Kapitel 23
Mittwochnachmittag nach ihrer letzten Vorlesung holten Robert und Annalena sich am Automaten noch ein Heißgetränk, dann liefen sie gemeinsam zu Annalena nach Hause. Sie hatte ihn nach dem Gespräch mit Christian gleich eingeladen.
Und zwar unter dem Vorwand, dass sie doch gegenseitig ihre Texte für die Unizeitung überarbeiten können. Und außerdem war er schon lange nicht mehr zu Besuch gewesen; das stimmte auch und sie hatte ja noch einen anderen Plan.
Sie kamen im Haus an, Annalena holte die Post aus dem Briefkasten und dann liefen sie die Treppen hoch. Aus der Wohnung im dritten Stock kam Geschrei. Robert warf Annalena einen verunsicherten Blick zu, diese war das schon gewohnt und zuckte nur mit den Schultern.
Annalena schloss die Tür auf und ließ Robert herein. Sie hatten mindestens die nächsten zwei Stunden für sich; Sahra und Anne hatten Leichtathletiktraining und Cem war mit den Jungs unterwegs Döner Essen. Bastet wartete vor der Balkontür und wollte rausgelassen werden.
Annalena ließ sie raus und hoffte, dass sie wieder rechtzeitig zurückkommen würde, bis sie mit Robert redete. Es konnte sicher nicht schaden, ein bisschen vierbeinigen Support zu haben.
Robert und sie setzten sich mit ein paar Chips und Getränken auf den Balkon und gingen ihre Texte durch. Sie kamen gut voran und gegen dreiviertel fünf waren sie durch und Annalena fragte Robert, ob sie einen Film schauen wollen. Er sagte ja.
Also schmiss Annalena den DVD-Player an während Robert eine DVD aussuchten. Die Entscheidung fiel auf Jurassic Park, ein Klassiker, und für die Nostalgie immer gut. Robert hatte Geschmack.
Er ließ das Rollo runter, nicht ganz, damit sie Bastet noch sahen, wenn sie zurückkam aber so, dass die Sonne sie nicht zu arg blendete. Dann kam Annalena mit einer Schüssel Mikrowellenpopcorn und ließ sich neben Robert auf die Couch fallen. Sie startete den Film und lehnte ihren Kopf an seine Schulter; der Duft ihrer Haare lenkte ihn zeitweise ein wenig vom Film ab.
Der T-Rex war gerade ausgebrochen und hatte sich den Anwalt als Snack gegönnt, als Annalena ihre Position wechselte – ihr Arm war eingeschlafen – und Bastet auf dem Balkon entdeckte. Sie löste sich aus Roberts Arm und ließ die Katze herein.
Bastet ging etwas trinken und Annalena kam zu Robert zurück, sie setzte sich und sah ihn an. Robert bemerkte erst nach einer Weile, dass er beobachtet wurde. „Was ist los?" lächelte er.
„Robert, wir müssen reden."
Sie befanden sich in einer bekannten Umgebung; eine entspannte Atmosphäre; jetzt oder nie, Annalena. Sie legte ihre Hand auf seine, die auf seinem Oberschenkel lag. Er sah sie an und dann Annalena ins Gesicht.
„Wie meinst du das?"
„Wir sind sehr gute Freunde und ich bin dankbar um unsere Freundschaft. Aber ich muss dir sagen, dass falls da mehr ist von deiner Seite...", sie machte eine kurze Pause, Bastet sprang zu ihnen auf die Couch und legte sich auf Roberts Schoß. Danke meine gute Maus, dachte Annalena sich und sprach dann weiter: „also, dass ich das nicht erwidern kann."
Robert schluckte, er sah kurz zur Katze und nickte dann langsam. So sagte sie es ihm jetzt also ins Gesicht. Trotzdem war es erstmal schwer zu begreifen.
„Es ist so... ich muss frei sein, weißt du. Ich lebe das, die Freiheit. Ich kann nicht eingeengt in so einer Beziehung sein. Nicht im Moment."
Dieses Geschwafel von Freiheit hörte sich an wie etwas, das Christian sagen würde. Robert streichelte Bastet. „Ist es wegen Julia?"
Annalena war überrascht, auch wenn sie versuchte es sich nicht anmerken zu lassen. „Julia? Nein. Woher weißt du von Julia?"
„Naja. Ich hab euch gesehen damals beim Spiel. Im Erste-Hilfe-Raum. Sorry ich wollte nicht spannen oder so." Er wurde etwas rot.
„Schon gut Robert. Nein, es ist nicht wegen Julia. Wie gesagt, ich kann zurzeit einfach keine Beziehung anfangen. Es tut mir leid, dass du das jetzt so erfahren musstest. Aber ich will unsere Freundschaft echt nicht verlieren." Sie nahm seine Hand und sah ihm in die Augen.
„Ich versteh das Annalena. Wirklich. Mir ist unsere Freundschaft auch wichtig." Er lächelte und drückte ihre Hand etwas. „Alles gut." Nichts war gut, aber Robert konnte hier ja keinen Aufstand machen. Wenigstens hatte er jetzt Gewissheit.
Annalena drückte ihm einen Kuss auf die Wange und plötzlich hörten sie die Tür aufgehen und ein Rumpeln auf dem Gang. Cem schob sein Fahrrad in die Wohnung, ein paar Sekunden später war er auch schon im Wohnzimmer und schmiss sich neben Annalena auf die Couch.
„Na ihr beiden Dinosaurier-Enjoyer. Was geht", er legte seinen Arm hinter Annalena auf der Couch ab und sah gespannt zum Fernseher. Bastet stand auf und wechselte den Schoß. Als Cem keine Antwort bekam sah er wieder zu den beiden, dann fragte er Robert direkt: „Alles gut?"
„Hmm, ja." Antwortete dieser, er zwang sich zu einem Lächeln und Annalena warf Cem einen Blick zu, den er sofort verstand. Er stand auf, mit Bastet unterm Arm, „Ich mach euch mal ein paar Häppchen, ihr zwei." Und dann verschwand er in der Küche.
Cem bereitete dann wirklich Häppchen zu und gesellte sich im Anschluss wieder zu den beiden auf die Couch. Sie aßen und sahen sich den Film an, bis dann Anne und Sahra nach Hause kamen. Plötzlich hatte Robert es eilig, er wollte nicht mal zum Abendessen bleiben. Er habe noch ein paar Vorlesungen für morgen vorzubereiten.
Annalena begleitete Robert zur Tür und verabschiedete ihn mit einer Umarmung. Dann war er auch schon auf dem Weg die Treppe runter und Annalena schloss die Tür.
Robert war schon beinahe im zweiten Stock angekommen als er bemerkte, dass er sein Handy auf dem Balkon hatte liegen lassen. Er stieg die Stufen wieder hoch und wollte gerade nochmal an der Tür klingeln, als er Cems Stimme aus der Wohnung hörte.
„Woher soll ich denn wissen, dass du gerade mit Robert Schluss machst? Du hast mir ja nichts gesagt."
Dann sprach Annalena: „Es gibt kein Schlussmachen, wenn da nie was gelaufen ist Cem!"
„Naja, sorry jedenfalls, das war echt keine Absicht. Du kennst mich doch."
Robert drückte die Klingel und wenige Sekunden später öffnete Annalena die Tür, er bildete sich ein, dass sie etwas rot wurde. „Robert?"
„Ich glaub ich hab mein Handy draußen auf der Couch vergessen."
Sie nickte und ging mit ihm zum Balkon, tatsächlich lag sein Smartphone noch auf dem einen Polster auf der Couch. Robert nahm es, bedankte sich nochmal und verschwand dann schnell. Er wollte nicht nochmal ein Gespräch wie das gerade eben mitbekommen.
Im dritten Stockwerk traf er auf einen Skinhead, der ihn blöd ansah und anknurrte (?). Robert beeilte sich aus diesem Haus zu kommen.
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Bundestag College AU
Fiksi PenggemarDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
