Himmel und Hölle

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Ich denke, dass ich nicht erklären brauche, dass ich worldbuilding mag.

In meinem Buch findet man häufiger die "Höllenebenen". Im Werk selbst habe ich es hingegen bisher noch nicht geschafft, zu erklären, wie das System aus "Himmel und Höllen" funktioniert. Für alle von euch, die sich daher gerne in fiktiven Erklärungen verlieren: hier eine schicke Übersicht.

Oder wie ich sie nenne: Wie die Lehrbücher in Brus berichten.

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Das Diesseits ist alles, was wir kennen

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Das Diesseits ist alles, was wir kennen. Es ist unser Leben, es ist der Himmel, es ist die Erde zu unseren Füßen. Doch auch das Diesseits, mit allem, was dazugehört, ist eine Ebene.
Umringt vom sichelförmigen Äther, werden wir durch die Anwesenheit der Götter beschützt. Der Äther hält das Gleichgewicht unseres Lebens und sorgt auch dafür, dass die drei obersten Ebenen der Hölle nicht ausarten.

Über die vierte und größte Hölle hat der Äther keinen Einfluss — die vierte Hölle ist ein Reich für sich. Ein Ort, den der Äther nicht erhellt. Monster haben dort freien Lauf und das Elend wird zum Alltag.

 Monster haben dort freien Lauf und das Elend wird zum Alltag

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Der Äther. Zentrum der zivilisierten Welten und Herberge der Götter, ist es ein weitläufiger Raum, der mit monströsen Maßen und Städten aus Glas alles Bekannte übertrifft. Es gilt seit Jahrtausenden als Schmelztiegel der Reinheit und des Friedens. Die Türme leuchten aus der Ferne und zwischen den freien Städten erstrecken sich Weidelandschaften mit ernüchternder Wirkung auf das gereizte Auge. Nahezu perfekte Ansammlungen von Häusern und angenehmste Töne, die durch die Straßen hallen. Es ist Ort der Bewegung und Stätte der Ruhen zugleich.

 Es ist Ort der Bewegung und Stätte der Ruhen zugleich

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Die erste Höllenebene. Unter den dicken Nebeln schlechter Luft in dieser öden Landschaft finden sich häufiger Mitleidende, als irgendwo sonst. Die Hügelabschnitte scheinen unendlich, unerklimmbar und tödlich aufgebläht. Ein Weg hinüber zu anderen Gebieten wird zu einer Reise in den Abgrund. Viele Möglichkeiten zu sterben... und wiedererweckt zu werden. Eine andere Wahl als unendliches Ableben hat man scheinbar nicht.
Zwischen den Steinen, warmen Savannen und dicken Nebelwänden finden sich nur vereinzelt die Überreste menschlicher Bauten, die den endlosen Wetterwechseln zu trotzen versuchen.
Ein Leben hier ist möglich, doch sinnlos. Der Tod ist nah und wird früh zur einzigen Bekanntschaft, auf die Verlass ist.
Zwar schlägt sich ein Fluss durch die Welt, doch um an diesen zu gelangen muss man erst einmal lebendig die Berge abwärts laufen.
Ein tristes Dasein als Strafe minderer Taten.

Ein tristes Dasein als Strafe minderer Taten

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Die zweite Höllenebene. Als Labyrinth aus Steinen tun sich die unzivilisierten Landstriche vor einem auf. Eine Welt aus Fels, Gestein und Klüften, auf dem nicht nur die Füße kaum Halt finden, sondern auch Wasser nicht. Tief müsste man dafür graben — sich mit den bloßen Fingernägeln durch diese unerbittlich feste Masse kratzen, bis auch nur ein Tropfen auf die wunde Haut stoßen würde.
Der Kreislauf des Todes ist unvermeidbar. Bis auf verzweifelt hallende Rufe anderer Gefangener in der Ferne gelingt einem nur selten Kontakt zu anderen. Und sobald man diesen findet, ist der nächste Unfall nicht fern und man erwacht in den tiefen Höhlen getrennt voneinander, um diesen eisernen Alltag zu wiederholen.

 Und sobald man diesen findet, ist der nächste Unfall nicht fern und man erwacht in den tiefen Höhlen getrennt voneinander, um diesen eisernen Alltag zu wiederholen

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Die dritte Höllenebene. Reine Verzweiflung peinigt die dort gelandeten Seelen. Seelen ist nicht einmal mehr das, wie man jene bezeichnen kann, die hier sind. Wenn sie nicht schon durch ihre Taten im Diesseits ihren Verstand verloren haben, dann spätestens hier.
Erste schaurige Wesen durchstreifen die ewigen Wüsten. Düne an Düne gedrängt, gibt es hier kein Wasser, keine Zivilisation, keinen festen Boden, keine Nahrung, kein Leben. Andere Wesen trifft man unheimlich häufig, doch ist es nie ein friedliches Treffen — denn was alle versammelten hier hergebracht hat sind reine Straftaten.
Zudem kann man nie wissen ob es sich um einen Mitstreiter, oder um eines der Monster, die aus der untersten Ebene flüchten konnten, handelt.

Zudem kann man nie wissen ob es sich um einen Mitstreiter, oder um eines der Monster, die aus der untersten Ebene flüchten konnten, handelt

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Die unterste Höllenebene. Als Mahnmal ewiger Sünden, stehen dicht gedrängte monströse Städte übereinander. Es ist eine Ansammlung von Bauten, die die Monster, die hier leben, ausgespuckt zu haben scheinen. Der stete Gestank von Verwesung flutet die Straßen — wobei es hier keine Leichen geben kann. Vielleicht handelt es sich bei den Düften auch um den Verstand eines jeden, der hier dahinrafft und mit reiner Seelenlosigkeit ausgestopft wird.
Unaufhaltsame Unruhen durchwirken die dunklen Gassen, an die kein Licht herantreten kann. Gebäude so hoch, Nebel so dicht, dass man nur mit größter Anstrengung die Wolken ausmachen kann.
Die Wesen, die hier landen, sind auf ewig gezeichnet. Gebrandmarkt mit dem Schicksal, zu dienen und zu leiden. Gepeinigt in endlosen Experimenten, Freudenhäusern, oder in den Arbeiten eines Sklaven. Wie Attraktionen ausgestellt, ist hier nichts von Wert und die einzige Aufgabe, die Lüste anderer zu befriedigen. Irgendeine herzlose Gestalt nimmt einen immer in Anspruch. Der Versuch, zu flüchten, mündet schnell in Abschlachtungen und die Kette wiederholt sich so lange, bis auch der letzte Funke Willen erlischt.
Zwischen den Städten erstreckt sich tiefes Wasser. Seen, die Wesen hervorbringen, die nur so schrecklich sein können, wie jene, die am Land leben.
Denn die Götter wissen: schlimmeres kann nicht existieren.

Blut eines CruorsGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt