Hello, sorry konnte noch nicht auf die Kommentare antworten (oder FFs weiterlesen) wegen stressigem WE und hab jetzt heute auch fast die Anmeldungsfrist für einen Kurs in diesem Semester verpennt, zum Glück (muss man sagen) war ich am Laptop wegen dem neuen Kapitel haha. Liebe Grüße x
Kapitel 53
„Die Bestellung für Tisch 7 ist fertig!"
Linda kam mit mehreren Tellern beladen in die Küche zurück. Sie entfernte die Speisereste und räumte die Teller und das Besteck in den Geschirrspüler ein.
Ihr Handy klingelte in ihrer Hosentasche und sie zog es hervor. Auf dem Bildschirm leuchtete Sahras Name auf. Es war 17:48 Uhr. In zwölf Minuten hatte sie sowieso Schichtwechsel.
Aber irgendwas sagte ihr, dass es bei Sahra dringend war. War Sahra heute nicht bei Alice zu Besuch? Sie lernte die Eltern kennen. Oh weh.
Linda verschwand durch die Hintertür nach draußen.
„Sahra", begrüßte sie sie lächelnd, als sie den Anruf endlich entgegengenommen hatte.
Linda blinzelte gegen die Sonne und lief ein Stück weiter in den Schatten eines Baumes. Im Hof tobten mehrere Kinder umher.
„Linda! Gut, dass ich dich erreiche." Sahra war schlecht zu verstehen bei dem lauten Geschrei, das die Kleinen beim Fangen machten.
„Warte bitte kurz."
Linda hielt ihr Mikro zu und rief in Richtung der Kinder: „Hey! Hey, ihr da. Seid bitte etwas leiser. Nur bis ich hier fertig bin, okay? Und außerdem, passt auf, hier fahren auch Autos."
Ein kleiner Junge nickte ihr zu und rannte dann wieder einem anderen hinterher, um ihn zu fangen. Linda wendete sich wieder an Sahra. „Gut. Jetzt. Ich hab dich grade nicht so gut verstanden."
„Ich kann im Moment nicht so laut reden. Ich versteck mich im Badezimmer."
„Was ist denn los? Du hörst dich gar nicht gut an. Bist du nicht grade bei Alice?" Linda lehnte sich an den Baum.
„Ja. Das ist es ja."
„Wie meinst du das, Sahra?"
„Ach, ich weiß nicht", Sahras Stimme klang ironisch; Linda schluckte.
„Linda, wusstest du, dass Alices Eltern reich sind? Also ich nicht 'meine Familie kann sich zwei Wochen Urlaub im Jahr leisten, vielleicht auch mit dem Flugzeug und muss sich keine Gedanken ums Geld machen' reich und auch nicht 'Münchner Stadtwohnung mit Balkon' reich, sondern 'Ich könnte ab sofort nie wieder arbeiten und müsste mir trotzdem keine Gedanken ums Geld bis zum Ende meines Lebens machen. Und die drei Generationen, die nach mir kommen wahrscheinlich auch nicht. Oh, und ich hab mehrere Firmen im Ausland und ein Teil der ganzen Kohle stammt sicher auch noch aus Kinderarbeit' reich."
Linda schwieg.
„Linda? Du bist so still... hast du das etwa gewusst?" Sahras Stimme war aufgewühlt. So kannte Linda sie gar nicht.
Sie beobachtete ein Auto, das auf in den Hof gefahren kam und einen Parkplatz suchte.
„Anne hat es mir erzählt, sorry. Ich hab ihr versprechen müssen, dass ich es niemanden erzähle. Ganz großes Ehrenwort und so."
Hoffentlich zählte das jetzt nicht als Brechen des Versprechens. Sahra hatte es ja schließlich schon selbst rausgefunden. Linda biss sich auf die Lippe und flüsterte dann ein „Sorry, das bleibt unter uns, ok?" gen Himmel.
„Deine tolle Freundin, meine Mitbewohnerin, hat kein Wort darüber verloren. Über nichts! Sie hätte mich ja wenigstens mal beiseite nehmen können. Ach ja, übrigens: Alices Familie hat ne Villa am Stadtrand. Keine große Sache, aber du bist vorgewarnt – Linda, ihr Vater hat mir seinen Amoytiger gezeigt. Der hat einen verdammten vom Aussterben bedrohten Tiger in seinem Whiskeyzimmer stehen. Der hat ein Whiskeyzimmer!"
Es war schwer sich Sahras Erzählung anzuhören und gleichzeitig nicht anwesend sein zu können, um sie zu beruhigen. Aber Sahra musste jetzt runterkommen. Sie würde ja nicht da einziehen müssen. Das war ein Abend. Und danach war es erstmal vorbei.
„Sahra, du musst dich jetzt ein bisschen beruhigen. Das ist schrecklich, ja, aber du kannst deshalb jetzt nicht die Nerven verlieren. So kenn ich dich gar nicht." Sie machte eine Pause und schaute nochmal auf ihre Uhr. „Möchtest du da weg?"
Es war kurz still.
„Ich weiß es nicht. Linda, das ist nicht so einfach."
Von Anne kannte Linda ja schon eine 'erstes Treffen mit den Eltern' Geschichte im Hause Weidel ... aber so wie Sahra sich anhörte, lief ihres grad um einiges schlimmer.
„Ihre Mutter scheint eigentlich richtig nett zu sein, und für den Vater kann sie ja nichts... Linda, Alice ist gerade voll hochgegangen am Tisch. Sie wär jetzt glaub ich auch lieber wo anders."
Linda nickte. „Oh."
„Da kann ich doch jetzt nicht gehen. Das wäre total blöd von mir. Ich will Alice doch auch nicht verletzen."
Linda schwieg. Sie verstand das Dilemma und wüsste wohl selbst nicht, was sie an Sahras Stelle tun würde.
„Wieso hat Alice mir nichts gesagt?"
Linda fuhr sich mit der Hand durch ihre Locken.
„Sahra. Du rufst mich grade von deinem Versteck im Badezimmer aus an... beantwortet das deine Frage nicht?"
Es war wieder still. Dieses Mal länger.
„Was ist los?", wollte Linda wissen.
„Warte, da ist jemand", flüsterte Sahra.
Linda hörte ein 'ja?' und wenig später wieder Sahras Flüstern: „Ich muss auflegen. Alice ist da. Danke, Linda."
„Okay. Du schaffst das schon, Süße. Ich glaub an dich!"
Sahra hatte aufgelegt.
Linda atmete kurz durch und dann wählte sie Annes Nummer.
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Bundestag College AU
FanfictionDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
