Kapitel 31

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Stimmt, da war ja noch was... hätte ich fast vergessen zu posten. Eure tägliche Dosis Soapopera auf Wattpad. X


Kapitel 31


Die Tür ging auf und Lars kam rein, er beschwerte sich über die Blockieraktion und bemerkte dann Alice am Waschbecken. „Lille? Was machst du denn hier drin?"

Sie drehte sich zu ihm um und er erschrak etwas. „Scheiße, was ist passiert?"

Alice nahm sich ein frisches Tuch für ihre Lippe. „Nichts. Alles gut. Nur so ein großes Arschloch mit Minderwertigkeitskomplexen."

„Scheiße man. Warte kurz, ich schau mir das gleich mal an, ich muss nur mal schnell." Er zeigte Richtung Toilette und sie nickte.


Bis Alice und Lars zum Tisch zurückkehrten waren einige Minuten vergangen, dafür hatten sie an der Bar etwas Eis bekommen und die Lippe hatte tatsächlich aufgehört zu bluten. Die Teller mit der Vorspeise standen bereits auf den Tischen und die meisten Gäste aßen auch schon.

Sahra war die Erste, die sie zurückkommen sah. Sie schreckte auf wegen Alices Lippe, „Oh mein Gott!" Ihr ganzer Tisch sah auf und auch der Nachbarstisch mit den Professoren riskierte einen neugierigen Blick.

Alice setzte sich wieder auf ihren Platz neben Sahra, Lars steuerte seinen eigenen an.

„Mir geht's gut. Alles okay." Lächelte die Blondine und strich ihren Smoking glatt. Klar hätte sie sich gerne von Sahra umsorgen lassen, aber sie wollte die Situation auch nicht ausnutzen.

„In welche Prügelei warst du wieder verwickelt?", scherzte Annalena etwas unbedacht und merkte sofort, dass sie das lieber nicht gesagt hätte.

„Hast du dich mit jemanden geschlagen?" fragte Sahra. Plötzlich waren ihre Sorgen (zumindest oberflächlich) wie verflogen. Dass Alice nicht mal einen Abend auskam, ohne sich mit jemanden anzulegen störte sie. Was sollten diese ständigen Gewaltausbrüche?

Alice war plötzlich weiß wie die Wand. Sie flüsterte, sodass es die umliegenden Tische aber auch der eigene nicht so mitbekam: „Ich schwöre dir Sahra, ich hab dieses Mal wirklich nichts gemacht. Ich bin da einfach reingeraten, das musst du mir bitte glauben."

Sie berührte ihre Hand, die auf dem Tisch zwischen ihnen lag. Sahra zog sie weg. „Wie damals mit dem Typen auf dem Feld?"

Alice war ein wenig verletzt darüber, wie wenig Sahra ihr glaubte, doch das schluckte sie halbwegs souverän herunter. „Das ist jetzt aber nicht fair. Ich hab wirklich nichts gemacht... oder siehst du hier jemanden mit einer blutigen Nase rumlaufen?"

Sahra sah Alice an. Ganz überzeugt war sie nicht, doch es stimmte, sie hatte niemand anderes gesehen, der verletzt war. Vielleicht hatte sie einfach überreagiert und die Situation falsch eingeschätzt. (Oder der Opponent lag irgendwo draußen am Boden rum.)

Annalena wechselte das Thema und wünschte allen einen guten Appetit. Sie tauschte einen Blick mit Alice aus und formte mit ihren Lippen die Worte Es tut mir leid.


Das Abendessen verging ohne weitere Vorfälle. Es wurde viel geredet, nur Alice hielt sich etwas zurück. Die Schmerztablette hatte zwar begonnen zu wirken aber nach Essen war ihr immer noch nicht so wirklich zumute. Trotzdem zwang sie sich wenigstens ein paar Happen zu essen.

Zwei Mal versuchte sie sich in ein Gespräch mit Sahra einzuklinken, aber die zeigte ihr (so wie es Alice vorkam) die kalte Schulter. Also saß sie schließlich nur noch schweigend und etwas bockig auf ihrem Platz und redete höchstens, wenn sie angesprochen wurde.


Es kamen noch ein paar kurze Reden von Sponsoren und Professoren und dann wurde endlich das DJ Pult auf der Bühne aufgebaut. Außerdem wurden die Tische etwas beiseitegeschoben an den Rand des Raumes. Man konnte da immer noch sitzen, aber in der Mitte war jetzt Platz zum Tanzen.

Die Beleuchtung wurde etwas gedimmt. An der Decke hing eine Diskokugel. Und dann hörten sie Marcos Stimme durchs Mikrofon. Er kündigte an der DJ des Abends zu sein, und dass er Liedwünsche entgegennahm, aber nicht versprechen konnte sie auszuführen. Dann wünschte er viel Spaß beim Tanzen und einen schönen Abend. Er startete den ersten langsamen Song.

Alice nutze die Gelegenheit, um Sahra zu fragen, ob sie mit ihr tanzen wollte. Da könnte sie doch jetzt eigentlich gar nicht nein sagen. Schließlich waren sie gemeinsam hier hergekommen und Alice war sich sicher, dass Sahra gerne tanzte.

„Mein schönes Fräulein, darf ich wagen meinen Arm und Geleit Ihr anzutragen?" Sie bot ihr ihre Hand an.

Sahra erkannte das Zitat natürlich sofort und musste etwas lachen. Und dann sagte sie doch tatsächlich zu und legte ihre Hand in die von Alice.

Sie gingen in Richtung Tanzfläche. Lars und seine Begleitung folgten, genauso wie Annalena und Janine. Die Fläche füllte sich schnell mit Paaren, die zur Musik tanzten. Manche wie echte Profis, andere weniger gut, und viele einfach, wie sie die Musik fühlten.


Anne kam zu Linda und Marco auf die Bühne. Die beiden unterhielten sich gerade über den weiteren Ablauf des Abends. Marco versuchte Linda ein bisschen zu beruhigen und versicherte ihr, dass er hier alles im Griff hatte.

„Keine Sorge, wirklich. Du geh, und amüsiere dich jetzt ein bisschen. Und falls was ist, dann wende ich mich an Volker."

„Hallo, mein Engel."

Linda drehte sich augenblicklich um und fiel ihrer Freundin um den Hals. „Ein Glück, dass du da bist. Ich hatte so einen Stress. Erst hat jemand die Damentoilette verstopft und geflutet, dann gab es zu wenig vegetarische Gerichte beim Abendessen, und an die Veganer haben wir gar nicht gedacht... und jetzt eben hat draußen auch noch jemand einen Feuerwerkskörper gezündet. Ich weiß auch nicht was heute mit den Leuten los ist. Ist zufällig Vollmond oder so?"

Anne musste etwas schmunzeln. „Nein, es ist kein Vollmond. Linda, atme erstmal durch. Hast du überhaupt schon Zeit gehabt etwas zu Essen? Ich hab dich nicht mal beim Tisch gesehen."

Linda blinzelte Anne an.

„Das heißt dann also nein. Okay, jetzt reichts mir aber." Anne nahm ihr das Klemmbrett ab. „Wir zwei gehen dir jetzt etwas zu Essen besorgen und dann setzt du dich hin und machst mal kurz Pause. Ich schau, dass ich Volker und Lars finde. Es kann ja nicht sein, dass das jetzt alles an dir hängen bleibt." Sie legte ihren Arm um Lindas Taille und begleitete sie von der Bühne. „Und danach wird getanzt."

Linda war einverstanden.

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt