Kapitel 90

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Es ist Mittwoch! <3

Kapitel 90


Robert war so schnell aufgestanden, dass er beinahe von den Stufen fiel. Annalena stand auch schon und hatte einen Arm in die Hüfte gestemmt; vor ihnen am Ende der Treppe stand Jan, die Hände auf den Knien und der Blick bedauernd.

„Boah, das tut mir so leid, Leute."

Heidi kam angerannt, naja, so schnell wie das in ihrem Zustand ging (sie schwankte schon ganz schön). Als sie bei Jan ankam und ihre Hand auf seinen Rücken legte fielen sie beide dadurch beinahe um.

Robert, der das bemerkte streckte seine Hand aus und Heidi hielt sie dankbar an seinem Arm fest. „Shit Jan, alles in Ordnung?"

„Mir geht's-", weiter kam er nicht, denn er würgte schon wieder.

Annalena stieg noch eine Stufe auf der Treppe hoch und hielt sich die Nase zu. Durch den hohen Anteil an Pfeffi war der Geruch nicht mal so schlimm; trotzdem zog Robert Heidi etwas von Jan weg, er wollte ja auch nicht von Spritzern getroffen werden.

„Ihr habt verloren", grinste Heidi und versuchte einen Rülpser hinter ihrer Hand zu verbergen. Robert ließ sie sich langsam auf die Treppe setzten. „Wer als erstes kotzt verliert."

„Nicht, brachte Jan zwischen seinen Würgern hervor, „wenn er vorher seine Flasche leer gemacht hat."

Da ist etwas anderes hoffentlich gleich leer, dachte Robert, wenn das so weiterging, würde er vielleicht auch gleich anfangen müssen zu würgen.

„Wo ist Janine?", fragte Annalena und kam bei ihnen die Treppe runter.

„Die steht da drüben und versucht den Pfeffi drin zu behalten." Heidi zeigte Richtung Springbrunnen, an dem eine mitgenommen aussehende Janine mit ausgestrecktem Arm und geschlossenen Augen lehnte und alles tat, um nicht wie Jan zu enden.

Nachdem er seinen kompletten Mageninhalt vor den Stufen nochmal kurz betrachtet hatte, kam Jan schließlich zu ihnen und setzte sich. Robert kramte nach einem Taschentuch für Jan und Annalena reichte ihm die Flasche mit dem Wasser.

Dann zeigte sie zu der grünlichen Pfütze und meinte: „Das muss jemand wegmachen." Und machte damit klar, dass sie nicht diejenige sein würde.

„Wir können Wasser vom Springbrunnen nehmen", schlug Robert vor und sah Annalena an.

Jan meldete ich zu Wort. „Ich machs weg, aber ich weiß nicht, wo es nen Eimer gibt." Dann trank er einen halben Liter Wasser hinterher.

„Drinnen", sagte Annalena und sah in Janines Richtung, „neben dem Speisesaal die zweite Tür, da sind Putzsachen. Da gibts auch Eimer."

„Ich hol den Eimer, Annalena, geh du und schau mal nach Janine."

Sie lächelte dankbar und nickte ihm zu, dann machte sich Robert auf den Weg.

Er war froh, dass er jetzt kurz allein sein konnte. Was war da eben fast geschehen? Hatte er wirklich dagesessen und darauf gewartet, dass Annalena ihn küsst? Hätte sie es getan, wenn Jan ihnen nicht einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte? Und was war mit Christian? Er liebte ihn doch...

Völlig zerstreut verlief sich Robert auf dem Weg zum Speisesaal zwei Mal, hier sah aber auch irgendwie alles gleich aus, und als er dann endlich bei dem Raum war, der nach Annalenas Beschreibung die Putzsachen hatte, kam ihm Daniel von der Grünen Jugend entgegen.

„Hey Robert, wie gehts? Schicke Medaille."

„Hi, ich muss Jan nen Eimer holen", Roberts Hand lag auf der Türklinke und er sah Daniel an, „er hat den Hof vollgekotzt und irgendwas sagt mir, dass er heute Abend nicht der letzte sein wird."

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt