Kapitel 77
Linda lag auf der Untersuchungsliege im Sanizimmer. Die Beine hochgelagert und den Kopf leicht erhöht hatte Christian sie mit kalten Umschlägen auf Stirn, Beinen und den Armen versorgt. Das wäre nötig, so sagte er, um Lindas Körpertemperatur zu senken.
Sahra bedankte sich bei Anton für seine Hilfe, dann verschwand dieser. Robert saß neben Linda auf der Liege und sah sie besorgt an; unterdessen nahm Christian Sahra beiseite.
„Sieh zu, dass sie noch liegen bleibt und etwas trinkt. Übergeben hat sie sich bis jetzt ja nicht und ich denke auch, dass es dabei bleibt. Bleibt am besten hier drin und geht nicht sofort wieder raus in die Sonne. Falls etwas ist, bin ich auf dem Handy erreichbar... Ich komm später nach dem Spiel noch mal vorbei." Er sah auf seine Uhr. „Aber ich muss jetzt wirklich zu Lauterbach zurück bevor ich Ärger bekomme. Im Zweifel, falls sich ihr Zustand drastisch verschlechtert, zöger nicht den Notarzt zu rufen."
Sahra nickte.
Robert sah zu ihnen und stand nun von seinem Platz an Lindas Seite auf. „Ich komme mit, und ich sag Anne Bescheid. Dann kann sie hier her, wenn ich ihre Interviews übernehme."
„Alles klar, ich danke euch beiden." Sahra versuchte sich an einem Lächeln, „bis dann."
Die zwei verließen das Zimmer und als sie die Tür hinter sich geschlossen hatten setzte sich Sahra zu Linda auf die Liege. Sie beide schwiegen für einen Moment.
„Sahra?"
Die Blondine versuchte sich aufzusetzen, aber Sahra hielt sie an ihrer Schulter fest und drückte sie wieder sanft auf die Liege zurück.
„Bitte bleib noch einen Moment liegen, Linda."
Linda nickte und sah zur Seite. Sahra tat es ihr gleich. Plötzlich spürte sie Lindas Hand, die die ihre umschloss; das ließ sie aufsehen.
„Danke, dass du auf mich aufgepasst hast."
„Es hat ja nicht viel geholfen."
„Da kannst du noch nichts für, Sahra... das war nur die Hitze."
„Ich denke nicht, dass es nur die Hitze war", sie schüttelte ihren Kopf, „Das war wieder alles zusammen."
„Aber Christian hat gesagt, dass es auch so hätte passieren können–"
„Man Linda." Als Sahra den anklagenden Ton in ihrer eigenen Stimme bemerkte, bemühte sie sich sofort dies zu unterlassen. „Klar hat Christian das gesagt, aber er hat auch gesagt, dass der Dauerstress trotzdem nicht sehr förderlich für deine Gesundheit ist und dass genau das auch sicher den Vorfall auf der Tribüne eben begünstigt hat."
Linda sagte erstmal nichts darauf, stattdessen zupfte sie am Saum von Sahras Kleid. Die schaute ihr dabei zu.
„Ist denn alles gut bei uns?"
„Wie meinst du das?"
„Die JuLi Sache... und dein anstehender Wahlkampf."
Ach das. Sahra musste schlucken. „Natürlich, wieso fragst du?"
„Ach, es war nur so ein Gefühl."
Auf diese Aussage folgte keine Antwort von Sahra. Wie sollte man denn auch darauf antworten? Das machte allerdings nichts, denn Linda wusste die Stille zu füllen.
„Ich kann es einfach nicht verstehen, Sahra. Ja, Justin heute war ein Arsch, aber ich bins nicht. Arschlöcher gibts überall. Bestimmt auch bei der solid oder in Antifa Ortsgruppen. Also, wieso möchtest du meine Hilfe nicht annehmen?"
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Bundestag College AU
FanfictionDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
