19. Kapitel: Jamie Rodríguez

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Ich hatte damit gerechnet, dass der Fall publik wurde.

Trotzdem hatte ich gehofft, dass wir etwas mehr Zeit hatten, bis es losging. Ja, den Plan hatte ich ohne Enisa gemacht. Anders machte es keinen Sinn. Denn von uns kam nichts dazu. Von ihr schon.

Vor einer Woche tauchte ein Artikel auf, in dem sie zu der Klage Stellung nahm. Wo es fraglich war, ob das legal war.

Auch wenn sie bis jetzt „noch" nichts Falsches gesagt hatte.

Sie hatte aktuell nur die übliche Leier runtergetragen.

Sie habe damit gerechnet und es sähe ihm ähnlich, dass er so reagierte. Ja, wenn es nur so wäre!

Ryan war derjenige, der ihr am Liebsten an dem Tag, als das Urteil fiel, eine Klage um die Ohren geworfen hätte. Nur, dass es nichts brachte, wenn er das tat.

Es musste von Chris kommen.

Und er war niemand, der gleich vor Gericht ging. Er suchte vielmehr die Schuld bei sich. Bei ihm hatte ich den Eindruck, dass er wirklich dachte, es läge an ihm. Dass er nicht fähig war, Marys Vater zu sein.

Und wenn sie ihn je gekannt hatte, wüsste sie das.

Leise atmete ich auf, sah Chris an, der neben mir saß. Er wirkte verdammt nervös. Sein Kiefer spannte sich an. Immer wieder fuhr er sich durch die Haare, tippte mit den Fingern auf dem Tisch herum. Man musste kein Psychologe sein, um zu sehen, dass er Panik hatte.

„Chris.", sagte ich leise. „Lass das, okay?"

Er schluckte, sah mich an. Seine Augen wanderten hektisch durch den Raum. Von rechts nach links. Zurück zu mir – zu Ryan, der hinter ihm saß.

Es nervte mich immer noch, wenn ich nur daran dachte. Es wäre mir so lieber, wenn sie auch hier vorne säßen. Das kam mir nicht richtig vor. Immerhin ging es hier auch um sie!

Die zwei hatten ein Recht, hier vorn zu sitzen.

Sah der Staat Florida wohl nicht so ...

Weil es eine Klage zwischen Chris und Enisa war.

Ich sah kurz zu Ryan. Sein Blick sprach Bände. Es hätte mich nicht gewundert, wenn er aufgestanden und trotzdem vor gegangen wäre. Einfach nur, damit Chris hier nicht „allein" war.

Wieder sah ich zu Chris, der nur noch nervöser wirkte.

„Chris.", sagte ich nochmal.

Er biss sich auf die Unterlippe, blickte zurück zu mir. Kurz atmete er durch, sah auf den Tisch.

„Tut mir leid.", murmelte er. „Ich bin nur ..."

„Ich weiß. Aber bleib ruhig, ja? Dir kann man nichts vorwerfen."

Er nickte wieder, legte seine Fingerspitzen aneinander.

„Ich versteh langsam, was Ryan meint, dass du dich ständig entschuldigst." Ich sah ihn an. „Lass mich machen. Ich krieg das hin."

Er hob den Blick, nickte. Dabei sah er aber nicht aus, als würde er mir das glauben.

Bei anderen würde mich das jetzt echt sauer machen.

Nur war mir klar, dass es bei ihm ein anderer Grund war. Es lag schlichtweg daran, dass er zu sehr an sich zweifelte. Nicht an mir – oder meinem Team.

Er suchte die Schuld nur durchgehend bei sich. Und war sich nicht sicher, ob er das konnte. Nicht, dass er es schlimmer machte.

Was auch der Punkt war, wieso sich Ryan solche Sorgen machte. Er hatte Angst, dass es zu viel für ihn war. Offenbar war Chris in letzter Zeit nicht mehr allzu stabil ...

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