Kapitel 65
Ein forderndes Miauen, begleitet von einem leichten Druckgefühl auf seinem Brustkorb weckte Cem am Sonntagmorgen. Wobei, als er auf die Uhr sah, stellte er fest, dass es fast schon Mittagszeit war. Er vernahm ein regelmäßiges Atmen und sah neben sich, wo Annalena noch friedlich schlief.
Cem erinnerte sich an die Nacht zurück. Annalena war so selbstlos gewesen und hatte Christian und Robert ihr Zimmer zum Schlafen angeboten; sie selbst wollte die Couch im Wohnzimmer nehmen. Aber Annalena hatte sich gegen halb fünf zwei Mal übergeben, das hat Cem Sorgen bereitet und er wollte sie in der Nähe haben, falls etwas passierte.
Es muss ja noch ziemlich ereignisreich gewesen sein gestern Nacht, auch wenn er sich nicht mehr hundertprozentig an alles erinnern konnte. So richtig eskaliert wie bei Annalenas und seiner Geburtstagparty (die sie auf ein Wochenende gelegt hatten, damit sie zusammen feiern konnten) letztes Jahr war es aber nicht. Bastet miaute schon wieder und fing an ihren Kopf gegen sein Gesicht zu drücken. Sie hatte Hunger.
„Ich bin schon wach", flüsterte er und nahm sie von sich runter, damit er aufstehen konnte. Dann schlurfte er Richtung Küche, um seine kleine Maus zu füttern. Als er am Badezimmer vorbeikam vernahm er ein leises Kichern durch die Tür, das ihn kurz innehalten ließ.
„Shh, die anderen schlafen noch."
Als Cem kapierte, was da drinnen wohl vor sich ging, beeilte er sich in die Küche zu kommen. Es sah ein bisschen so aus, als hätte eine Waschbärenbande ihnen einen Besuch abgestattet; das aufzuräumen würde auf jeden Fall ein bisschen dauern.
Er kümmerte sich jetzt aber erst um Bastet, die mittlerweile schon auf den Tresen hochgesprungen war, um ihrer Bitte nach Futter Nachdruck zu verleihen. Nachdem die Katze versorgt war, sah Cem sich nach ein paar Brötchen zum Aufbacken um, die er schließlich auch fand und in den Ofen legte.
In der Spiegelung des Glases stellte er fest, dass seine Haare noch grün waren! Er hoffte, dass sich das gut rauswaschen ließ, er hatte nämlich nicht wirklich Lust am Montag mit grünen Haaren Fußball zu spielen.
Cem schaltete den Ofen ein und als er sich umdrehte blieb im beinahe das Herz stehen. Alice stand da plötzlich am Tresen und lächelte ihn an. „Man, schleich dich bitte nie wieder so an, Lille."
„Tschuldigung. Guten Morgen. Kann ich dir denn bei irgendwas helfen?" Sie rückte ihre Brille zurecht.
„Du kannst mir gerne helfen den Esstisch abzuwischen und dann zu decken, danke."
Alice nickte und ging zum Waschbecken, um sich einen Lappen zu holen. „Wie hast du geschlafen?"
„Relativ gut. Ich fühle mich beinahe ausgeruht." Cem grinste und holte die Kanne für den Kaffee aus dem Schrank. „Und du?"
„Hab mich schon mal besser gefühlt, aber ich kann mich nicht beschweren. War noch was mit Annalena, gestern Nacht?" Lille klang ziemlich besorgt.
„Sie hat soweit ich weiß durchgeschlafen wie ein Baby. Und auch nicht mehr gespuckt."
„Gut." Alice nickte und machte den Lappen ein bisschen mit Spülmittel voll.
„Wo hast du Sahra gelassen?" Cem wusste, dass sie Langschläferin war, und vor allem nach so einem Abend verübelte er es ihr auch nicht. Er schaltete den Wasserkocher ein, dann räumte er ein paar Flaschen zurück in ihre Kästen.
„Sie schläft noch."
Alice verschwand ins Esszimmer und Cem räumte noch ein bisschen herum, dann kochte er Kaffee auf. Als Alice zurückkam, hatte er die Teller und das Besteck für den Tisch bereits herausgestellt.
DU LIEST GERADE
Bundestag College AU
Fiksi PenggemarDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
