Danke einfach für 6k, Leute. Ich wünsche euch einen guten Start in die Woche! :D
Kapitel 35
„Ja hallo. Morgen", grüßte Alice alle Anwesenden (laut und) deutlich. Das Guten ließ sie weg, denn es war ja keiner.
„Hättest du dir nicht etwas Passenderes anziehen können, Alice?"
„Gibt es denn etwas auszusetzen an meinem Rock, Mutter?", fragte Alice höflich und setzte sich gegenüber von Christian an den Tisch.
„Ich find es gewagt, aber ist doch cool, wenn man seinen eigenen Style hat", versuchte Christian wohl die Situation etwas zu entschärfen.
Alice warf ihm einen neutralen Blick zu. Beinahe hätte sie gelächelt.
Dann stand sie nochmal auf und griff über den Tisch nach dem Obstsalat. Sie lud sich eine Schüssel voll, setzte sich wieder und begann zu essen. Helena kam an den Tisch, um zu überprüfen, ob noch etwas benötigt wurde. Alice begrüßte sie.
Christian biss in sein Brötchen und starrte ein bisschen abwesend und müde in die Luft, während sein Vater und Alices Mutter sich gut über ihrem Essen unterhielten.
„Helena, bringen Sie uns doch bitte noch zwei Espressi, per favore."
„Jawohl, Madam."
Alice sah Helena hinterher.
„Alice. Christian hat gerade erzählt, dass er gestern auch auf der Gala war. Wieso hast du denn nichts gesagt? Ihr hättet doch zusammen hingehen können", meinte ihre Mutter an sie gewandt.
Christian und die Angesprochene schauten sich gegenseitig überrascht an. Ja sicher, Mutter. Oder ich lass mich gleich vom Bus erfassen. Na gut, so schlimm war Christian dann auch wieder nicht...
Sie legte ihre Gabel beiseite und antwortete mit einem Lächeln, wie es sich geziemte: „Christian hatte eine äußerst nette und hübsche junge Dame als Begleitung, Mutter. Eine Verteidigerin aus meiner Mannschaft. Ich denke er hat sich mit ihr besser amüsieren können, als er es mit mir je könnte."
Sie wartete noch einen Moment auf eine Antwort von ihrer Mutter, bevor sie wieder die Gabel nahm.
Alice hasste dieses aufgesetzte, schnöselige Gelaber, aber für ihre Mutter würde sie das durchziehen. Außerdem dachte sie immer, dass es ja irgendwie auch ein ins Lächerliche ziehen dieses Life-Styles war. Wer unironisch so redete hatte sie nicht mehr alle.
„Das ist wirklich schade!", kam es nun von Christians Vater.
Christian sah leicht panisch auf; er und Alice wussten was jetzt wieder kommen würde. Diese beiden pochten wohl immer noch darauf, dass Christian und Alice irgendwann zusammenkamen – um die Reichtümer ihrer beider Familien zu vereinen oder so ein abgefuckter Scheiß.
„Christian ist ein attraktiver, kluger, junger Mann mit vortrefflichen Manieren und ausgesprochen gutem Elternhaus. Besser kann es dich nicht treffen, Schatz."
Christian nahm sein Glas und begann scheinbar endlos daran zu trinken; wahrscheinlich hoffte er, so nicht angesprochen zu werden.
Alice sah ihrer Mutter in die Augen und dann sagte sie kackendreist: „Oh doch Mutter. Er könnte eine Vulva haben. Dann wäre ich schon eher bereit mich zwangsverheiraten zu lassen."
Sie hörte ein heftiges Husten. Christian hatte sich an seinem Saft verschluckt. Der Blick den ihre Mutter ihr zu warf, hätte sie beinahe zusammenzucken lassen. Christians Vater lachte etwas, um die Stimmung aufzulockern. Ansonsten sagte niemand ein Wort.
Helena kam mit den Espressi an den Tisch zurück. Sie stellte sie vor den Eltern ab und eilte dann Christian zur Hilfe, der sich immer noch nicht richtig erholt hatte von seinem Husten.
„Ich geh mir einen Kaffee holen." Alice stand vom Tisch auf.
„Das kann Helena–", begann ihre Mutter scharf, sie wurde von Alice unterbrochen.
„Ich habe zwei gesunde Beine, ich kann das selbst!"
Dann lief Alice über die Terrasse wieder ins Haus rein.
Sie verbrachte lange Zeit vor der Kaffeemaschine, ohne auch nur einen Knopf zu drücken. Eigentlich wollte sie gar nicht mehr da raus. Vielleicht könnte sie sich ja doch im Haus verstecken, bis Christian und sein Vater wieder gegangen waren.
Helena kam zu ihr in die Küche. Sie hatte schon zuvor gemerkt, dass etwas nicht stimmte.
„Ist das wirklich eine so gute Idee, bei deinen starken Bauchschmerzen gestern, Lille?", fragte die brünette Frau sie mit ihrem griechischen Akzent. Sie reichte Alice trotzdem ein Glas für den Kaffee.
„Du hast ja recht. Aber ohne Kaffee halt ich das da draußen keine Minute länger aus – oder Vodka." Alice seufzte und drückte sich einen Kaffee Crema.
„Was ist mit deiner Lippe passiert?"
„Oh, das war ne blöde Geschichte", meinte Alice und dann begann sie vom gestrigen Abend zu erzählen. Sie hatte Helena sowieso von Sahra, ihren Tänzen und dem Kuss (!) erzählen wollen. Also nutzte sie jetzt gleich die Gelegenheit dazu.
Helena, die eigentlich aus Griechenland stammte, war seit 7 Jahren bei ihrer Familie im Haushalt angestellt. Anfangs hauptsächlich um sich um Alice zu kümmern; zu kochen und ihr bei den Hausaufgaben zu helfen, wenn sie von der Schule nach Hause kam und bis ihre Eltern abends dann da waren. Ihre Eltern waren beide berufstätig gewesen und konnten sich das eben leisten.
Mittlerweile war Helena Mitte vierzig, hatte sich ihren griechischen Akzent (zum Glück) noch immer nicht abgewöhnt, und war hauptsächlich für den Haushalt zuständig. Selbstredend verstand sich Alice blendend mit ihr. Sie war wie eine Mutter und gleichzeitig gute Freundin, und sie wusste wohl mehr über Alice als jeder andere in diesem Haus.
Sie redete und Helena hörte begeistert zu. Beide lehnten sie am Tresen in der Küche. Bis plötzlich ihre Mutter reinkam und die lockere Atmosphäre sofort wie verflogen war.
„Alice! Warum kommst du nicht zurück? Wir warten auf dich. Christian – wenn ihr mit dem Essen fertig seid, dann mach was mit ihm. Nimm ihn mit auf dein Zimmer, keine Ahnung, aber lass ihn nicht so gelangweilt am Tisch rumsitzen. Hast du mich verstanden?"
„Wieso ist der überhaupt dabei?", stöhnte Alice genervt auf.
„Er wollte mitkommen, um dich zu sehen. Und jetzt versteckst du dich hier."
Alice bezweifelte, dass Christian mitgekommen war, um sie zu sehen. Sie bezweifelte überhaupt, dass Christian freiwillig mit seinem Vater hierhergekommen war. Er hatte sichtlich genau so viel Lust auf dieses erzwungene Frühstücksdate oder was das sein sollte, wie sie.
„Über dein freches Mundwerk und das, was du da anhast reden wir später. Und jetzt beweg dich."
Unter dem strengen Blick ihrer Mutter nahm sie ihren Kaffee und ging dann wieder nach draußen.
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Bundestag College AU
FanfictionDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
