45_Auflackern

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In Caesar staute sich Fassungslosigkeit und Wut auf. Prüfend sah sie auf das Pergament. Sie hatte sich also wirklich nicht verhört. "Wollt ihr mich eigentlich verarschen?", murmelte sie. "Wie bitte?", fragte Aro seine Tochter und hoffte inständig für sie, sich verhört zu haben...

"Wollt ihr mich verarschen? DANN SEHE ICH CAIUS NUR ZWEI MAL UNTER DER WOCHE UND MUSS DAFÜR IRGENDEINEN HERRSCHERSCHEIß LERNEN! DAS MACHE ICH NICHT!", schrie sie aufgebracht und stand auf. Aro spannte sich sichtbar an und erhob sich ebenfalls. "Setz dich wieder hin und rede vernünftig in einem angemessenen Ton mit uns!", sagte er leise und streng, doch jeder verstand es. "Einen scheiß werde ich tun! Habt ihr euch den Plan mal angeschaut? Ich werde total eingeschränkt und mit Regeln bombardiert! ICH WILL KEINE REGELN UND ICH WILL AUCH DIESEN UNTERRICHT NICHT!" Bevor Caesar etwas sagen konnte, was sie nicht so meinte, ging Marcus dazwischen. "Setzt euch hin! Alle beide!" Sofort hatte er die ungeteilte Aufmerksamkeit, doch niemand setzte sich. "Das war keine Frage, sondern eine Aufforderung", erklärte er. Caesar knurrte und sah ihn aus zusammengekniffen Augen an. "Ich werde gar nichts tun", knurrte sie. "Aro setz dich bitte hin", bat Marcus seinen Freund nun, während er ihn ansah, "Bitte!" Aro schloss kurz die Augen und versuchte einigermaßen runter zu kommen. Dann öffnete er sie wieder und setzte sich. Nun glitt Marcus' Blick zu seiner Tochter. Sie stand immer noch dort und machte keine Anstalten sich zu setzen. "Hinsetzen!" Seine Stimme war scharf und streng und sein Blick half ihren Widerstand nach und nach zu brechen. "Nein-", begann sie, doch Marcus unterbrach sie. "Ich sagte: Hinsetzen! Sofort!" Er blieb standhaft, doch man sah Caesar an, wie sie nach und nach immer unsicherer wurde. Schließlich brach sie unter Marcus' Blick und setzte, wenn auch widerwillig, wieder auf den Stuhl. Langsam erhob er sich und schritt auf sie zu. "Caesar, ich glaube, du hast einige Dinge nicht richtig verstanden", begann er und stand nun direkt hinter ihr, was in ihr ein mulmiges Gefühl ausbreitete. Eine gesamte Minute sagte er nichts. Sie wollte aufstehen, doch Marcus legte ihr eine Hand auf die Schulter und drückte sie wieder auf den Stuhl. "Ich sagte: Hinsetzen!" Caesar wollte, konnte die Hand ihres Vaters aber nicht abschütteln. Sein Griff wurde fester. "Haben wir uns verstanden?", fragte er scharf. Sie nickte, doch dann fiel ihr ein, dass ihr Vater eine Antwort aus ihrem Mund hören wollte. "Ja Papa", flüsterte sie und blieb still sitzen. "Gut", nickte er und fuhr fort, "Wir haben uns für diese acht Fächer nicht entschieden, um dich zu ärgern. Nein. Wir haben uns dafür entschieden, weil sie dir in der Welt der kalten Wesen weiterhelfen werden. Wenn du auch in anderen Dingen unterrichtet werden möchtest, dann können wir darüber reden, aber weniger Fächer wird es nicht geben. Kampfkunst ist für deine eigene Sicherheit sowie, im Falle eines Krieges, notwendig. Fechten ist ebenso wie Tanzen eine alte Tradition und wir werden sie an dich weitergeben und sie selbst weiter ausleben. Denn unter dem Adel zeugt nicht nur der beeindruckende Tanz, sondern auch ein guter Kampf beim Fechten von hohen Ansehen. Um unsere Handlungen zu verstehen und unsere Taten zu akzeptieren brauchst du Hintergrundwissen über die Vergangenheit der kalten Wesen. Ebenso benötigst du die bis heute in Kraft stehenden Regeln der Vampire und ihrer Geheimhaltung, da der Tod als eine häufige Strafe, beim Missachten dieser Gesetze, ausgeführt wird. Mathematik gehört zum allgemeinen Grundwissen. Wir, und auch du, müssen mit Geld umgehen und allgemeine mathematische Probleme lösen können. Philosophie ist interessant und ich persönlich finde, dass es die Sicht auf viele Dinge verändern kann. Deswegen werde ich dich das lehren. Und zu guter Letzt haben wir noch Konzentrationsübungen. Ich glaube, dass ich dazu nichts weiter sagen muss. Du selbst möchtest schließlich über deine Verwandlung bestimmen!" Caesar war sprachlos. Ihre Väter hatten sich tatsächlich mit dem Thema befasst und beratschlagt. Irgendetwas in ihr regte sich und sie sah Marcus an. "Werde nicht wieder laut!", warnte Aro sie und der Braunhaarige pflichtete ihm mit einem Nicken bei. "Nein, es ist nur-", murmelte sie und sah unsicher zur Tür. Ein Gefühl der Sehnsucht kam in ihr hoch. "Was ist los, Große?", fragte Marcus und beugte sich zu ihr hinunter. "Das mit dem Unterricht ist die eine Sache, aber wann darf ich raus?", erkundigte sie sich unsicher. Auf den Gesichtern ihrer Väter bildete sich etwas Neues. Überraschung. "Ähm", kam es von Marcus und er sah zu seinem Freund, der ebenso sprachlos war. Kurz herrschte Stille.
"Was meinst du mit 'raus'?", fragte Aro nun sanft. "Ich möchte raus aus diesen Räumen, andere Zimmer sehen, an die frische Luft und spazieren gehen. Ich war jetzt in den Monaten, in denen ich bei euch war, nicht ein einziges Mal draußen in einem Wald oder ähnliches, um die Freiheit zu genießen", erklärte sie ihre Interpretation. "Das kommt in der Tat etwas unerwartet", murmelte Marcus. "Unerwartet?", rief Caesar und war Drauf und Dran erneut wütend zu werden. "Caesar! Bitte!", rief nun Aro streng, "Entgegen gebrauchter Respekt ist wichtig!" Sie verstand und besann sich wieder. Marcus schloss kurz die Augen und Aro übernahm. "Du darfst dann hinaus, wenn die Garde weiß, wer du bist, du deine Verwandlung unter Kontrolle hast und dich selbst wenigstens etwas selbstverteidigen kannst. Vorher wirst du höchstens in starker Begleitung gehen", antwortete Aro und sah seine Tochter dabei eindringlich an. "Und was definiert ihr unter 'stärker Begleitung'?", fragte Caesar murmelnd. "Mindestens vier aus der Garde!", antwortete Aro ohne mit der Wimper zu zucken. "VIER?", rief Caesar entsetzt. Marcus zuckte bei der hohen Lautstärke zusammen und Aro sah besorgt zu ihm. Marcus hob seinen Blick und sah zu Aro. "Komm her", wisperte er und schob seinen Stuhl etwas zurück. Das ließ sich der Braunhaarige nicht zweimal sagen. Einige Sekunden später kam er bei Aro an und setzte sich auf seinen Schoß. Sofort wurde er eng an den Oberkörper seines Freundes gedrückt. Aro küsste sein Ohr und strich ihm durchs Haar. "Schon okay", flüsterte er und Marcus lehnte sich mit geschlossenen Augen an ihn. So widmete Aro einen Teil seiner Aufmerksamkeit wieder seiner Tochter. "Ja, es werden dich vier Vampire aus der Garde begleiten. Außerdem wirst du uns vorher darüber in Kenntnis setzen!" Aros Stellung zu diesem Thema war eindeutig. Und Caesar zweifelte zu Recht daran, dass er sich das noch einmal anders überlegen würde...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt