Kapitel 38

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Kapitel 38


Annalena hatte gerade das Badezimmer auf Vorderfrau (der war schlecht, geb ich zu) gebracht, jetzt ließ sie sich erschöpft in ihrem Zimmer aufs Bett fallen. Sie griff nach ihrem Smartphone und wählte Roberts Nummer.

Dann wartete sie.

Robert ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf.

Seitdem sie letzte Woche Donnerstag diesen kleinen Aussetzer bei Christian gehabt hatte – über den die Gerüchteseite zum Glück kein Wort verloren hat, wahrscheinlich hatten Linda und Volker etwas damit zu tun – war er ihr weitestgehend aus dem Weg gegangen. Und wenn sie zusammen in der Redaktion saßen, ignorierte er sie auch so gut er konnte. Der kurze Wortwechsel am Samstagabend auf der Gala war ihr erster richtiger überhaupt in dieser Woche gewesen.

Es klingelte noch immer, aber Annalena wurde zu keiner Mailbox umgeleitet.

Sie legte auf und schreib schnell Janine zurück, die ihr ein Foto geschickt hatte. Janine war heute nach dem Frühstück schnell verschwunden, sie hatte wohl befürchtet sie würde mit eingespannt werden beim Putzen. Annalena nahm es ihr nicht übel, warum auch.

Annalena versuchte es noch ein zweites, und schließlich ein drittes Mal bei Robert. Sie hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben, als der Freiton verstummte und sie plötzlich Roberts Stimme hörte.

„Hallo?"

Sofort setzte sie sich auf. „Hi Robert!"

„Hallo Annalena."

„Robert, hast du heute Zeit? Ich würde dich gerne sehen."

Es war kurz still am anderen Ende.

„Du Annalena, nehms mir nicht übel, aber eigentlich hab ich keine Zeit."

„Robert, ich würde nicht fragen, wenn es nicht wirklich wichtig wäre. Bitte." Sie überlegte kurz, Montag würde notfalls auch noch gehen. „Wie wärs denn dann mit Montag?"

Wieder war es still am anderen Ende. Dieses Mal allerdings so lange, dass Annalena sogar überprüfte, ob Robert nicht aufgelegt hatte. Hatte er nicht. Sie schob ein „Bitte Robert" nach und schloss die Augen.

Und dann kam die Erlösung.

„Na gut. Okay. Wir können uns treffen."

„Wann hast du denn Zeit?" Annalena biss sich auf die Lippe. Sie würde sich nach ihm richten, schließlich wollte sie ja, dass sie sich sehen.

„Jetzt?", fragte Robert und Annalena nickte.

„Ja. Das passt! Super. Wo wollen wir uns treffen?"

„In der Stadt?"

Annalena lachte auf. „Die Stadt ist groß, Robert."

Robert lachte nicht.

„Weißt du noch der alte Baum an dem kleinen Park. An den wir uns mal drei Tage lang gekettet haben?"

Annalena wurde warm ums Herz, als sie an diesen Sommer vor einem Jahr zurückdachte. „Ja."

„Dort."

„Gut, ich bin in 10 Minuten da." Sie stand voller Tatendrang auf.

„Ich brauch wohl ein wenig länger."

„Ist gut, ich warte dort auf dich."

„Ok. Bis dann."

„Danke Robert", sagte Annalena noch in ihr Smartphone, aber da hatte Robert schon aufgelegt.

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt