New York
Als sich die Tür des Aufzugs öffnete, blickte Eldrid auf ein paar dunkle Schuhe. Ihr Blick richtete sich nach oben und traf den des Bogenschützen, der anscheinend auf sie wartete. Ohne etwas zu sagen reichte er ihr eine Hand und half ihr wieder auf die Beine. Betreten wich sie seinem Blick aus und strich sich einige imaginäre Fusseln von der Hose.
"Alles okay?", fragte er und ließ sie keinen Moment aus den Augen.
Zuerst nickte Eldrid, aber als ihr klar wurde, dass er vermutlich alles mit angesehen hatte, schüttelte sie den Kopf. "Nicht wirklich."
"Komm." Zusammen gingen sie rüber zur Couch und setzten sich. "Loki ist ein Arsch", wiederholte er die Worte, die Tony gewählt hatte, als die Asin das erste Mal auf Midgard war.
Sie erwiderte nichts darauf, sondern dachte an die Begegnung mit dem Gott zurück. War sie wirklich so naiv, wie er sagte? Hatte er für sie wirklich keine Gefühle mehr? Wenn diese überhaupt je vorhanden gewesen waren. Momentan stellte sie die vergangenen Jahre komplett in Frage. Hatte sie sich so sehr in ihn getäuscht?
"Warum liebst du ihn?", stellte Clint die Frage plötzlich, was sie überrascht aufsehen ließ. "Versteh mich nicht falsch, aber.... ich versteh es einfach nicht."
Eldrid seufzte und fuhr sich mit einer Hand durch die langen Haare, die mittlerweile völlig wirr lagen. Wenn ihre Mutter oder ihre Zofen sie so sehen würden, wären sie entsetzt. "Ja, er macht es einem momentan nicht sonderlich leicht. Hat er noch nie. Aber er ist kein schlechter Mann."
"So wirkt es momentan nicht gerade." Clint zog eine Augenbraue hoch. Die Asin wusste, dass er aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit mit Loki so seine Vorurteile hatte und das konnte sie ihm nicht mal übel nehmen. "Nachdem was ich gerade gesehen und gehört habe... Ich kann an ihm nicht wirklich etwas Gutes entdecken."
Eldrid traten wieder die Tränen in die Augen, doch sie kämpfte dagegen an. Sie wollte nicht noch mehr Schwäche zeigen, als ohnehin schon. Der Bogenschütze hatte also wirklich alles ganz genau mitbekommen, wurde ihr bei seinen Worten klar. "Er war früher nicht so", nahm sie den Gott trotz allem in Schutz. "Nicht zu mir und auch nicht zu anderen. Selbstverständlich ist er nicht grundlos der Gott des Schabernacks, aber das hier scheint eine ganz neue Stufe zu sein."
Die Dunkelhaarige stand auf und richtete ihre Kleidung. "Ich werde mich für heute zurückziehen."
Noch bevor sie zum Aufzug gehen konnte, um in ihr Zimmer zurückzukehren, wurde sie von Clints Worten aufgehalten. "Was er unten gesagt hat... dass ihr euer Kind verloren habt... das tut mir wirklich leid."
Eldrid drehte sich zu dem Bogenschützen um. Die Tränen standen ihr wieder in den Augen, doch diesmal versuchte sie gar nicht erst sie zu verbergen. "Ich will mir gar nicht vorstellen, wie es für euch war. Oder noch ist", fuhr er fort und stand ebenfalls auf, um zu ihr hinüber zu kommen. "Aber wenn ich daran denke, was wäre, wenn ich ein Kind hätte, dass ich verlieren würde..." Clint brach mitten im Satz ab und schüttelte den Kopf.
"Man wird es überstehen", murmelte Eldrid und rang sich ein Lächeln ab. Sie meinte ihre Worte ernst. Irgendwie hatte sie es geschafft, weiter zu machen, auch wenn es noch so schwer war.
Clint nickte und atmete tief durch. Eldrid drehte sich wieder um und stieg in den Aufzug. "Danke", rief sie noch in seine Richtung, ehe sich die Metalltür schloss.
Seufzend lehnte sie sich gegen die kalte Wand und sofort waren ihre Gedanken wieder bei Loki. Anstatt auf die Nummer der Etage zu drücken, in der sich ihr Zimmer befand, wählte sie die 42. Vielleicht würde es helfen, wenn sie sich in der Bibliothek ein wenig ablenkte.
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Liebe ist ein Dolch *Loki FF*
Fanfic-- Marvel/Loki -- Wenn das Leben einem Steine in den Weg legt, können selbst die besten Beziehungen daran zerbrechen. Egal, wie groß die Liebe auch gewesen sein mag. Doch konnte es eine zweite Chance geben? Würden sie die Probleme lösen können und e...
