Kapitel 39

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Kapitel 39


Eine halbe Stunde nachdem sie aufgelegt hatte, klingelte es an der Tür. 

Cem ging ran und Sahra hörte ihn und Alice kurz reden. Alice war schon da! Jetzt beeilte sich Sahra etwas im Badezimmer.

Als sie zwei Minuten später ins Esszimmer kam stand Alice vom Stuhl auf und lächelte sie an.

„Du warst aber schnell. Entschuldige, dass du warten musstest."

Alice trug einen Lederrock mit weißem Hemd und sah einfach umwerfend aus, Sahra sah für einen Moment ganz genau hin. Sie selbst hatte sich für Shorts, ein einfarbiges Top und eine leichte Weste für drüber entschieden; und so wie Alice schaute gefiel es ihr.

Cem grinste zwischen den beiden hin und her und lief dann Bastet hinterher, die ihn sozusagen im Esszimmer abholte (sie stand vor ihm, sah hoch und miaute zwei Mal fordernd, dann drehte sie sich Richtung Wohnzimmer und stolzierte voraus).


Als sie die Stufen im Treppenhaus nach unten gingen kam ihnen ein schmächtiger Kerl entgegen. Er grüßte sie lediglich mit einem angewiderten Blick – es war einer der Bewohner aus dem dritten Stock.

Sie traten auf die Straße raus, da meinte Alice plötzlich: „Ich weiß ich hab Eisessen gesagt, aber wir können auch erst zu Mittag essen, wenn du möchtest... Naja, es ist vielleicht noch ein bisschen früh um jetzt schon zu essen. Wollen wir davor ein bisschen spazieren gehen?"

Sahra lächelte und nickte. „Ja klar, gerne."

Alice freute sich, dass ihr Vorschlag gut ankam.

Sie machten sich auf den Weg zum Park.

„Deine Nachricht war wirklich süß", meinte Sahra und lief ein wenig näher neben Alice. „Tut mir leid, dass ich erst so spät geantwortet habe. Aber du weißt ja, die keine Smartphones am Esstisch Regel. Und heute Morgen war spätes Frühstück angesagt... und danach Mal wieder der Wohnungsputz, der bitter nötig war. Und Anne ist noch bei Linda, da hat das alles ein bisschen länger gedauert."

Alice lächelte. „Da hast du ja schon einiges erledigt heute."

Sie gingen im Park am kleinen See spazieren und redeten hauptsächlich über die Uni.

Die kommenden Wochen würden für sie beide ein wenig stressig werden. Natürlich, es waren die letzten Wochen vor den Klausuren, also versuchten die Profs alle nochmal ihre Skripte durchzudrücken (wenn sie während des Semesters getrödelt hatten, aber auch, wenn sie das nicht getan haben).

Sahra würde außerdem mit den Vorbereitungen für ihre Wahlkampfstrategie beginnen, da stand auch noch das Interview mit der Unizeitung an. Und Alice würde wohl mit dem Training, den Strategiebesprechungen und den anstehenden Spielen einen vollen Zeitplan haben. Am Sonntag nächste Woche stand schon das erste Spiel an. In Hamburg gegen die Hamburger Hafenratten, wie das Team der Jusos auch genannt wurde.


Zu Mittag aßen sie in einem modernen italienischen Restaurant, in das Sahra und die WG schon immer Mal rein wollten, seit es vor ungefähr einem Monat aufgemacht hatte. Aber egal ob mittags oder abends, sie waren immer zwei Wochen im Voraus voll ausgebucht.

Doch heute schienen sie beiden richtiges Glück zu haben, denn es war ein Tisch frei – Alice redete nur mal kurz im Foyer mit dem Mann im Anzug und schon wurden sie zu einem Platz geführt.

Als Sahra die Preise auf der Speisekarte sah wurde ihr klar, warum die WG nie einen Platz bekommen hatte – vielleicht war das auch besser so gewesen! Alice lächelte und bestellte ein Getränk für sich, sie sah zu Sahra die plötzlich ganz unruhig wurde.

Bundestag College AUGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt