42_Das Schloss

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"Ich habe dich auch unglaublich vermisst", hauchte er und beugte sich langsam zu ihr runter. Ohne lange darüber nachzudenken nahm Caesar sein Gesicht in ihre Hände und küsste ihn. Erleichtert atmete er aus und schloss die Augen. Wie sehr hatte er sich danach gesehnt, von diesem wunderbaren Mädchen so herzlich geküsst zu werden...

Er zog sie enger zu sich hoch und sie griff in seine Haare. Auch Aros Knurren konnte sie nicht unterbrechen. Marcus reagierte schnell genug und zog seinen bereits aufgesprungenen Freund an seinen Oberkörper. "Er darf sie nicht-", begann Aro, doch wurde durch Marcus' weiche Lippen unterbrochen. Ihm entfuhr ein genussvolles leises Seufzen, bevor er den Kuss erwiderte. "Ja genau", nuschelte Marcus und Aro griff nach Marcus' Haaren. Er wusste nach all den Jahrhunderten genau, wie er seinen Freund besänftigen konnte. Aro genoss diesen unerwarteten liebevollen Zungenkuss und schmiegte sich eng an Marcus. Zwei Meter weiter löste sich Caesar, um Luft zu holen. Caius beobachtete sie und als sich das Mädchen seufzend gegen seine Brust lehnte und zu ihren Vätern sah, umspielte ein glückliches Lächeln seine Lippen. Sein Blick ging zu seinen Freunden, die sich eng umschlungen küssten. Doch als Aro Caius' Blick auf sich spürte, beendete er den Kuss und lehnte sich mit geschlossenen Augen an Marcus' starke Brust. Caesar grinste Marcus dankbar an, der das mit einem Zwinkern quittierte. Die beiden verstanden sich im Thema 'Freund' auch ohne Worte!

"Ich denke es wird langsam Zeit für uns", wisperte der Braunhaarige und sah zu seinem Geliebten. "Ja, ich denke auch", murmelte dieser und öffnete seine Augen. Die beiden sahen lächelnd zu ihrer ahnungslosen Tochter. "Für was wird es Zeit?", fragte diese irritiert und löste sich von Caius' Körper. "Dir dein richtiges Zuhause vorzustellen!", verkündete Aro voller Freude. Caesar starrte die beiden mit großen Augen an und fragte: "Außerhalb dieser Tür?" Sie deutete auf die verbotene Tür. "Genau", nickte Marcus, "Außerhalb dieser Tür. Das hier ist eigentlich nur der Gästebereich!" Mit einem strahlenden Lächeln fiel sie ihren Vätern um den Hals. Die Eltern fingen ihre Tochter geschickt auf und nahmen sie gemeinsam in den Arm. Würde man diesen Moment einfrieren, dann würde er mit hoher Wahrscheinlichkeit zu den glücklichsten Momenten der kleinen Familie zählen...

Sie nutzen den Samstag voll und ganz aus. Zu aller erst zeigten sie Caesar das ganze Schloss und erklärte wo sie sich aufhalten durfte und welche Zimmer tabu waren. Sie war etwas überfordert mit so vielen Regeln und Informationen, was Caius bemerkte und kopfschüttelnd in sich hinein lachte. Das schien Aro aus seinem elanvollen Vortrag zu reißen, weswegen der Blonde einen Klaps auf den Hinterkopf von Marcus bekam. Aro bedankte sich mit einem Wangenkuss und sah dann zu seiner überforderten Tochter. "Dad, das ist zu viel auf einmal, das merke ich mir nie!", jammerte sie und sah ihn flehend an. "Oh doch! Das wirst du dir merken, mein Schatz! Denn ab nächster Woche werden dein Vater und ich dich unterrichten und wir schreiben darüber einen Test!", antwortete Aro streng, weswegen Caesar ihn fassungslos ansah. "Aber Dad, dass-", begann sie. Aro sah sie streng an und schien nur darauf zu warten ihr eine Standpauke zu erteilen. Marcus legte Caesar seine Hand auf die Schulter und drückte leicht zu. So bekam er sofort die Aufmerksamkeit seiner Tochter. Er sah sie warnend an und schüttelte den Kopf. So begriff Caesar, dass es besser war still zu bleiben. Etwas sauer über die Tatsachen nächste Woche nicht mehr nur mit Caius Zeit zu haben, sondern auch noch unterrichtet zu werden und ganz offenbar ihren Vätern unterlegen zu sein. Aro nickte zufrieden über ihre, wenn auch nicht ganz freiwillige, Einsicht und fuhr mit seinem Vortag fort. Caius wollte zu Caesar, doch Marcus griff fest in seinen Nacken und sah ihn drohend an. Sofort spürte der Blonde und lief weiter. Marcus wollte, dass Caesar sich konzentrierte, wenn Aro oder er ihr etwas erklärten. Caius würde sie nur ablenken. Ganz Unrecht hatte er nicht, denn genau das war Caius' Plan. Doch auch während der nächsten Stunde blickte Marcus jegliche Versuche ab. Mittlerweile hatte Caesar das mitbekommen und sah immer wieder zu ihrem Vater oder Caius. Doch auch sie konnte daran nichts ändern. Denn Aro legte ihr, nach einem kurzen Blickkontakt mit Marcus, eine Hand fest auf die Schulter und bekam durch einen leichten unangenehmen Druck erneut Caesars Aufmerksamkeit. Als die Sonne langsam begann unterzugehen, endete die Tour im Nordflügel. Man betrat durch die geschmückte Tür einen gigantisch großen Raum. Gegenüber waren riesige Fenster mit Gardinen. Direkt links war eine gemütliche Runde aus Sesseln und Sofas um einen Couchtisch und einen Kamin herum. Weiter hinten links und rechts befanden sich jeweils zwei Türen. Links ging es ins Schlafzimmer des Paares und in deren Badezimmer. Allerdings ging es rechts in Caesars neues Schlaf-sowie Badezimmer. Rechts mittig war außerdem auch ein großer Eichenschreibtisch mit Papieren und einem Haufen Arbeit. Und wurden die Wände nicht von einer Tür "durchbrochen", so erstreckten sich überall Bücherregale bis zur Decke des hohen Raumes, der an einen Tanzsaal erinnerte und dennoch etwas gemütlicher war. Rechts, neben dem Schreibtisch links, war eine Ecke zum Lesen mit einigen Sitzsäcken. Caesar ließ sich geschafft und überwältigt auf eines des Sofas der Länge nach fallen und schloss die Augen. "Das war vielleicht viel auf einmal, aber es war wichtig und du lernst dabei auch gut", meinte Marcus ruhig. Er und Aro zogen sich die Jacketts aus und atmete erleichtert aus. "Ich wünsche eine angenehme Nacht", verabschiedete sich Caius mit einem sanften Lächeln und ging hinaus. Auch er war von dieser Tour erschöpft und sehnte sich nun nach ein wenig Ruhe. So war es kein Wunder, dass er erleichtert aus atmete, als er seinen Flügel des Schlosses betrat. Es war still. Kein Aro, der redete. Kein Marcus, der ihn zurecht wies. Und so ging für Caius auch dieser Tag zu Ende. Er zog sich bequeme Sachen zum Schlafen an und lief ins Schlafzimmer. Dort legte er sich auf die Matratze. Als er die Augen schloss dachte er an Caesar. Doch die beiden werden sich erst morgen wiedersehen...

"Because we love you!" ~Volturi Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt