Kapitel 78

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Kapitel 78


Zehn Minuten später standen die drei Freunde tatsächlich vor der Wohnungstür. Zwei von ihnen hatten Blut auf ihren Klamotte, und das waren Annalena und Cem.

„Was zum – seid ihr in eine Schlägerei geraten?", entfuhr es Sahra vor Schreck.

Sofort stand Christian hinter ihr im Flur. „Braucht jemand ärztliche Schnellversorgung? Ich bin zwar nicht mehr im Dienst, aber für Freunde mach ich doch immer eine Ausnahme."

„Das ist nicht unser Blut", stellte Cem klar und ging an den beiden vorbei, um die drei Sporttaschen ins Badezimmer zu werfen.

„Na Gott sei Dank." Christian sah zu Alice und Annalena.

„Kommt erstmal rein."

Als Annalena an ihr vorbei ging bemerkt Sahra eine kleine Schramme in deren Gesicht, sagte aber nichts.

Christian besorgte Getränke und die Neuankömmlinge gesellten sich zu den anderen.

„Also, jetzt haut mal raus", meinte er und reichte Annalena ihr Spezi. „Was ist passiert, und wollt ihr euch nicht umziehen?"

„Wir trinken jetzt erstmal was", Annalena stieß mit Sahra, Robert und Linda an und setzte sich auf die Armlehne von Roberts Sessel.

„Christian, es wäre vielleicht trotzdem nicht schlecht, wenn du dir Annalena mal anschaust", flüsterte Alice, die neben Sahra Platz genommen und daraufhin ihren Arm um sie gelegt hatte.

Christian nickte.

„Na gut, ich habs versprochen", (hatte er das?) Cem setzte sich auf das Trampolin und Bastet sprang sofort auf seinen Schoß, „die Geschichte."

Jeder der Anwesenden nahm schnell eine bequeme Position für die Erzählung ein, um Cem besser folgen zu können. Jeder bis auf Christian, der stellte sich vor Annalena und startete seine kurze Untersuchung.

Cem räusperte sich und begann Bastets Köpfchen zu streicheln, während er erzählte.

„Also wir hatten die geilste Umkleidenparty des Semesters, das schonmal vorweg. Erstmal dieses hammer coole 5:2 Ergebnis, das wir uns nicht hätten erträumen lassen und dann ist Lille auch noch zusammen mit Gyde Torjägerin des Turniers geworden, also..." er hob seine Mate um den anderen zu zutoasten, dann sprach er weiter. „Naja wie auch immer. Details bleiben euch vorerst erspart. Gut, wir machen uns um kurz vor vier also auf dem Weg zu den Duschen, ne, man kann ja nicht so verschwitzt und alles in den Club. Die lassen dich da ja sonst nicht rein. Geduscht und umgezogen wollten wir halt schon mal die Location von heute Abend auschecken und sehen, ob vielleicht schon ordentlich vorgeglüht wird. Und Leute, da ging es schon richtig ab, das war der Hammer. Wir haben uns gefragt, wieso da schon so viel los ist um kurz nach vier und wieso da überhaupt schon auf ist. Es stellte sich heraus, dass irgendjemand die Location gedroppt hat", „die Gerüchteseite glaub ich", ergänzte Annalena. Cem nickte, „Ja... und um kurz nach drei waren schon mehr als zwei Dutzend feierwütige Ultras vor dem Laden gestanden."

„Schweift er immer so aus, wenn er erzählt?", flüsterte Linda rechts von Sahra.

„Das ist sogar die Kurzfassung, glaub ich", grinste sie.

„Und wessen Blut ist das jetzt?", fragte Robert und deutete auf Annalenas T-Shirt.

„Dazu komm ich noch." Cem hob beschwichtigende seine Hand. „Bitte stresst mich nicht so in meiner Erzählung."

„Sorry."

„Man Cem, du bauschst das voll auf. Das war halt nichts", unterbrach ihn Alice nun.

„Naja, also nichts würde ich das nicht nennen", meinte er und deutete auf die dunkelroten Flecke auf seinem T-Shirt.

„Vier Ultras sind in eine Diskussion über das Turnier geraten. Wir sind dazwischen gegangen, um zu schlichten, Annalena hat eine geklatscht bekommen und einer von den Ultras ist dann gestolpert und hat die Rigipswand beschädigt."

„Man Lille, du bist jetzt so schnell zum Höhepunkt meiner Erzählung gerast, ich kann es nicht glauben... wie kann man sowas nur tun?" Cem trank von seiner Mate und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust.

Christian runzelte die Stirn, er war fertig mit Annalena und setzte sich jetzt wieder, dorthin wo halt noch Platz war. „Und wieso habt ihr jetzt Hausverbot?"

„Es kann sein, dass der nicht ganz ohne Fremdverschulden gestolpert ist", murmelte Annalena.

„Leute, euer Ernst?" Anne fasste sich an die Stirn.

„Hallo, wir sind da mit guten Intentionen dazwischen gegangen!" wiederholte Cem.

„Ey, ich hab mir dafür ne Klatsche eingefangen!" Annalena sah in die Runde. „Ist halt kacke jetzt. Da will man einmal Streit schlichten und dann schmeißen sie dich raus."

„Wer hat euch rausgeschmissen? Die Türsteher?"

„Die Chefin höchstpersönlich", grummelte Annalena und fuhr sich mit der Hand durchs Haar.

„Oh."

„Denkt ihr nicht die lassen nochmal mit sich reden?", fragte Christian nach. „Hey, Lille, die Chefin steht doch auf Blondinen. Vielleicht kannst du sie ja doch noch anders überzeugen... wenn Worte nicht wirken. Mit den Waffen einer Fr–Aua"

Christian bekam für seinen Kommentar gleich zwei Schläge gegen den Oberarm. (Einen von Robert, den anderen von Annalena.)

„Geh du halt und versuch sie mit was anderem zu überzeugen, Blondie", blaffte Alice.

„Ich würds tun... für die Gruppe." Er nickte von seiner eigenen Aussage überzeugt. „Aber das ist deine Mannschaft, die ihren Sieg feiern möchte... und ich hab kein Hausverbot."

Anne erhob die Stimme: „Niemand überzeugt hier irgendwen mit etwas anderem. Wir finden schon eine Lösung."

„Hoffentlich..."

„Bestimmt. Gut, ihr gebt jetzt erst mal den anderen aus eurer Mannschaft Bescheid, dass das heute Abend für euch nicht funktioniert. Wenn ihr dort nicht reinkommt, dann werden sie bestimmt auch nicht dort feiern gehen wollen. Ihr wollt ja schließlich gemeinsam feiern nehme ich an." Anne sah in die Runde.

Cem nickte. Annalena und Alice ebenfalls.

„Wir telefonieren die Clubs in der Gegend ab und hoffen, dass jemand spontan am Samstagabend um die 80 bis 100, wie viele brauchen wir?" Linda sah Cem an.

„Eher 100."

„100 Kapazitäten freihalten können."

„Das wird nichts." Annalena schüttelte ihren Kopf, dann schlug sie die Hände über ihrem Kopf zusammen. „Wir habens verbockt. Verdammt."

„Verbaerbockt", Cem grinste frech.

„Hey, ich hab keinen Streit angefangen!" Annalena sah ihn herausfordernd an.

„Und ich hab die Besitzerin nicht angepöbelt."

„Sag mal – das ist jetzt aber übertreiben. Pöbeln würde ich das nicht nennen."

Annalena sah hilfesuchend zu Alice, die nur mit den Schultern zuckte, „Naja..."

„Okay, reicht jetzt aber auch." Sahra warf erst Annalena und dann Cem einen strengen Blick zu. Und er zeigte Wirkung; beide waren still. „Gebt euren Kollegen Bescheid und wir schauen wegen dem neuen Ort."


Mit ein bisschen Verspätung, aber es ist da. Habt einen guten Start in die Woche ihr Mäuse und bleibt gesund x

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt