Kapitel 43

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Kapitel 43


Annalena hatte wieder verschlafen.

Und sie machte so einen Lärm im Badezimmer, dass sie damit Sahra aufweckte. Früher, als diese eigentlich geplant hatte montags aufzustehen.

Sahras Schädel brummte, als hätte sie zwei Stunden lang mit irgendeinem Möchtegernentrepreneur reden müssen.

Langsam erinnerte sie sich wieder an gestern. Annalena, Cem und sie hatten irgendwas richtig Heftiges geraucht, und dann war Anne an ihrem Bett und – sie griff nach ihrem Smartphone und musste enttäuscht feststellen, dass Alice immer noch nicht geschrieben hatte.

Also stand sie auf, warf ihren Morgenmantel über und schlurfte Richtung Küche. Sahra brauchte jetzt erstmal Kaffee. Am Kühlschrank hing ein Zettel von Anne, sie hatte wohl Frühstück vorbereitet, und auf dem Tresen stand die volle Kaffeekanne.

Danke Anne, du bist ein Schatz, dachte sich Sahra, während sie sich ihre erste Tasse einschenkte.

Annalena kam fertig angezogen in die Küche geeilt.

„Guten Morgen", begrüßte Sahra sie, obwohl es sich nicht wirklich nach einem guten Morgen anfühlte.

„Morgen", grummelte Annalena und öffnete den Schrank, um ihren Coffee-to-go-Becher herauszuholen.

Sahra nippte an ihrem Kaffee und beobachtete sie.

„Hast du heute nicht ein Redaktionstreffen?", fragte sie und sah auf die Uhr, „Seit... fünf Minuten."

„Ja. Ich hab verschlafen", murmelte Annalena, während sie den Becher zur Hälfte mit Kaffee vollschenkte. Dann ging sie zum Speiseschrank.

„Ach so, ich hab mich schon gewundert."

„Deshalb fällt leider", Annalena öffnete die Dose eines Energydrinks, „mein Frühstück heute flach." Dann kippte sie deren Inhalt in ihren Kaffee.

Sahra musste zwei Mal hinsehen. 

„Ähm, Annalena? Du hast grade..."

„Ich muss improvisieren!", meinte diese nur, und schluckte mit dem Rest, der nicht mehr in den Becher passte eine Ibu. Dann drückte sie den Deckel auf ihr Kaffee-Energy-Gemisch und verabschiedete sich von Sahra.


Cem und Sahra frühstückten gemeinsam. Bastet bekam ihr Nassfutter und dann fuhren sie mit dem Bus zur Uni. Auch Cem schien es heute nicht besonders zu gehen, er würde sonst nie freiwillig auf sein Fahrrad verzichten.

Sie liefen von der Haltestelle Richtung Gebäude, als ihnen Bijan entgegenkam. „Hey, na ihr. Alles steil?"

Cem grinste und begrüßte seinen Fußballkollegen mit einem Handschlag. „Es könnte besser sein."

„Sag mal, was hatte es mit dieser Sprachnachricht auf sich, die du mir gestern geschickt hast? Darf man denn gratulieren?"

Sahra warf Cem einen verwirrten Blick zu.

„Na selbstverständlich", grinste dieser.

Und plötzlich umarmte Bijan Sahra! Sie war überrascht, denn sie war eigentlich so gar nicht der Typ für Umarmungen.

Der Fußballer entschuldigte sich dann für seinen Übereifer und kratze sich verlegen am Hinterkopf.

Was war heute nur los mit den Leuten?

„Du Bijan, wir suchen Alice. Hast du sie heute schon gesehen?" Cem sah ihn an.

„Nope, sorry. Die Gute hat sich nicht bei mir gemeldet. Auch gestern Abend nicht... Ich dachte sie will das gleich mit der ganzen Mannschaft teilen, dass–", er merkte, dass Sahra ja auch noch da war und trat etwas verlegen auf der Stelle. „Oh, ehm. Ups." Dann grinste er und zeigte zum Gebäude. „Ich, ehm, ich geh dann mal."

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt