Sara Cassidy kam mir heute ... irgendwie nervös vor?
Es war, als ... wüsste sie nicht, was sie hier tat. Oder, als sei es ihr unangenehm, was sie tat.
Sie biss sich auf die Lippe, knetete ihre Finger. Leicht drehte sie an ihren Ringen herum, an ihrer Uhr. Wenn ich sie ansah, könnte sie einem beinahe leid tun.
Aber nur fast. Denn dummerweise vertrat sie Enisa.
Ihre Hände krampften sich zusammen.
Sie hob den Blick, sah durch die Reihen, zupfte an ihrem Kragen herum. Dann strich sie sich die Haare über die Schultern, blickte wieder auf den Tisch vor sich. Man sah ihr die Anspannung an.
Auch wenn ich absolut nicht wusste wieso.
In der Unterredung war mein Antrag nochmal abgelehnt worden.
Ich wollte ja nicht mal, dass sie das Urteil aufhoben. Es ging nur darum, dass Mary da raus war, bis der Prozess vorbei war. Aber nein. Ich sollte diese Beweise vor Gericht zeigen und dann sah man weiter.
Na danke.
Im Moment lief für sie alles nach Plan. Auf jeden Fall kam es mir so vor, als müsste ich hier mehr einstecken. Also machte es keinen Sinn, dass sie so angespannt war.
Auch wenn das gut für mich wäre. Nur kam es mir seltsam vor. Selbst wenn sie nervös war ... warum zeigte sie es so offen?
Ich setzte alles daran, dass man mir meine Emotionen nicht ansah. Vor allem nicht wenn ich vor Gericht war. Und ich schätze sie so ein, dass sie es ähnlich handhabte. Auf jeden Fall ... wirkte sie so auf mich.
Oder ich zog nur weiter zu viele Vergleiche zu Kat ...
Wieder wandte sie sich um. Ihre Hände verkrampften sich. Sie sah durch die Reihen, zupfte an dem Kragen ihrer Bluse herum. Leicht strich sie sich die dunklen Haare über die Schulter, dann wieder zurück.
Ihr roter Lippenstift war inzwischen vollständig abgekaut.
Wenn ich sie so ansah, wirkte es fast schon so, als suche sie jemanden. Wie einen Zeugen. Das würde Sinn machen. Denn so, wie ich das mitbekam, gingen ihr genau diese aus.
Zwei ihrer Zeugen standen jetzt schon nicht mehr auf der Liste.
Melvin Dembrowski und Alexa Harris.
Auch wenn es mich wurmte, dass ich Miss Harris nicht befragen durfte. Laut Chris gab es da mal einen Zwischenfall. Und genau deshalb ergab es Sinn, dass Cassidy sie von der Liste nahm. Das war wohl das Beste, was sie tun könnte. Ich hätte es nicht anders getan.
Nur ... hieß das nicht, dass sie nicht unser Zeuge sein könnte.
Kurz drehte ich mich um, sah zu Hayden, der hinter mir saß.
„Sag mal ... haben wir was von Alexa Harris gehört?"
Er hob die dunklen Brauen, sah mich an.
„Nein, aber von ihrem Anwalt. Sie will damit nichts zu tun haben. Und wenn wir uns bei ihr melden, verklagt sie uns."
Alles klar ... dann wäre das auch erledigt.
Kurz schloss ich die Augen, atmete durch. Als ich sie wieder öffnete, hob ich den Blick, sah zu Ryan, der neben mir saß. Er hob eine Braue, sah mich an.
Er musste es nicht sagen. Mir war klar, dass er noch sauer war. Und ich konnte ihn verstehen. Es war absolut nicht ideal, dass ich bei der letzten Verhandlung nicht da war. Nur hatte ich keine andere Wahl. Und mir war auch bewusst, dass er das nicht so sah. Er hatte nur bis jetzt noch keine Chance mir zu sagen, was für eine Scheiße ich machte.
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Mary
De TodoFortsetzung zu: Die Idee von Glück https://www.wattpad.com/story/189409523-die-idee-von-glück Sechs Monate sind seit dem Prozess zwischen Enisa und Chris vergangen. Während Ryan, Chris und auch Bill versuchen mit Hilfe von mehrere Therapeuten, ihr L...
