Kapitel 80

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Mal wieder pünktlich wie die Deutsche Bahn :D Vielen Dank an alle, die einfach noch dabei sind bei mittlerweile Kapitel 80. Uhm, da gibts Ende Woche was schönes auf Instagram, wenn ich es schaffe. Kommt gut in die neue Woche!

Kapitel 80

Obwohl Anne und Sahra ein eher schnelles Abendessen zubereitet - nein, gezaubert – hatten, (einen Couscous-Salat) schmeckte es fantastisch wie immer. Sie planten noch ein wenig über ihren Tellern und danach suchten sie sich ihre Outfits für die Party raus.

Robert und Christian verabschiedeten sich von der Gruppe, sie würden bei Robert vorbeigehen, damit er sich umziehen konnte und dann würde Christian ihn bei Alice rauslassen und sich selbst zuhause umziehen.

Alice wartete in der WG, bis alle fertig waren und sie fuhren dann in zwei Taxen zur Location. Es gab anscheinend auch Öffis, die in der Nähe hielten, aber sie hatten nicht die Zeit, oder besser gesagt die Lust diese heute zu nutzen.

Annalena war ziemlich aufgeregt. Endlich würde sie mal Lilles Zuhause sehen. Sie kannte es bisher ja nur aus Sahras Erzählung.


Und sie hatte gedacht, dass Sahra übertrieben hat, aber als sie selbst vor der Villa stand verstand sie wie man davon überrumpelt sein konnte. Sie selbst konnte die schiere Größe des Hauses nicht wirklich fassen. Cem schloss das Tor hinter ihnen und sie folgten Lille die Hofeinfahrt zum Eingang hoch.

Dort gab es sogar einen Springbrunnen – den hatte Sahra gar nicht erwähnt. Und außerdem sollte es hier auch noch einen Pool geben, wenn der Garten jetzt noch eine schöne ebene Wiese hatte, auf der frau schön Bolzen konnte, dann ließe es sich hier echt aushalten.

Sie wuselten Lille hinterher und bis auf Anne und Sahra schauten sich alle ziemlich erstaunt um.

„Ist halt so ne typische Bude von Leuten, die zu viel Geld haben", meinte Lille als sie hinter Annalena im Foyer auftauchte, während diese gerade den riesigen Kronleuchter aus der Ferne betrachtete. Der musste scheiße teuer gewesen sein.

„Lille ich halte dir nie wieder vor, dass du uns nichts hiervon erzählt hast", sagte Cem und kam zu ihnen beiden. „Das hätte dir eh niemand geglaubt." Er klopfte ihr auf die Schulter.

„Ich weiß nicht, ob ich angeekelt oder neidisch sein soll. Alter Falter, was ein Luxusschuppen – und wir sind grade mal im Foyer. Hallo, es gibt ein Foyer."

Annalena sah zu Sahra, die ein wenig reserviert an einer Wand stand und die anderen still beobachtete.

„Gibst du uns noch ne schnelle Führung durchs Haus? Wer weiß, ob sich diese Gelegenheit jemals wieder bieten wird", meinte Cem und kratzte sich leicht verlegen am Hinterkop. „Ich glaube das ist das erste und letzte Mal, dass ich so ne Bude in meinem Leben von innen sehe."

Lille sah zu Sahra und dann zu Anne, beide schienen damit d'accord zu sein, Annalena tänzelte aufgeregt auf der Stelle. Sie sollten doch eigentlich auf Robert warten... aber nein, sie würde Robert dann später eine private Tour geben - aber natürlich nur wenn Lille einverstanden war.

Das Haus war genau so riesig, wie es von außen ausgesehen hatte. Und es war selbstverständlich voll klimatisiert.

Lille führte sie durchs Whiskeyzimmer, das direkt an das Foyer grenzte, zeigte ihnen die Küche und den Speisesaal (es war wirklich ein Saal), das Wohnzimmer, die Bibliothek, ein Innenschwimmbad mit Sauna, einen Getränke- und einen Weinkeller, zwei Gästezimmer und drei verschiedene Badezimmer alleine im Erdgeschoss und im Souterrain. In den Obergeschossen gab es dann ein Heimkino und ein Billardzimmer, zwei großen Balkons mit Cocktailbar und Lounge, einen Wintergarten, ein Atelier, die Schlafzimmer (die Lille allerdings ausließ) und nochmal vier Badezimmer.

Je länger sie ihrer Freunndin durch die Villa folgten desto weniger konnte Annalena sich vorstellen hier zu wohnen. Es war paradox. Das Haus war riesig und es sah alles sehr modern und luxuriös aus, zudem war es dezent, aber geschmackvoll eingerichtet. Aber etwas störte sie bei alledem: Es sah so aus als würde hier niemand leben.

Annalena machte den Staubtest (mit den Fingern über Stellen fahren, wo sich Staub ablagern kann und normalerweise seltener geputzt wird) und landete nicht einen einzigen Treffer. Es hingen hier zwar auch viele Gemälde von namenhaften Künstlern herum, sicherlich Originale, Fotos suchte sie allerdings vergeblich.

Nicht ein Bild von der Familie. Obwohl, das stimmte so nicht ganz, Annalena glaubte sich zu erinnern im Whiskeyzimmer ein Ölportrait von einem Mann gesehen zu haben. Kein einziges Bild von Lille.

Fotos, Erinnerungen, ein bisschen Unordnung, das machte ein Haus oder eine Wohnung doch erst zu einem Zuhause, oder nicht?

In ihrem Elternhaus hingen aberdutzende Fotos von der kompletten Familie; von Kindern, Cousinen, Eltern, Tanten, Großeltern. Annalena hatte immer angenommen das war normal, wenn man älter wurde. Man kaufte sich ein paar Bilderrahmen und rahmte die schönsten Schnappschüsse seiner Liebsten ein, damit sie immer bei einem waren. Naja, oder wenn es etwas zeitgemäßer sein soll: einen digitalen Bilderrahmen.

Hier schien diese Naturregel nicht zu gelten.

Der Garten war noch mal eine andere Dimension. Sie kamen durch eine Glastür auf eine größere Terrasse, auf der sich eine edle Garnitur Gartenmöbel befand. Direkt daneben war der (Outdoor-) Pool. Auch hier draußen gab es eine Bar, nämlich direkt neben dem Poolhaus.

Der riesige, saftig grüne Rasen lud zum Bolzen ein und es zuckte Annalena ja schon ein wenig im Fuß. Sie ging in die Hocke und testete die Härte des Bodens, daraufhin warf sie Cem einen zufriedenen Blick zu. Ein Mähroboter fuhr an ihnen vorbei; der sorgte dafür, dass das Gras auf genau 4,5 Zentimeter Höhe stand.

Es wurde fast wieder ein bisschen zu warm in der Sonne und so gingen sie dann alle erstmal wieder nach drinnen, damit sie nicht noch ins Schwitzen gerieten. Alice versorgte sie mit Getränken und sie setzten sich auf die große Couch im Wohnzimmer.

Gerade hatten sie Platz genommen, als es auch schon an der Tür (oder besser gesagt am Tor) klingelte.

Alice ging aufmachen.


„Kann mich mal einer kneifen", flüsterte Cem als sie verschwunden war.

Anne ging dieser Bitte mit einem leichten Grinsen auf den Lippen nach, woraufhin Cem sie entsetzt ansah. „Au!"

„Was? Du sagtest doch eben, kann mich mal einer kneifen."

Linda kicherte und gab Cem einen 'Tja, sie hat Recht'-Blick.

„Wer das wohl ist?" dachte Annalena laut nach, war sich allerdings fast zu hundert Prozent sicher, dass es nur Robert sein konnte.

Und tatsächlich, zwei Minuten später stand Robert, ebenfalls schon mit einem Kaltgetränk in der Hand vor der Couch und überlegte, wo er sich hinsetzen sollte. Er entschied sich dann für den Platz direkt neben Annalena.

„Also gut", Lille sah auf ihre Uhr und dann in die Runde, „wir haben noch ein bisschen Zeit, bevor es losgeht. Es wäre super lieb, wenn wir die Vorbereitung zusammen erledigen könnten. Wir machen eine To-Do-Liste damit wir auch ja nichts vergessen... und ich müsste mich dann auch noch umziehen."

Linda sah sofort auf, als es um Listen ging. Sie übernahm das.

Cem nickte. „Selbstverständlich helfen wir... Bist du dir wirklich sicher, dass du das durchziehen möchtest? Bis jetzt haben wir die Adresse noch nicht rausgegeben. Du kannst also noch gut einen Rückzieher machen."

Lille schüttelte ihren Kopf. „Wir ziehen das jetzt durch. Wie schlimm kann es schon werden?"

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