Kapitel 46 - Peter Quill

1.6K 89 4
                                    

Dieser Oneshot ist- mehr oder weniger- auf Wunsch von drarry48 entstanden

Peter und du seit beide Mitglieder der Guardians.
Zeitliche Einordnung: irgendwann zwischen Gotg 1 und 2

„Ich bin Groot"

Seufzend drehst du dich in der Tür um. „Nein, Groot. Ich lese dir keine Gute-Nacht-Geschichte mehr vor." Traurig senkt er seinen Kopf. „Ich bin Groot". Lachend schaltest du das Licht aus. „Ja ja, ich hab's verstanden: du bist traurig. Aber ich les dir jetzt nichts mehr vor. Also gute Nacht, schlaf gut" sagst du ins Dunkle und bekommst ein „Ich bin Groot" als Antwort. Er hat dir auch eine gute Nacht gewünscht.

Langsam läufst du durch den Milano in Richtung Cockpit. Schon bevor du den Raum betrittst, hörst du Quill's und Rocket's laute Stimmen. Die Augen verdrehend biegst du um die Ecke und siehst die beiden Streithähne, Gamora steht genervt daneben. Grinsend stellst du dich neben sie. „Worum geht's diesmal?" fragst du leise. „Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung und ich glaube sie wissen's selber nicht" kommt es ebenso leise zurück. Ein kurzer Seitenblick zu ihr reicht und ihr habt euch verständigt. „Hey Rocket, komm wir gehen schlafen, es ist spät. Außerdem wollte ich dich noch fragen, ob-" ruft sie laut. „Hey Quill, hast du nicht die Nachtschicht?" wendest auch du dich an Peter. Und mal wieder klappt es. Zwar wirft Rocket seinem Gegenüber noch einen letzten bösen Blick zu, da dieser ihn gerade wieder als Waschbär bezeichnet hat, verschwindet dann aber mit Gamora im hinteren Teil des Schiffes um sich langsam hinzulegen.

Peter dreht sich seufzend zu dir um. „Ja, da hast du recht. Die habe ich- Lust mir Gesellschaft zu leisten?" wendet er sich an dich. Grinsend nickst du. „Aber natürlich. Ich setze mich gerne noch ein paar Stunden neben meinen lieben Freund, auch nach einem so anstrengenden Tag." Auch er muss lächeln. „Sehr witzig."

Der Star-Lord setzt sich ins Cockpit und fängt an ein paar Schalter zu drücken. Seufzend lässt du dich neben ihn in den Co-Pilot-Sitz fallen. „Wir müssen also zum Heimatplaneten der Sovereigns. Das dauert bis zum nächsten Sprungpunkt. Hm- mindestens 12 Stunden" murmelt er vor sich hin. Er legt ein paar Schalter über sich um und drückt dann noch ein paar Knöpfe vor sich. „Aber wenigstens ist das keine komplizierte Flugbahn, das kann bald sogar der Autopilot übernehmen." Dann dreht er seinen Kopf zu dir. „Und jetzt zu dir: warum erträgst du mich freiwillig noch länger?" fragt er grinsend. „Ach, du siehst einfach immer nur so unglaublich heiß aus, wenn du dein Raumschiff steuerst" antwortest du, ebenfalls grinsend.

Diese Antwort bringt ihn kurz aus dem Konzept und er muss sich kurz fassen. „Okay, damit habe ich nicht gerechnet" gibt er zu. „Tja, ich bin eben doch schlagfertiger als du" neckst du ihn weiter woraufhin er dich empört anschaut. „Hey! Ich bin mit dir zusammen, weil du die einzige bist die mich erträgt, nicht weil du mich ärgerst."

Schmunzelnd schaust du zu ihm. „So schlimm bist du doch gar nicht. Aber ich liebe dich auch, Quill. Und jetzt konzentrier' dich aufs Steuern, nicht aufs Flirten." Lachend schaut er wieder nach vorne. „Mach ich".

Und dann ist erstmal Stille. Er konzentriert sich tatsächlich erstmal aufs Fliegen und du schaust einfach nur nach draußen. Auch nach keine Ahnung wie vielen Jahren hier draußen ist die Galaxie immer noch einfach unglaublich. Unglaublich weit. Unglaublich schön. Unglaublich beeindruckend.

„Ich könnte die ganze Zeit einfach nur nach draußen schauen" schwärmst du. „Tust du auch" kommt es nüchtern von links. „Sehr witzig. Aber jetzt mal in echt: hast du keine Momente, wo du einfach nur deine Blicke schweifen lässt und dich im Unendlichen der Galaxie verlierst?" fragst du ihn. „Doch, natürlich. Aber dann schaue ich nach rechts und sehe etwas noch viel Schöneres" kommt es zurück. Du verdrehst die Augen. „Du bist heute wohl wirklich auf Schmeicheln aus, nicht wahr? Hast du was verbrochen oder was ist los?" willst du wissen. Er murmelt ein „ne, einfach nur so" zurück, doch du kannst auf einmal hören, das etwas nicht stimmt.

„Hey Peter, was ist los?" erkundigst du dich vorsichtig. Er meidet den Blickkontakt und schaut einfach nur starr geradeaus. Sanft legst du ihm eine Hand auf die Schulter. „Komm, red mit mir. Was ist los? Was ist passiert?". Peter atmet tief ein, betätigt den Autopilot und dreht sich zu dir. „Während du in der Galaxie nur das Unendliche, das Schöne siehst, ist sie für mich nicht nur das. Wenn ich in die Ferne schaue, muss ich immer an die Erde denken. An meinen Heimatplaneten. An meine Mutter."

Die letzten Worte sind nur noch geflüstert doch du hast ihn trotzdem gut verstanden. „Ich habe kaum noch Erinnerungen an sie und das, woran ich mich erinnere, bricht mir jedes Mal das Herz. Ich vermisse sie so...". Vereinzelt kullert ihm eine Träne über die Wange. Es war selten, dass du deinen Freund weinen siehst. Meistens kennt man nur das Aufgedrehte, Lustige von ihm, doch du kanntest auch seine andere Seite. Seine liebevolle, zärtliche und auch verletzliche Seite. So zeigte er sich nicht vielen. Zögernd streckst du ihm deine Hand entgegen und ziehst ihm aus seinem Stuhl. „Komm, wir gehen schlafen" forderst du ihn auf. Halbherzig wehrt er sich: „Ich habe doch die Nachtschicht, ich kann nicht ins Bett."

Schnell vergewisserst du dich, dass der Kurs richtig eingestellt ist und der Autopilot auch wirklich an ist, bevor du ihn in Richtung eures Zimmers schiebst. „Wir sind frühestens in 12 Stunden am Sprungpunkt, das hast du selbst gesagt. Der Kurs sieht unkompliziert aus und du bist nicht der erste, der seine Nachtschicht nicht einhält. Ich erinnere an Drax, der mitten in einem Asteroidenfeld seine Schicht abgebrochen hat und schlafen gegangen ist. Also sollte das klar gehen. Und noch dazu bist du so sowieso nicht in der Lage, klar zu denken und zu fliegen, du krachst uns nur noch in irgendeinen Felsen."

Leise schließt du die Tür hinter euch und schälst dich endlich aus deinen Klamotten. Du trägst immer noch deinen Kampfanzug von eurer heutigen Mission. Auch Peter zieht seine Jacke, Schuhe und Hose aus und nimmt seinen „Helm" ab, den er immer hinter seinem Ohr hat. Zärtlich schlingst du deine Arme von hinten um ihn und drückst dich an ihn. „Es ist okay, Peter. Ich weiß, wie sehr du sie vermisst. Aber dir steht keine Schuld zu. Du warst jung und es war Krebs, du kannst nichts dafür. Ich weiß wie schwierig das für dich ist, aber ich gebe mein Bestes und probiere immer für dich da zu sein" murmelst du in sein Ohr. Sachte löst er sich aus deiner Umarmung und dreht sich zu dir um. Er legt seine Hand an deine Wange und streicht dir eine Strähne aus dem Gesicht. „Das weiß ich und vor allem weiß ich es auch zu schätzen. Es gibt keinen, der so für mich da ist wie du und du weißt, wie unglaublich dankbar ich dir dafür bin. Ich liebe dich, d/n" flüstert er gegen deine Lippen bevor er dich sanft küsst.

Wie schon erwähnt: es war seine liebevolle und zärtliche Seite, die du so an ihm liebst und bei der du dich jedes Mal aufs Neue in ihn verliebst, wenn er sie zeigt. Langsam küsst du ihn zurück und ziehst ihn am Nacken zu dir. Er legt ebenfalls seine Hände auf deine Hüfte um dich bei sich zu halten. Als hätte er Angst, du würdest gehen.

Tatsächlich küsst ihr euch nicht oft, obwohl ihr seit 2 Jahren in einer Beziehung seit. Er war eher der lange-Umarmungen- und Stunden-lang-kuscheln-Typ, auch wenn man das nicht direkt von ihm erwartet. Doch wenn eure Lippen mal wieder den Weg zueinander fanden, war es jedes Mal magisch und ihr legt dann beide all eure Liebe für den anderen in diesen Kuss. Genauso wie dieses Mal.

Als ihr euch löst, braucht ihr keine Worte. Ihr wisst beide, dass dies wieder so ein seltener und ein Kuss voller Liebe war. Ein Gähnen deinerseits unterbricht euren intensiven Blickkontakt und bringt euch beide zum Lachen. Grinsend lässt du dich ins Bett fallen, in welches dir Peter keine 2 Sekunden später folgt. Behutsam legt er die Decke über euch beide und schmiegt sich dann von hinten an dich. Es waren Momente wie dieser, in denen du einfach überglücklich warst, ihn an deiner Seite zu haben. Genau wie er.

Übrigens danke für 17K READS!
Das waren jetzt 7k Reads in 2 Wochen, das ist einfach nur unglaublich. Vielen Dank euch allen <3

𝗺𝗮𝗿𝘃𝗲𝗹 𝗼𝗻𝗲𝘀𝗵𝗼𝘁𝘀Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt