53_Feuer

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Doch Marcus lächelte leicht und zwinkerte ihnen zu, bevor er wieder seine Augen schloss und den friedlichen Morgen genoss. Friedlich verlief so der späte Morgen und Caesar war glücklich, dass sich ihre Väter nun endlich wieder versöhnt hatten. Und ein positiver Nebeneffekt war mehr Zeit mit dem blonden König...

"CAESAR!", hallte Aros Stimme durch das ganze Schloss. In einer Woche war der Frühlingsball und Caesar hatte es sich zur Aufgabe gemacht sich selbst auszuprobieren. Das hatte zur Folge, dass die Küche ein absolutes Chaos war, die Treppen voller Deko waren und die Wachen nicht wussten, wer was tun sollte. Gerade kam Aro von einer Besprechung und stand im Thronsaal, wo Santiago und Alec gerade den brennenden Vorhang löschten. Keine Sekunde später rannte ein schwarzer Panther an den Türen vorbei und wollte sich aus dem Staub machen. "CAESAR, DU KOMMST SOFORT IN DEN THRONSAAL!", schrie Aro voller Wut. Marcus ließ nicht lang auf sich warten und eilte zu seinem Partner. "Schatz, was ist los?", fragte er und lief langsam in den Saal. "Unsere Tochter hat ihre Feuerkünste an den Vorhängen getestet!", rief der Schwarzhaarige sauer und deutet auf das verkohlte Stück Stoff. Marcus sah von seinem Freund auf den schwarzen Vorhang. "Ich dachte, dass sie wenigstens davon die Finger lässt", murmelte er und sah zu Aro, "Wir besorgen sofort einen neuen, keine Sorge Schatz!" Aro ließ sich erleichtert von Marcus in den Arm nehmen. "Und ich dachte, dass meine Ansage vorgestern, am Mittwoch, gereicht hätte und eindeutig war!", flüsterte Aro verzweifelt. "Shhhh! Das wird schon. Jane besorgt einen neuen. Und was Caesar angeht...", seufzte Marcus, "Da müssen wir ihr deutlich die Grenzen zeigen!" "Sie ist gerade den Flur runter gerannt, als ich sie gerufen habe", nuschelte Aro. "Lass mich das klären, Schatz", flüsterte Marcus ihm ins Ohr. "Ich bitte darum. Bei mir scheint sie ja alle Grenzen zu ignorieren", bat Aro und die beiden lösten sich voneinander. "Caesar, ich weiß, dass du mich hörst", begann Marcus ruhig, aber man hörte deutlich die Ernsthaftigkeit heraus, "Ich gebe dir 30 Sekunden, dann will ich dich im Thronsaal sehen, ansonsten brennt nicht nur der Vorhang, sondern auch die Luft, Fräulein!" Der Braunhaarige legte seine Hände hinter seinen Rücken, während Aro sich auf seinen Thron setzte und sich komplett fertig mit den Nerven an den Stuhl lehnte. Noch im selben Moment kam Jane und bestätigte, dass sie ihrer Aufgabe mit höchster Priorität nachgehen würde. Sie selbst kannte Caesar nicht so gut, wie Demetri und Felix, aber nach der Vorstellung, vor zwei Monaten, fiel der junge Halbvampir nicht selten auch bei den anderen Wachen auf. "Und du denkst, dass sie jetzt kommt?", fragte Aro. "Vertrau mit und lehn dich zurück, Schatz!", nickte Marcus. Die Zeit lief. 27.... 28.... 29... Keine Sekunde später erschien ein schwarzer Panther in den offenen Flügeltüren ehe er sich in die junge Tochter verwandelte. "Papa?", fragte sie unsicher und sah von Marcus zu Aro und schließlich wieder zurück zu dem Braunhaarigen. Ihre Schritte waren vorsichtig und zögernd. "Du erklärst mir jetzt, was mit dem Vorhang passiert ist!", forderte er sie ernst, aber dennoch ruhig auf. "Ähm-Das war nicht mit Absicht", begann sie sich herauszureden. "Ich warte!" Caesar schluckte. "Ich bin ausgerutscht, mit einer Fackel in der Hand", sagte sie und ihre Väter sahen nicht nur an dem Gesicht ihrer Tochter, dass es eine glatte Lüge war, sondern auch am Vorgang selbst. Dort war nämlich nirgendwo eine Fackel aufgetaucht. "Ich warte immer noch!", warnte Marcus sie und unterbrach so Aros Versuch sich einzumischen. "Ich habe eines der Feuerzeuge aus der Kammer genommen", murmelte sie und biss sich auf die Lippe. "Weiter!" "Ich wollte es ausprobieren", gab sie schließlich zu. "AN DEN VORHÄNGEN IM THRONSAAL?", schrie Aro und erhob sich geschockt über die Wahrheit aus seinem Thron, "UND IN DER KÜCHE WOLLTEST DU KOCHEN LERNEN? UND MEINE DEKO HAST DU ZUM WEITWURF BENUTZT, ODER WAS SOLLTE DAS CHAOS?" "Dad, das war doch gar nicht so gemeint", versuchte sie es und ging einen Schritt Richtung Podest. "Und wie war es dann gemeint?", fragte Marcus und gab seinem Partner einen beruhigenden Blick, sodass dieser tief Luft holte und sich wieder setzte. Caesar biss sich erneut auf die Lippe. "Also... Naja... Das mit dem Chaos in der Küche tut mir leid. Es ist irgendwie passiert... Und das mit der Deko könnt ihr mir nicht vorwerfen. Wenn die ganzen Kartons im Weg stehen und ich meine Schnelligkeit trainiere, dann kann ich darauf keine Rücksicht nehmen!" Marcus sah an ihrer Haltung und ihrem Unterton, dass sie immer noch nicht den Ernst der Lage begriffen hatte. Aro massierte sich die Schläfen. Ja, das war in der Tat so, wie es beschrieben wurde. Teenager waren anstrengend. Und der Fakt, dass Caesar ein junger Halbvampir war, vergrößerte das Chaos um Meilen. "Caesar, du hast den Ernst der Lage nicht begriffen-", begann Marcus. "Aber Papa! Ich habe es sehr wohl-", rief seine Tochter dazwischen. "Unterbrich mich nicht!" Sein Ton war scharf und zog sich wie ein Messer durch zartes Fleisch. Alle hielten die Luft an. Selbst Aro hing nun an den Lippen seines Freundes. Caesar schluckte. "Du hast nicht begriffen, wie ernst es ist. Du missachtest Anweisung. Du rennst auf den Fluren mit hoher Geschwindigkeit. Du ignorierst deinen Vater und du unterbrichst mich!", rief Marcus mit fester Stimme. Es wurde kein Widerstand geduldet. "Wir werden jetzt hochgehen und dann unterhalten wir uns über deine Strafe!" Seine Tochter sah auf den Boden. Aro wurde schnell mal wütend, weswegen sie ihn nicht wirklich ernst nahm. Aber Marcus wies sie selten in die Schranken, so wie er es jetzt tat. Deswegen spürte sie diese Unsicherheit und diese Ungewissheit, wie sauer er war.
"Abmarsch!"
Ohne ein Wort des Widerspruchs folgte sie ihm hinauf in den Flügel. Aro ließ nicht lang auf sich warten und eilte ihnen nach. Allerdings stellte er erneut sicher, dass es der einzige Vorhang war, der Feuer gefangen hatte.
Eine Ansprache und eine Strafe, die der Panther nicht so schnell vergessen würde, folgten. Aro blieb dabei an der Seite seines Partners, der ihrer gemeinsamen Tochter die Ernsthaftigkeit so deutlich machte, dass sie sich danach sogar bei Aro für ihr Benehmen entschuldigte. Der nahm sie erleichtert, über diese Art von Eingeständnis, in den Arm und küsste ihre Stirn. Marcus trat herbei und umarmte sie ebenfalls. Eine kleine glückliche Familie...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt