Kapitel 9

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Bleibt drinnen heute Nacht und passt auf euch auch! Einen schönen Samstag, ihr Lieben.


Kapitel 9

Die beiden saßen dann noch eine halbe Stunde am Esstisch und arbeiteten die Vorlesungsfolien des heutigen Tages nach. Bastet schlief eingerollt neben ihnen auf Cems Stuhl. Sahra sah auf die Uhr; sie überlegte, ob sie sich umziehen sollte bevor Linda kam... aber eigentlich wollte sie sich für Alice schick machen.

„Tu es", lächelte Anne sie vom Platz gegenüber an.

„Hab ich was gesagt?"

„Nö. Man sieht es dir an, Sahra." Jetzt grinste sie.

Dann hörten sie die Klingel, sofort war Bastet wach und hob ihr Köpfchen.

„Das ist Linda", meinte Anne und stand auf, „Tu es. Rot oder dunkelblau."

Sahra sah ihr kurz hinterher und flüsterte die Farben nochmal vor sich hin, dann ging sie in ihr Zimmer, um sich umzuziehen.


Die drei Studentinnen begannen dann allmählich die Küche fürs Kochen herzurichten. Linda ging rum, um allen ihre Schürzen anzulegen und zu binden, schließlich kümmerte sie sich auch um ihre eigene. Sahra schaltete das Radio ein und ließ nach kurzer Suche eine ihrer Playlists laufen.

Und Anne holte drei Weingläser aus dem Schrank, dann wählte einen Wein aus dem Weinregal im Esszimmer aus – in dem sie, wie die Kulturbanausen, die sie waren, nicht nur ein paar gute Weine lagerten, sondern auch Cola. Selbstverständlich durfte ein Gläschen Roter zum Kochen nicht fehlen.

Es machte unglaublichen Spaß gemeinsam das Abendessen vorzubereiten, nach fünf Minuten hatte Linda die Herrschaft über die Küche erlangt und Anne und Sahra gut eingespannt.

Sie begannen mit der Zubereitung des Nachtischs, es gab fruchtiges Tiramisu mit Erdbeeren. Als das Dessert fertig war fanden sie beinahe keinen Platz im Kühlschrank dafür, das war eben der Nachteil von einem vollen Kühlschrank im Sommer.

Im Anschluss kochten sie dann den Reis auf und schnitten die Zutaten für die vegetarische Reispfanne mit Gemüse und Feta. Anne hatte am Nachmittag Lindas Zutatenliste gewissenhaft abgearbeitet und alles besorgt was dort draufstand während Sahra sich um die Abarbeitung die Einkaufsliste gekümmert hatte, die sie am Montagabend noch mit der WG am Esstisch über den Prospekten geschrieben hatten.

Sie redeten hauptsächlich über die Uni, Leichtathletik, die Zeitung, und über Frauen. Sahra wusste nicht, ob Linda von Anne angestiftet worden war... Aber anscheinend war sie das nicht, denn sie schickte ihre Freundin dann ins Esszimmer, um den Tisch abzuräumen und im Anschluss zu decken.

Als Anne dann also im Esszimmer mit Tischdecken beschäftigt war und sie beide in der Küche mit dem Anbraten der Zwiebeln, Paprika und Pilze lenkte Linda das Gespräch auf Alice.

„Also, Alice..."

Sahra, die am Waschbecken bereits ihre Küchenutensilien spülte schaute auf, „Was ist mit ihr?"

„Kommt ja heute Abend auch."

„Sie spielt ja schließlich Fußball mit Cem und Annalena... und sie war schon lange nicht mehr hier."

„Hm, ich weiß." Linda nickte gespielt nachdenklich und achtete darauf, dass sie alles gleichmäßig anbriet.

„Denkst du sie ist zurzeit in einer Beziehung?" Auffälliger ging es doch kaum. Wenn Sahra den Köder jetzt nicht schluckte.

„Weiß ich nicht. Wenn, dann wird sie es wohl kaum rumposaunt haben." Sahra begann die Messer abzutrocknen.

„Sie hat ein Auge auf jemanden geworfen."

Sie hörten die Tür aufgehen und Annalena aus dem Eingang „Wir sind Zuhause!" rufen.

Sahra hob eine Augenbraue und sah Linda an, „Ist das so?"

„Jap, und diese Person ist heute Abend auch hier."


Anne begrüßte die drei FußballerInnen herzlich.

„Das riecht aber lecker", meinte Alice, während sie Cem die Tür aufhielt, damit er sein Fahrrad in die Wohnung schieben konnte.

Er stellte es im Eingangsbereich ab und hängte seinen Helm an den Lenker. Cem war sowieso immer sehr vorsichtig gewesen wenn es um sein Rad ging, aber seitdem Annalena am Montagmorgen ihren Reifen so vorgefunden hatte ging er kein Risiko mehr ein.

„Wir sind ein bisschen später dran, aber die Duschen haben wieder funktioniert und wir wollten euch das ersparen", grinste Annalena.

„Kein Problem, wir sind auch noch am Kochen – verstaut euer Zeug und bringt eure Wäsche ins Badezimmer, dann schmeißen wir später vielleicht noch eine Maschine an."

Alice folgte Anne in die Küche, sie begrüßte die zwei Köchinnen. „Kann man euch denn noch bei irgendetwas helfen?"

„Vielen Dank, aber das wars dann eigentlich schon fast. Schatz, kommst du bitte mal kurz. Sahra, wenn du Alice etwas zu trinken anbieten möchtest, wir kommen gleich nach." Linda sah Sahra auffordernd an.

Sahra nickte ein bisschen perplex, dann nahm sie ihre Schürze ab und begleitete Alice ins Esszimmer.

„Was möchtest du denn trinken, Alice?"

„Ein Wasser für den Anfang wäre nett, danke." Alice stand ein bisschen verloren im Esszimmer rum, während die Brünette eine Flasche Wasser holen ging.


Als Sahra zurückkam, war Alice nicht mehr im Esszimmer sondern saß im Wohnzimmer auf der Couch. Auf ihrem Schoß Bastet, die sich das Kinn kraulen ließ und hinter der Couch an der Wand die Antifa-Flagge (das war die einzige Flagge, die ihnen jemals in die Wohnung kommen würde, und ja sie hatten tatsächlich eine in ihrem Wohnzimmer hängen).

Wäre Sahra nicht schon übelst verschossen in Alice gewesen, dann hätte dieser Anblick ihr jetzt den Rest gegeben. Alice sah auf, „Oh hey, die kleine Maus hat mich hierhergelockt." Sie nahm das Glas von Sahra entgegen und bedankte sich.

„Ihr kennt euch also schon", lächelte Sahra und setzte sich neben den beiden auf die Couch, Bastet blickte zu ihr und zuckte mit dem Schwanz.

„Ich finde dein Oberteil steht dir wirklich sehr gut... schöne Farbe – also das und die Hose natürlich auch. Dein Fit, so allgemein", lächelte Alice ein bisschen verlegen während Bastet von ihr abließ und von der Couch sprang, um irgendwo anders wieder das Zentrum der Aufmerksamkeiten zu sein.

Sahra hatte sich Annes Vorschlag zu Herzen genommen und ein dunkelblaues Top mit farblich dazu passenden Shorts kombiniert. Alice gefiel es, das war also ein voller Erfolg.

„Danke schön", sie lächelte. Und dann kamen auch schon Cem und Annalena zu ihnen ins Wohnzimmer.

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