Kapitel 34

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Guten Abend! Sorry, dass ich heute so spät dran bin, bin grad etwas im Stress. :) Das Kapitel ist wieder ein bisschen kürzer, aber ab nächste Woche werden sie dann wieder etwas länger. x


Kapitel 34


Die Sonnenstrahlen weckten Alice am Sonntagmorgen. Sie hatte vergessen die Rollläden runterzulassen. Na toll. Alice wischte sich eine Strähne aus dem Mund, streckte sich und gähnte. Wie spät war es wohl? Langsam erinnerte sie sich wieder an letzte Nacht.

Sofort griff sie nach ihrer Brille und dann nach dem Smartphone, um zu checken, ob Sahra schon geschrieben hatte. Keine neue Nachricht von Sahra. Schade. Aber es war auch erst zehn vor acht, vielleicht schlief sie noch.

Also übernahm Alice das mit der Guten-Morgen-Nachricht.

„Guten Morgen Sahra. Ich hoffe du hast schön geschlafen und bist gut ausgeruht. Melde dich doch später bitte mal, wenn du Zeit hast. Ich wünsche euch einen schönen Sonntag."

Sie sah die Nachricht an. Da fehlten definitiv Emojis! Aber was sollte sie denn bitte für eins nehmen? Den Sonnenaufgang? Ne, das war ein bisschen cringe. Das Kuss Emoji gefiel ihr auch nicht so wirklich. War ein rotes Herz too much? Aber wie war das mit dem Smiley Herz (<3), das sie in der letzten Nachricht geschickt hatte?

Schließlich entschied sich Alice für das Gesicht mit den Herzen. Das benutze sie auch sonst gerne. Es war nicht so krass, wie Sahra gleich mit Herzen voll zuspammen. Die Nachricht hatte einen Haken, Sahra hatte ihr WLAN am Smartphone also wohl gerade nicht an.

Plötzlich klopfte es an der Zimmertür und sie erschrak etwas. War das Helena? Alice rief „Ja?" und ihre Mutter spitzte mit dem Kopf durch die Tür.

Sie wunderte sich sehr. Ihre Mutter weckte sie sonst eigentlich nie auf.

„Guten Morgen?"

Die Tür ging weiter auf und die Frau kam herein; die Hand noch nicht von der Türklinke gelöst, also praktisch schon wieder halb draußen.

„Du bist wach. Gut. Kommst du dann bitte zum Frühstück runter? Und zieh dir etwas Hübsches an, Alice. Einen Rock vielleicht."

„Warum? Ich bin doch grade erst aufgewacht. Kann ich nicht so runter?"

„Wir haben Besuch. Bitte trödle nicht so lange. Und mach dir deine Haare!" Schon war ihre Mutter wieder verschwunden.

„Besuch? Wen denn?", rief sie ihr hinterher. Vergebens, es kam keine Antwort mehr. Alice war ein bisschen angepisst. Besuch? Am Sonntagmorgen? So ne Scheiße. Sie könnte ja schon wieder kotzen. 

Schlecht gelaunt schlurfte sie dann erstmal in ihr Badezimmer.


Als sie wenige Minuten später vor ihrem Kleiderschrank stand überlegte sie, ob sie auf ihre Mutter hören oder doch lieber eine Jogginghose anziehen sollte. Ihre Mutter würde sich zusammenreißen, weil Gäste da waren. Aber sobald die weg waren würde es Stress geben. Sollte sie doch ihren Rock bekommen.

Alice grinste als sie den kurz über dem Knie endenden schwarzen Lederrock anzog, den man auf keinen Fall mit einem Hawaiihemd kombinieren sollte. Und genau das tat sie dann. Weißes Muster auf rotem Hemd. Sie knöpfte es mehr zweckmäßig als ordentlich zu, steckte ein Stück in den Bund des Rockes und schlüpfte in ein Paar weiße Sneaker.

Ziemlich perfekte Provokation.

Sie machte ein Spiegel-Selfie und überprüfte noch mal, ob ihre Nachricht schon bei Sahra angekommen war. War sie nicht. Also legte Alice ihr Handy auf dem Nachttisch ab und ihre Smartwatch an den Arm – sobald Sahra schrieb würde sie das mitbekommen. Dann ging sie die Treppe runter.

Sie sah in der Küche vorbei, um Helena zu begrüßen. Die war aber nicht da, also ging Alice gleich weiter durch die Terrassentür. Wenn es warm war (also im Sommer) frühstückten sie draußen auf der Terrasse neben dem Pool. Sie hörte schon Stimmen, aber als sie dann um die Ecke kam und den Tisch erblickte lief sie sofort wieder drei Schritte zurück in den sicheren Sichtschutz der Hauswand.

Scheiße, was machte Christian hier?

Ihre Mutter hatte wohl wieder seinen Vater zum Frühstücken eingeladen. Und er war auch dabei. Die dachten wirklich, nur weil sie beide auf die gleiche Uni gingen, verstanden sie sich super, oder was. Na toll.

Manchmal überlegte Alice, ob ihr Leben nicht einfacher gewesen wäre, wenn sie nach dem Abitur auf irgendeine Universität ins Ausland abgehauen wäre. Übers Finanzielle musste sie sich ja keine Gedanken machen. Aber sie war hiergeblieben. Vorerst.

Alice sah ein, dass es keinen Zweck hatte sich zu verstecken, am Schluss würde sie ja sowieso hallo sagen müssen. Also atmete sie tief durch und setzte ihren besten neutralen Gesichtsausdruck auf. Dann kam sie um die Ecke Richtung Tisch.

Christian blickte von seinem Teller auf, als er Alice kommen sah. Er verengte seine Augen minimal zu Schlitzen. 

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt