Kapitel 67
Robert öffnete seine Augen am nächsten Morgen und das erste, was er bemerkte war nicht etwa Christian, der ihn bereits beobachtete, sondern der Wandkalender. Ein brauner Feldhase saß in einer Wiese, um das Tier herum blühte Klatschmohn.
Ja, Feldhasen waren schon besondere Tiere – Hey Moment. Er rieb sich den Schlaf aus den Augen. Das war der Wald und Flur Kalender, den er Annalena letztes Jahr zu Silvester geschenkt hatte. Robert hat sich extra nochmal vergewissert, dass er auch auf Papier aus nachhaltiger Forstwirtschaft gedruckt wurde; trotzdem hatte Annalena ihn nicht sofort mit Begeisterung entgegengenommen. Aber sie hat endlich ein wenig Ordnung in ihren Wochenablauf bringen müssen.
Er vernahm ein Grummeln hinter sich, das ihn umdrehen und direkt in Christians Gesicht sehen ließ.
„Guten Morgen, bist du fertig mit dem Umschauen, oder brauchst du noch einen Moment?" Christian klang fast ein bisschen beleidigt, dass er nicht sofort die volle Aufmerksamkeit bekommen hatte.
Robert lächelte und fuhr sich mit seiner Hand durchs Haar. „Ich bin fertig mit Umschauen. Wie lange bist du schon wach?"
„Ach, ein paar Minuten höchstens."
Sie sahen sich einen Moment lang schweigend an. Dann rutschte Robert ein Stück näher an Christian heran, legte eine Hand an sein stoppeliges Kinn und zog ihn zu sich für einen morgendlichen Kuss.
Ihre Lippen trennten sich wieder und Christian strahlte zufrieden, so gefiel er Robert doch schon viel besser. Ein Magen knurrte und Robert konnte nicht mit Sicherheit sagen, ob es sein eigener oder Christians gewesen war. „Denkst du die anderen sind schon wach?"
„Ich meine Cem schon gehört zu haben." Christian grinste und setzte sich auf. „Ich kann ja mal nachschauen." Er sah sich um.
„Was suchst du?", fragte Robert lächelnd, als er sich jetzt auch aufsetzte.
„Meine Klamotten."
Sie beide hatten großzügigerweise etwas Bequemes von Cem zum Schlafen bekommen.
„Oh. Uhm, deine Hose hängt da drüben über Annalenas Schreibtischstuhl, das T-Shirt ist draußen über dem Geländer vom Balkon. Das mussten wir gestern auswaschen, es hat sehr nach Bier gerochen und geklebt. Aber ich hab was zum Wechsel dabei, wenn du möchtest kannst du es haben."
In weiser Voraussicht hatte Robert Wechselklamotten mitgenommen, eine bequeme Hose und ein T-Shirt, man konnte ja nie wissen, bei diesen Partys.
Christian lächelte, „Du bist wirklich gut vorbereitet. Ein Glück. Danke Robert."
„Kein Problem, Christian."
Nachdem Christian wieder in seiner zerrissenen Jeans und dem frischen T-Shirt von Robert war verabschiedete er sich in die Küche, um mal nach den anderen zu sehen. Robert sagte er komme gleich hinterher, er würde nur mal kurz nach Annalena schauen.
Er öffnete das Fenster, damit es ein bisschen durchziehen konnte und wechselte das Schlafzeug gegen sein Outfit vom Vortag. Dabei blieb sein Blick noch mal an Annalenas Wandkalender hängen.
Dort drin standen irgendwelche Kürzel und Zahlen, Dinge wurden durchgestrichen oder mit Pfeilen auf andere Tage verwiesen. Annalena hatte vielleicht eine komische Art 'Ordnung' in ihre Woche zu bringen. Wieso war ihm das noch nie zuvor aufgefallen? ...Naja, also wenigstens benutzte sie ihren Kalender. Er schüttelte seinen Kopf und machte sich auf Richtung Cems Zimmer.
Annalena lag regungslos im Bett und Roberts Alarmglocken läuteten schon, als sie sich plötzlich auf die Seite drehte. Na Gott sei Dank! Er kam auf das Bett zu und völlig überraschend schlug die Brünette in diesem Moment ihre Augen auf.
DU LIEST GERADE
Bundestag College AU
Fiksi PenggemarDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
