Kapitel 84
Bald verabschiedete sich Sahra von der Gruppe versprach zuvor jedoch sie käme wieder zurück.
Ihr Platz blieb nicht lange unbesetzt, denn kurz nachdem durch die offene Terrassentür von drinnen im Haus ein ohrenbetäubendes Geräusch nach draußen drang (das aber schnell wieder verstummte) gesellte sich Dorothee mit den Worten „Das ist wirklich ein schönes Haus hier" zu ihnen.
„Was war das eben?", fragte Robert etwas verunsichert in der Hoffnung, dass Doro mehr wusste.
Diese zuckte aber nur mit den Schultern und riet: „Vielleicht der Rauchmelder." Als sie ein unbekanntes Gesicht erblickte schaltete sie sofort in den Wahlkampfmodus um und bot Noah direkt an, ein Selfie mit ihm zu machen.
Noah nickte und lächelte, dann nahm er sein Smartphone vom Tisch und sie machten ein Bild zusammen. Im Anschluss musste Dorothee noch überprüfen, ob sie auch gut getroffen war.
Sie schien zufrieden zu sein. Zumindest bis Noah sie ansah und ehrlich verwundert fragte: „Wer bist du eigentlich?"
Da fiel ihr vor Schreck beinahe das Smartphone aus der Hand. Fast ein wenig gekränkt meinte sie: „Du bist nicht so politisch interessiert, oder?"
Linda neben ihr musste sich sehr zusammenreißen, um nicht loszulachen.
„Das würd ich so jetzt nicht sagen..."
Anne hatte sich entschieden: sie mochte Noah.
„Sei nicht so streng mit ihm, er ist nicht an unserer Uni, Doro", erklärte Robert und konnte das leichte Grinsen auf seinen Lippen auch nicht verbergen.
„Na das erklärt natürlich einiges... Ich kandidieren für den Vorsitz im Studierendenparlament kommende Legislaturperiode."
„Ah, cool. Also wie Sahra."
Mit der Erwähnung von Sahras Namen kippte die Stimmung ein wenig.
„Ja... nur dass ich von Anfang an Ambitionen hatte und mich nicht mal eben so spontan dafür entschieden habe."
Der Fairness halber und für ihre Freundin, die gerade nicht anwesend war, um zu antworten, übernahm Anne die Klarstellung. „Es war auch bei Sahra gut überlegt, Doro."
„Naja, das hat sich aber vor ein paar Wochen noch ganz anders angehört."
„Ist ja interessant. Und mit welchen Plänen trittst du an?" Noah lehnte sich neugierig mehr zu erfahren etwas näher zu Dorothee.
„Ich habe tatsächlich große Pläne und trete vor allem mit konservativen und christlichen Werten an. Ein gutes Miteinander ist mir für die Zukunft an unserer Uni sehr wichtig. Anders als andere Kandidaten trete ich eben mit Inhalten und nicht mit Populismus und meinem Privatleben an." Ein abschätziger Blick fiel in Linda und Annes Richtung.
Anne wusste genau, was Dorothee damit gemeint hat, doch sie wollte keinen Streit vom Zaun brechen. Lächeln und ignorieren war manchmal einfach sinnvoller. Sie nahm Lindas Hand, die auf ihrem Oberschenkel ruhte und verschränkte ihre Finger, doch zu spät.
„Was sind denn deine Themen, doch nicht immer noch die Flugtaxis für die Uni? Und von welchem Kandidaten sprichst du bitte?" Linda musste sich sichtlich zusammenreißen nicht lauter zu werden.
„Das weißt du genau." Den ersten Teil von Lindas Fragen hatte Dorothee gekonnt überhört, aber aus sicherer Quelle wusste Anne, dass die Flugtaxis keineswegs vom Tisch waren.
„Ich aber nicht", warf Noah leise ein und wurde sofort mit einem mahnenden Blick von Anne gestraft.
„Es gibt Kandidaten, lieber Noah, die ihre Beziehung für Promo nutzen. Ich denke du meinst auch, selbst als politisch Desinteressierter, (Noah wollte an dieser Stelle etwas einwenden, wurde aber von Doros starkem Auftreten etwas eingeschüchtert) man sollte eher mit seinen politischen Zielen Wahlkampf machen als mit seiner Sexualität."
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Bundestag College AU
Fiksi PenggemarDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
