LEUTEE. Ich möchte mich kurz halten, also VIELEN DANK für das ganze Feedback, ich heulte hier grad alter, wie hammer ihr alle reagiert habt, ich liebe es!
Ach ja, noch etwas. Zu den Updates. Ich habe schon ein wenig vorgeschrieben und die Kapitel werden wohl erstmal täglich kommen, mal sehen, wie ich da hinterherkomme. Hab die Kommentare noch garnicht alle durch, aber ich wollte euch jetzt auch nicht ewig warten lassen, also bitte schön, Kapitel 2. Küsschen.
(Sorry, falls Formatierungsfehler drin sind, ich hab das Kapitel mit dem Smartphone, anstatt wie sonst mit dem Laptop gepostet.)
Kapitel 2
Der Bus hielt an der Haltestelle und Sahra stieg aus. Es waren noch fünfzehn Minuten bis Vorlesungsbeginn und so genoss sie auf dem Weg zum Gebäude die morgendlichen Sonnenstrahlen auf ihrem Gesicht und den frischen Wind, der ihre Beine kitzelte. Sie würde noch bei ihrem Spind vorbeischauen. Seit dem Wochenende vermisste sie ihre Reiseausgabe von Faust. In dieser Wohngemeinschaft verlegte man mal gerne etwas.
Als sie in den Flur einbog, in dem sich ihr Spind befand, wollte sie eigentlich sofort wieder umdrehen. Christian, Marco und so ein Junge, dessen Namen sie nicht kannte, standen genau auf der Höhe ihres Spinds herum und quatschten.
Aber Faust war ihr wichtiger als diesen Typen aus dem Weg zu gehen und so lief sie langsam den Flur herunter zu ihrem Spind. Die drei Studenten schenkten ihr glückerweise keine Beachtung und Sahra durchsuchte ungestört die untiefen der Metallbox – sie hortete hier so viele Bücher, da bestand unbedingter Aufräumbedarf.
Die drei laberten über NFTs und Sahra hatte allein vom Zuhören schon so einen Puls. Außerdem machte dieser eine Junge, dessen Namen sie nicht kannte, den Eindruck als hätte er null Ahnung und ließe sich gerade von diesen Crypto Bros bequatschen.
Das Kapital von Karl Marx fiel ihr entgegen und sie überlegte, ob sie das diesem Lindner um die Ohren schlagen sollte. Sie war von ihrer Grundeinstellung her Pazifistin, aber dieser Kerl brachte das schlechteste in Menschen hervor. Schließlich fand sie ihre Ersatzausgabe von Faust und hielt sie einen Moment lang triumphierenden in den Händen.
Mit ein wenig zu viel Schwung schlug sie die Tür ihres Spindes zu und erregte so unglücklicherweise die Aufmerksamkeit von Christian Lindner, der sich einen Spruch nicht verkneifen könnte. „Na, na, da ist jemand aber schlecht drauf, was?“
Er kam ein paar Schritte auf sie zu. Für ihren Geschmack stand er viel zu nahe, aber Sahra wich nicht zurück. „Eure Kapitalismusliebe kotzt mich an“, meinte sie trocken.
„Hört, hört“, grinste Christian und sah kurz zu Marco um einen Blick mit ihm auszutauschen.
„Außerdem ist das ein Schneeballsystem. NFTs, meine ich. Ihr hofft doch auch nur auf jemanden, der dümmer ist als ihr und noch mehr Schotter einen ziemlich wertlosen Link ausgibt, den ihr zuvor erworben habt.“
„Oh, da hast du aber noch nicht mit Alice gesprochen“, Christian grinste, Sahras Blick verriet ihre Überraschung, „– da schaust du, was? Niemand weiß, wie viel sie damit verdient hat. Man spekuliert in unseren Kreisen nur.“
„Quatsch nicht so blöd.“ Sahra hoffte irgendwie, dass das nicht stimmte. NFTs waren ja schon ne red flag – aber nicht die gute Art. Sie brachte jetzt etwas Abstand zwischen sich und Christian.
Wie der Zufall es so wollte, kam genau in diesem Moment Alice vorbeigelaufen, mit einem Buch unterm Arm und ihrem Blick gesenkt, fast wie, um nicht entdeckt zu werden. Doch Christian bemerkte sie und sprach sie gleich mal an.
„Hey Lille!“
Alice fühlte sich ertappt, sie blieb stehen und drehte den Kopf zu Christian, der blöd grinste.
„Sahra hier glaubt mir nicht, dass du auch ein Kapitalistenschwein bist. Sag ihr mal, was du mit NFTs schon verdient hast.“
Alice wägte kurz ab, ob der Aufreger sich jetzt mit Lindner zu unterhalten der Mühe wert war – mit Sahra zu reden, war es allemal. Also machte sie sich demonstrativ langsamen Schrittes auf den Weg zu den beiden.
„Ja hallo, Sahra.“ Sie lächelte und bekam ein Lächeln zurück, dann drehte sie sich Christian zu: „Erstens, fuck off, Chrissi. Zweitens“, und jetzt sprach sie zu beiden, „das einzige was ich als NFTs verkaufe ist wertloser Scheißdreck – also so wie 99 Prozent der Leute.“ Alice grinste.
Sahra legte ihre Stirn in Falten und Christian wollte gerade nachhaken, als Alice von selbst präzisierte: „Sagen wir es mal so. Wer ungefragt ein Dick Pic schickt, kann es sich ein paar Stunden später gerne zurückkaufen. Oder es wird an den Höchstbietenden verkauft und dann an ihre Eltern geschickt. Ich kenn halt meine Zielgruppe.“
„Das klappt doch nicht wirklich?“, wollte Christian wissen; auch Sahra war überrascht.
Alice konterte, „Frag doch mal ein paar deiner Kollegen, ob das klappt.“
„Über welches Wallet tradest du das zwischen?“
„Sag ich dir doch nicht.“ Sie wendete sich an Sahra: „Ich mach das übrigens auch für andere Frauen. Ist sozusagen Charity work. Aber man muss schon den Beweis bringen, dass es nicht angefordert war – soll ja so Leute geben, die das machen“, Alice gab ihre schauspielerische Leistung zum Besten und machte Würgegeräusche.
Dann beendete sie ihren Satz: ich bin ja keine Männerhasserin“, und zwinkerte Sahra zu. „So. Noch Fragen?“
Sahra schüttelte den Kopf, sie hatte bis jetzt kein Wort gesagt. Diese Frau verschlug ihr die Sprache. Christian grinste nur und verneinte.
„Okay, dann muss ich jetzt noch schnell in die Bib. Wir sehen uns.“
„Tschau“, das war das erste Wort, das Sahra in dem ganzen Gespräch herausbekommen hatte. Alice lächelte und verließ sie dann.
„Da hats einer aber die Sprache verschlagen“, stellte Christian grinsend fest und sah Sahra zu, die Alice immer noch hinterherschaute. „Alter, kann es sein, dass du in sie verschossen bist?“
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Bundestag College AU
FanfictionDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
