Kapitel 43

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Frohe Feiertage!


Plymouth


Nun, es wurde nicht nur für den Gott des Schabernacks eine lange Fahrt, sondern auch für Eldrid. Immer wieder ertappte sie sich dabei, wie sie beinahe der Versuchung nachgab, ihn anzusehen, ja gar mit ihm zu reden. Mit verschränkten Armen saß sie da und kniff sich immer wieder selbst in den Oberarm, nur um die Worte zurückzuhalten, die aus ihr heraussprudeln wollten.

Bei jeder Haltestelle hoffte sie, dass er sich dazu entscheiden würde, aufzugeben und auszusteigen. Doch er tat es nicht. Eldrid wusste, dass er beharrlich sein konnte. Doch er war ein Idiot, wenn er dachte, dass sie ihm einfach so vergeben würde.

Endlich erreichten sie das Stadtviertel, in dem sich ihre kleine Wohnung befand. Noch bevor der Bus gänzlich angehalten hatte, sprang sie auf und stellte sich an die hinteren Türen. Diese öffneten sich nach einigen quälenden Augenblicken und sie eilte hinaus. Die Brünette brauchte nicht nach hinten zu sehen, denn sie wusste auch so, dass er ihr direkt auf den Fersen war. Sie musste sich zurück halten, um nicht die letzten Meter zu ihrer Wohnung rennend zurück zu legen. Schwungvoll stieß sie die Metalltür auf und befand sie sogleich im Treppenhaus. Zwei Stufen auf einmal nehmend, huschte sie nach oben. Dabei entging ihr natürlich nicht, dass die Haustür länger als gewöhnlich brauchte, um ins Schloss zurück zu fallen.

„Eldrid, jetzt warte doch einen Moment", ertönte sogleich die Stimme ihres ehemaligen Geliebten. Natürlich bemerkte sie den gereizten Unterton, doch auch das war ihr egal. Sie wollte so schnell wie möglich weg von ihm.

Ihn ignorierend, blieb sie vor dem Eingang ihres Apartments stehen und fischte mit zittrigen Fingern in ihrer Tasche nach dem Schlüssel. Zu ihrem Bedauern war sie nicht schnell genug, denn sie schob den Bart gerade in das Schloss, da tauchte Loki auch schon neben ihr auf.

„Lass es mich erklären, bitte."

„Es gibt nichts zu erklären", brummte sie und drehte den Schüssel herum. Auf keinen Fall würde sie ihn jetzt auch noch hinein lassen. Obwohl so ein mickriges Schloss für ihn sicherlich keine wirkliche Barriere darstellen würde.

„Verschwinde hier, Loki. Ich will dich hier nicht haben", gab sie ihm die Worte zurück, die er einst auch an sie gerichtet hatte. Damit öffnete Eldrid die Tür, drängte sich in ihre Wohnung und ließ sie mit einem lauten Knall vor seiner Nase zufallen.

Hektisch atmend ließ sie sich mit dem Rücken gegen das alte Holz fallen. Erst jetzt merkte sie, wie sehr sie aus der Puste war. Vermutlich sollte sie mal wieder einige Trainingsrunden absolvieren. Rein provisorisch natürlich. Sie hoffte natürlich darauf, dass so etwas wie heute ein Einzelfall sein würde.

Als sie sich wieder einigermaßen beruhigt hatte, drehte sie sich leicht zur Seite und hielt die Luft an, versuchte jeder kleinen Bewegung im Treppenhaus zu lauschen. Doch da war nichts, also nahm sie an, dass er bereits das Weite gesucht hatte.

Die Asin seufzte laut und fuhr sich anschließend durchs Haar. Sicherheitshalber schloss sie die Tür ab, ehe sie zum Sofa hinüber ging und sich erschöpft fallen ließ. Ihre Handtasche legte sie neben sich auf die Sitzfläche und wiederstand nur knapp dem Drang, ihr Handy hervor zu holen. Sie konnte nicht jedes Mal mit Natasha Kontakt aufnehmen, nur weil sie etwas aufgewühlt war. Die Agentin hatte bei weitem sicher andere Sachen zu erledigen. Auch wenn Eldrid gerne wüsste, ob es ihr gut ging. Und Bucky. Sie fragte sich, ob er in Wakanda zurechtkam. Bestimmt war es keine einfache Zeit für ihn.

Liebe ist ein Dolch *Loki FF*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt