46_Zeit

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"Ja, es werden dich vier Vampire aus der Garde begleiten. Außerdem wirst du uns vorher darüber in Kenntnis setzen!" Aros Stellung zu diesem Thema war eindeutig. Und Caesar zweifelte zu Recht daran, dass er sich das noch einmal anders überlegen würde...

Die Sonne ging auf und am Abend sank sie wieder. Tag für Tag. Es verstrichen Wochen, in denen Caesar die Gesetze lernte. Sie konnte nun mit dem Degen umgehen und schlug sich überraschend für ihre Väter gut im Kampfkunstunterricht. Caius überraschte es nicht. Er beobachtete sie beinahe durchgehend. Im Unterricht schenkte er ihr seine gesamte Aufmerksamkeit und während sie im Unterricht bei Marcus oder Aro saß, fand er meist immer eine Möglichkeit in der Nähe zu sein und ihrer Stimme zu lauschen. So war es auch schon vorgekommen, dass Aro ihn dabei erwischt hatte und eine Verwarnung gab. Doch das hielt Caius nicht von seinem Vorhaben ab. Mit jedem Tag bewunderte er dieses talentierte Mädchen mehr und mehr. So war es ein kleines Wunder, dass sie bei Mathematik einige Schwierigkeiten hatte und nicht selten Hilfe bei vielen Aufgaben benötigte. Aro zeigte sich diesbezüglich geduldig und stand ihr stets zur Seite. Nicht zuletzt, da Marcus oft in der Nähe war und ihm beruhigend über die Schulter oder den Rücken strich. Und auch benötigte Aro immer neue Ideen, was das Trainieren von Caesars Konzentration anging. Sie gab wirklich ihr bestes, aber nicht selten hatte sie starke Probleme. So war ihr schwarzhaariger Vater stets auf der Suche nach neuen Methoden, um sie seiner Tochter zu lehren. Marcus lehrte seine Tochter sowohl den traditionellen Tanz in all seinen Facetten, sondern auch das Klavier spielen. Kaum hatte er den Blick gesehen, dem sie dem Instrument zugeworfen hatte, wusste er um den stillen Wunsch seiner Tochter. Er ermutigte Caesar damit, dass sie nach zwei Dritteln der erforderlichen Unterrichtszeit, das letzte Drittel für das Klavier nutzen würden. Und so kam es, dass Caesar, wenn auch etwas unfreiwillig, dennoch ihr Bestes gab und die ersten Lieder auf dem Klavier lernte. In Philosophie dagegen, hatte Marcus es geschafft sie ohne anderweitige Versprechen zu begeistern. Es waren ihre liebsten Stunden und nicht selten saß sie einfach nur mit ihren Vater auf Balkon, den man vom Schlafzimmer ihrer Eltern betreten konnte, und philosophierten über Themen, die die meisten nicht einmal verstanden. Innerhalb von diesen Wochen wuchs Caesar psychisch über sich hinaus. Sie war zwar immer noch ein Teenager, aber dennoch war sie geistig sehr reif. Und diese Reife zeigte sich auch bei der Verwandlung. Sie konnte jetzt abends entscheiden, ob sie als Panther oder als Vampir die Nacht verbringen wollte. In Gegenwart ihrer Eltern schaffte sie es ein Vampir zu bleiben, auch außerhalb ihrer Gemächer. Und so kam es, dass Aro und Marcus es für den passenden Augenblick hielten, die Garde von Caesar offiziell in Kenntnis zu setzen.
Es war Freitagnachmittag und Caesar lief ungeduldig durch den kleinen Saal. Ihre Väter saßen ruhig an ihren Schreibtischen und arbeiten. "Caius wollte schon vor einer halben Stunde kommen", murmelte sie und lief zu den Fenstern. Aro stockte. "Caius?", fragte er knurrend, "Du hast ihn gar nicht erwähnt!" Es klang eher nach einem Vorwurf, als nach einer Tatsache. Seine Tochter ließ sich nicht beirren und meinte: "Hm, hab ich wohl vergessen. Er wollte mir etwas zeigen". "Etwas zeigen?" "Dad, jetzt mach bloß nicht wieder so ein Drama draus!", nuschelte Caesar. "Du bist meine Tochter und er ist unser Freund. Ich mache da ein riesen Drama draus!", rief Aro und schlug auf den Tisch. Just in diesem Moment klopfte es und nach einem "Komm herein, Caius", von Marcus, betrat Caius den Raum. Caesar sah wütend zu Aro, der wiederum sie warnend ansah. "Was für ein Problem gibt es?", fragte Caius überrascht. "Es ist gerade durch die Tür gekommen", knurrte Aro. "Ich habe eventuell vergessen meine Eltern zu fragen", gab Caesar zu. "Ihr habt eine Stunde, dann seid ihr ordentlich gekleidet hier oben und bereit für die Vorstellung!", sagte Marcus neutral und unterschrieb ein Dokument, ehe er es beiseitelegte. Kurz herrschte Stille. Aro und Marcus hatte sich darauf geeinigt, dass sie in Gegenwart ihrer Tochter immer einer Meinung waren, wenn es sich um sie handelte. So zeigten sie ihren gegenseitigen Respekt, ihre Gefasstheit und ihre Einigkeit. Auch wenn Aro nicht ganz mit Marcus' Entscheidung zufrieden war, so nickte er schließlich. "Aber ihr nehmt Alec und Jane mit!", befahl er und schrieb schließlich weiter. Caesar wollte protestieren, doch Aro sah sie mit einem Funkeln in seinen Augen an, dass ihr verdeutlichte, dass sie nehmen sollte, was sie bekam, bevor er es sich anders überlegte. Schnell nickte sie und murmelte ein leises: "Danke". Sie und Caius verließen den Raum und Aro sah zu Marcus. "Was war das?", fragte er und giftete seinen Lebensgefährten förmlich an. Marcus hielt beim Schreiben inne, bis er schließlich die Feder weglegte und Aro ansah. "Das Gleiche könnte ich dich auch fragen", antwortete er ruhig und sah zu Aro. Dieser sprudelte nur so vor Wut und brachte kein weiteres Wort raus. "Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass du schon zweimal sagtest 'Caius bekommt eine Chance'. Aber seit wir wieder in unseren Gemächern sind, führst du dich wie ein besessener, eifersüchtiger Vater auf", erklärte Marcus und machte eine Pause, wobei er Aro genau beobachtete, "Also würde ich gerne wissen, was dein Problem ist. Du missachtest unsere Abmachung und setzt nicht nur Caius, sondern auch Caesar unter Druck. Ich wollte dich eigentlich erst heute Abend direkt ansprechen, aber da dieses Thema früher aufkam, würde ich es gern jetzt von dir wissen!" Aros Wut verflog und er sah Marcus nun zweifelnd an. "Ich habe Angst, dass er sie verletzt", wisperte der Schwarzhaarige. Marcus sah ihm in die Augen. "Wir waren einst alle Freunde, wir waren Brüder. Caius und ich waren immer an deiner Seite. Jeder hatte seine eigene Vorstellung vom Schloss, der Garde oder den Gesetzen, aber wir waren dennoch immer an deiner Seite und haben dich bei allem unterstützt. Wir sind an deiner Seite in den Krieg gezogen und haben gekämpft. Dann sind wir ein Paar geworden. Und du willst mir damit jetzt sagen, dass ich dich verletzt habe. Denn Caius und ich sind ähnlich, aber wir stehen dennoch gleich. Und wenn du Caius zutraust, dass er Caesar, deine einzige Tochter, verletzt, dann sagst du mir damit, dass ich dich auch verletzen würde oder es sogar schon getan habe!"

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt