Kapitel 17

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TW: ja immer noch Blut ne


Kapitel 17


Robert war mittlerweile oberhalb der Coachingzone angekommen, er stand an der Absperrung und rief Annalenas Namen. Von seinem Platz auf der Tribüne konnte er nicht viel erkennen außer, dass Annalenas weiße Hose jetzt eher weiß-rot war und Christian und Julia vor und neben ihr herumwuselten.

Annalena hatte den weiteren Spielverlauf beobachtet; sie warteten gerade, bis die Blutung etwas schwächer wurde. Plötzlich hörte sie ihren Namen und drehte dann ihren Kopf in die Richtung, aus der Roberts Stimme kam.

„Dein Lover macht sich Sorgen, Annalena", grinste Christian und winkte Robert von seinem Platz aus zu – er kniete direkt vor Annalena und hielt ihren Arm waagerecht.

Julia warf ihm auf sein Winken hin einen genervten Blick zu und Annalena antwortete an Christian gewandt: „Er ist nicht mein Lover. Und ich wär lieber vorsichtig an deiner Stelle, ich kann dich mit meinem gesunden Arm noch ohne weiteres umstoßen."

„Denkst du er klettert über die Absperrung drüber, um zu dir zu kommen?" grinste Christian frech.

Julia holte die Wundspüllösung hervor. „Okay, das könnte jetzt etwas brennen. Nimm einfach Christians Hand und drück sie so fest du kannst." Sie grinste.

Christians Augen wurden groß als Annalena seine Hand nahm und dann biss er selbst die Zähne zusammen, als Julia die Wunde spülte. Heilige Crypto-Götter, hatte die eine Kraft in ihrer Hand!

„Geh bitte zu ihm hin, Christian. Und sag, dass es mir gut geht. Und sei bitte nett." bat ihn Annalena. „Julia hat das hier alles schon im Griff."

Christian zog seine Handschuhe aus, rollte seine Augen und stand aus der Hocke auf. „Na gut, aber nur, weil du verletzt bist und mir ein bisschen leidtust."

„Danke."

Dann lief Christian zu Robert an die Tribüne, auf dem Weg setzte er eine traurige Miene auf.


„Christian!", Robert lehnte sich über das Geländer, „Wie schlimm ist es? Ich hab es von der Tribüne aus gesehen – geht es Annalena gut? Wieso schaust du so?"

Der Sanitäter schüttelte seinen Kopf, „Der Arm muss ab."

„Du verarschst mich doch. Alter, ich hab keinen Nerv für so dumme Witze."

„Yo, Robert mein Freund, fahr mal einen Gang runter."

In der Coachingzone stand Karl gerade vor Annalena und sprach, Julia nickte, dann erhob sich Annalena und folgte ihr vom Spielfeldrand Richtung Umkleiden.

„Wo gehen sie hin?", fragte Robert besorgt und sah Annalena hinterher.

„Wahrscheinlich zum Erste-Hilfe-Raum, die Wunde kleben. Der Kleber ist in der Kühlung." Christian lehnte lässig an der Tribüne und sah zu Robert hoch. „Mach dir keine Sorgen. Annalena hat mich geschickt, um dir auszurichten, dass es ihr gut geht. Du weißt doch, sie ist hart im Nehmen."

„Aber das sah total schlimm aus, ihre Hose, ihr ganzer Arm." Robert hielt sich eine Hand an den Kopf.

„Das sah schlimmer aus als es war, glaub mir Robert. Ich kenn mich mit Wunden ein bisschen aus." Er zwinkerte ihm zu. „Hab selbst schon die ein oder andere versorgt."

„Aber das war doch ein total krasses Foul von diesem Typen oder? Wieso macht jemand so etwas?"

„Ich kenn mich jetzt nur begrenzt mit den Regeln aus, aber ich schätze mal der Schiri vergibt nicht leichtfertig Platzverweise. Robert, hör zu, mach dir nicht so viele Sorgen. Julia flickt, oder besser gesagt, klebt Annalena wieder schön zusammen und dann ist sie fast wie neu."

„Warum musst du ständig diese blöden Scherze machen, Christian? Du bist doch sonst auch nicht so."

„Shh!" Christian drehte sich schlagartig zu Robert und sah etwas nervös um sich, „Alter, sag das doch nicht so laut hier in der Öffentlichkeit. Sonst gehen wir dienstags nicht mehr Indisch essen."


Das Gespräch mit Christian hatte Robert etwas beruhigen können, trotzdem entschloss er sich nochmal dazu nach Annalena zu sehen und sich selbst ein Bild von der Lage zu machen. Er winkte kurz Sahra und Linda zu, die weiter oben noch auf ihren Plätzen bei der Tribüne saßen und gab ihnen mit Handzeichen zu verstehen, dass er gleich zurückkäme.

Dann verließ er die Tribüne über einen Umweg und lief zum Gebäude, in dem sich die Umkleideräume und das Erste-Hilfe-Zimmer befanden. Auf dem Weg kam er an einem Getränkeautomaten vorbei und besorgte Annalena noch ein Wasser.

Die Tür zum Raum war nur angelehnt, Annalenas Stimme drang nach draußen und hallte leise durch den leeren Flur. „Du machst das aber wirklich professionell."

„Und du bist wie ein kleines Kind. Zum wievielten Mal sag ich das jetzt, Annalena, nicht anfassen. Es muss trocknen." Das war Julia.

Annalena kicherte und Robert musste einfach lächeln, er kam vor dem Raum an und wollte sich gerade erkenntlich geben und am Türrahmen klopfen, als er einen Blick durch die Tür erhaschte und wie versteinert stehen blieb.

Annalena saß auf der Behandlungslieg. Vor ihr stand Julia. Die Hand ihres unverletzten Armes lag an der Hüfte der blonden Studentin und so wie es aussah küssten sie sich gerade. 

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt