seine Art, seine Aura...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt