Kapitel 48
Die Gruppe begann dann gegen neun Uhr Twister zu spielen.
Das hatten sie Sahra zu verdanken, die auf die Idee gekommen war, dass es doch Spaß machen könnte, sich high ein bisschen akrobatisch zu verausgaben.
Jan war am schnellsten gewesen und sagte er sei zuständig fürs Drehen und Anweisungen geben. Christian stöhnte leicht genervt auf, verkniff sich jedoch einen Kommentar als ihn Roberts Blick traf; er setzte für Robert ein Lächeln auf.
Sahra machte mit Robert Platz auf dem Balkon. Sie schoben den Tisch ein wenig weiter zur Couch und dann breitete sie die Folie auf dem Boden aus.
„Spielen wir mit Bestrafung?"
„Ist das Spiel nicht Bestrafung genug?", murmelte Christian und fing sich einen weiteren bösen Blick ein; dieses Mal von Linda.
„Dich werde ich ganz genau im Auge behalten, Christian", grinste Jan und nahm die Drehscheibe von Sahra entgegen. „Also, wie siehts aus, an welche Bestrafung hast du denn da gedacht, Sahra?"
Linda grinste. „Shots!"
„Mir gefällt, wie du denkst", meinte Jan.
„Da müssen wir erstmal schauen, ob wir was dahaben. Wodka oder Tequila?" Anne sah in die Runde.
„Lass nur, ich mach schon." Sahra ging zur Balkontür. „Ich glaub wir haben vom letzten Mal noch einen halben Stolichnaya im Schrank."
„Linke Hand auf grün", sagte Jan von seinem Platz auf der Couch aus und sah den anderen beim Strugglen zu. „Na kommt schon Leute, nicht schlapp machen."
„Jan, du hast leicht reden!" Anne grinste und sah Linda zu, wie sie vergeblich versuchte ihre linke Hand auf den grünen Kreis zu bringen.
Es klopfte an der Tür und in diesem Moment verlor Christian das Gleichgewicht und riss in einer Kettenreaktion Robert, Linda, Anne und Sahra mit zu Boden. Alle lachten.
„Boah Christian!"
„Sorry, ehrlich." Christian hob entschuldigend seine Hände, aber das Grinsen auf seinem Gesicht ließ Zweifel an der Aufrichtigkeit seiner Entschuldigung aufkommen.
„Trinken." Erinnerte Jan die vier. Er hatte bereits eine neue Runde Shots eingeschenkt.
Es klopfte erneut. „...Sie Zuhause?"
„Habt ihr das grade gehört?", fragte Sahra, nachdem sie aufgestanden war.
„War das bei uns?"
„Ich geh mal schauen."
Sie ging in zurück in die Wohnung und warf einen Blick durch den Türspion. Ihr Herz machte beinahe einen Aussetzer. Vor der Tür standen zwei Beamte in blau.
Als sie sich umdrehte erschrak sie sich gleich nochmal; Linda stand ihr gegenüber. Sie wäre fast in sie reingeknallt, so nah stand Linda.
„Was ist los?"
„Es sind Polizisten."
Lindas Augen wurden groß. „Oh!"
„Was gibts?" Anne kam zu den beiden.
„Die Polizei", flüsterte Linda.
„Warum Polizei? Was haben wir gemacht?"
Es klopfte erneut, und der Beamte bat sie die Tür zu öffnen.
„Babe, du bist viel zu stoned. Bitte geh zu den anderen zurück und sag ihnen sie sollen ruhig sein – und verdeckt Cems Pflanze, man sieht die hier durch den Gang." Linda gab der Brünetten einen Kuss und schickte sie dann zum Balkon zurück.
Sahra sah sie an. Linda nickte und stellte sich leicht versetzt hinter sie. Dann öffnete Sahra die Tür.
„Guten Abend die Damen. Schulz und Neumann von der Polizei. Wir haben eine Meldung wegen Ruhestörung bekommen", stellte sich einer der Beamten vor. Der andere nickte nur zur Begrüßung; er sah Cems Fahrrad im Eingang stehen und zog anerkennend seine Augenbrauen nach oben.
„Hallo. Es tut mir leid, da müssen sie sich wohl im Stockwerk geirrt haben", meinte Sahra. Sie waren wirklich nicht übertrieben laut gewesen, sie hatten ja nicht mal Musik angehabt.
„Nein, Frau–"
„Wagenknecht."
„Frau Wagenknecht. Uns wurde eine Ruhestörung aus dem vierten Stock dieses Hauses gemeldet. Und das ist doch der vierte Stock, oder nicht?"
Der Beamte Neumann versuchte unauffällig zwischen Sahra und Linda in die Wohnung zu linsen. Linda legte eine Hand an Sahras Rücken und trat möglichst unauffällig einen Schritt zur Seite, um den Mann die Sicht zu versperren.
„Da handelt es sich wohl um ein Missverständnis. Wir werden jetzt trotzdem leiser sein", versicherte Sahra den Beamten.
„Danke. Wir würden heute Abend nur ungern wieder kommen."
Schulz sah Linda an. „Geht es Ihnen gut?"
„Bestens" antwortete diese. „Vielen Dank, Herr Schulz. Einen schönen Abend Ihnen beiden noch", beendete Linda das Gespräch, dann schloss sie die Tür vor den Männern.
Sahra stand ihr gegenüber; entsetzt. Linda drehte sich zur Tür und sah durch den Türspion, um zu überprüfen, ob die Polizei abzog. Das tat sie. Dann drehte Linda sich wieder zu Sahra.
„Was? Das Gespräch war beendet, Sahra. Diese Polizisten wussten genau, dass sie kein Recht hatten die Wohnung zu betreten. Und wir sollten ihnen auch keinen begründeten Verdacht geben."
„Begründeter Verdacht?" Sahra schüttelte den Kopf. „Das waren doch die aus dem dritten Stock. Die haben die Polizei gerufen."
„Diese Nachbarn sind einfach schrecklich."
„Eis?"
„Eis?"
„Naja, der Strom ist immer noch nicht zurück... Jetzt hätten wir zumindest einen guten Grund."
Linda grinste und nickte. „Eis."
Sie folgte Sahra in die Küche. „Du weißt schon, dass ein guter Kühlschrank die Sachen 24 Stunden gefroren hält. Auch ohne Strom."
„Natürlich, Linda. Aber wir wollen es ja nicht riskieren."
Als die zwei mit den verschiedenen Eissorten und Schüsseln zurückkamen wurden sie empfangen wie Heldinnen. Die anderen konnten noch gar nicht richtig begreifen, dass die Polizei da gewesen war (was zu einem großen Teil daran lag, dass sie alle ein bisschen high waren). Sie gönnten sich dann erstmal großzügige Portionen Eiscreme.
Im Anschluss räumten sie die Folie von Twister auf und machten es sich bequem für eine Wattpad Fanfiction sesh.
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Bundestag College AU
FanfictionDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
