Kapitel 41
Sie speisten weitestgehend schweigend.
Sobald es möglich war, verließ Alice danach den Tisch, um auf ihr Zimmer zu gehen. Sie hielt sogar den Griff der Zimmertür, obwohl sie sie eigentlich lieber zugeschmissen hätte. Hoffentlich ließ sich ihr Vater noch etwas hinhalten mit dem Kennenlernen von Sahra.
Sie kniete sich neben ihr Bett und holte unter dem Lattenrost ein altes Smartphone und einen Akku raus. Noch auf dem Boden kniend legte sie den Akku ins Handy und schaltete es ein. Dann schrieb sie Annalenas Zweitnummer schnell eine SMS.
„Erstmal nicht erreichbar. Keine Nachrichten. Reden morgen."
Sie schaltet das Smartphone wieder aus, entfernte den Akku und versteckte beides unterm Bett. Sie war sich nicht sicher, ob Annalena die Nachricht lesen würde. Es war Sonntagabend – also nicht komplett unwahrscheinlich. Manchmal schrieben sie mit ihrer Bezugsgruppe um diese Uhrzeit.
Hoffentlich sah Annalena die Nachricht und sagte Sahra Bescheid. Alice musste wieder an ihren blöden Abgang von vorhin denken. Sie wischte eine einzelne Träne weg.
Dann klopfte es an der Tür und sie fuhr zusammen.
Schnell stand Alice auf und setzte sich auf ihr Bett. „Ja?"
Die Tür wurde langsam geöffnet und Helena spitzte herein. Alice entspannte.
„Lille, darf ich?"
„Klar", sie sah die Frau an, „Was ist mit..."
„Die beiden sind gerade auf der Terrasse und trinken einen Wein." Helena schloss die Tür und kam zu Alice. Sie setzte sich neben sie aufs Bett. „Ist alles in Ordnung?"
Und dann erzählte sie ihr von ihrer Unterhaltung mit Christian (ein bisschen tea) und dem Tag mit Sahra. Es flossen einige Tränen, aber in Helenas Arm ließ Alice das zu. Sie blieb allein schon wegen Helena in diesem Haus.
Später setzte sie sich dann – etwas erschöpft von diesen ganzen Emotionen – an ihren Schreibtisch, um noch ein wenig für die Universität zu arbeiten.
Im Licht der Schreibtischlampe brütete sie über dem Gesetzbuch, als um kurz nach zehn ihr Vater ins Zimmer kam. Sie erschrak und drehte sich in ihrem Schreibtischstuhl um – vom Klopfen hatte der wohl auch noch nie gehört.
Er schloss die Tür leise hinter sich und kam zu ihr. Sie lehnte sich im Stuhl zurück und sah zu ihm hoch.
„Wie war es in Shenzhen?", fragte Alice in ihrem Versuch etwas Smalltalk starten, um von dem Grund abzulenken, aus dem er sich herabließ, sie hier in ihrem Zimmer zu besuchen.
„Gut." Er stieg wohl vorerst in den belanglosen Smalltalk mit ein. „Wie läuft es mit der Uni?"
„Ja toll. Grad läuft eine Frist für ne Hausarbeit, aber damit bin ich praktisch schon fertig. Und sonst... hauptsächlich nochmal Stoff durchbringen. Die letzten vier Wochen vor den Klausuren halt." Sie verschränkte ihre Finger und sah sie an, dann sagte sie etwas Unbedachtes. „Nächste Woche Samstag fahren wir nach Hamburg. Am Sonntag ist da ein Spiel."
Ihr Vater hob eine Augenbraue. Natürlich interessierte er sich dafür nicht. „Ja, dieser Fußball... Ich finde ja gut, dass du ein Hobby hast, aber lass das Studium deshalb nicht schleifen."
Alice richtete sich in ihren Stuhl auf und sah ihn an. „Mach ich nicht."
Plötzlich switchte er in Mandarin und fragte sie, wie sie mit dem Lernen dafür vorankam.
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Bundestag College AU
Fiksi PenggemarDer Titel und das Cover Art sagen eigentlich schon alles aus, was man über diese Geschichte wissen sollte. Falls es doch etwas detaillierter sein soll, dann gibt es vor dem ersten Kapitel eine kleine Übersicht. :) Crack-esque
