Kapitel 31

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New York


Damals...

Sie wusste nicht, wie lange sie schon hier saß, doch hatte sie bereits zwei Mal die Kerzen an ihrem Tisch austauschen müssen. Und noch immer fand sie kein Ende. Wenn es nach ihr ginge, würde sie ewig hier bleiben.

„Ich dachte mir schon, dass ich dich hier finden werde." Die gehauchten Worte an ihrem Ohr ließen sie aufzucken, jedoch nicht, ohne ihr gleichzeitig einen wohligen Schauer über den Rücken zu jagen.

„Ich wusste nicht, dass ich schon vermisst werde", entgegnete sie, verharrte jedoch in ihrer Position. Sie konnte spüren, wie nah er ihr war. Konnte seine Wärme spüren, die ihr dennoch eine Gänsehaut an den Stellen bescherte, an denen Loki sie fast berührte. Automatisch nahm sie einen unverwechselbaren Duft war. Sandelholz und ein Hauch Lavendel. Ihr Herz schlug heftig in ihrer Brust und sie war sich sicher, wenn sie sich jetzt ein kleines Stück zurücklehnen würde, würde er es spüren.

„Ich habe dich bereits seit der Sekunde vermisst, als ich dich heute Morgen verlassen musste."

Heute Morgen?, fragte sie sich und runzelte irritiert die Stirn. "Wie spät ist es?", wollte sie wissen und drehte sich ruckartig zu ihm um.

Ein kleiner Fehler, wie sie feststellen musste, als sie bemerkte, dass sein Gesicht nur Millimeter von dem ihren entfernt war. Nervös schluckte sie.

"Kurz vor Mitternacht", murmelte Loki und sein Blick glitt von ihren Augen zu ihrem Mund.

Sie müsste sich nicht einmal groß bewegen, damit ihre Lippen die seinen streifen würden. Ein verbotener Kuss, das wusste sie. Sie könnte ihn sich jetzt stehlen, wenn sie nur genug Mut aufbringen könnte. Niemand würde es erfahren.

Loki räusperte sich und richtete sich auf. Auch er war sich der Situation nur allzu bewusst. Doch Eldrid ließ mit dem Blick nicht von ihm ab, folgt mit den Augen jeder noch so kleinen Bewegung. Schon seit Langem spürte sie das Verlangen, das über jeder vorehelicher Versuchung hinausging. In ihrem Träumen fragte sie sich oft, stellte sich oft vor, wie es wäre mit ihm verheiratet zu sein und ihm jeder Faser ihres Seins zu gehören.

Es kam ihr zu leicht vor dieser Versuchung nachzugeben und wenn sie sich jetzt nicht vollkommen irrte, dann ging es ihm genauso. Langsam, so unendlich langsam, schob Eldrid ihren Stuhl zurück und stand langsam auf. Dabei ließ sie mit dem Blick nicht von ihm ab. Lokis Augen wurden größer, als er sie dabei beobachtete, wie sie aufstand. Er trat nicht zurück und nun standen sie sich so nahe gegenüber, dass ihre Körper sich fast berührten.

Eldrid schluckte und sprach dann: „Ich sollte wohl langsam nach Hause gehen."

„Das solltest du", erwiderte der Schwarzhaarige, doch keiner von beiden rührt sich. Endlose Augenblicke standen sie einfach nur da und sahen sich an. Das Empfinden in ihrem Bauch, was mit einem kleinen warmen Gefühl begonnen hatte, wurde langsam zu einer immer größer werdenden Flamme, die ihren ganzen Körper zu befallen schien.

Langsam hob Loki seine Hand und legte ihr diese an die Wange. Als hätte er einen Waldbrand entfacht, fing die Stelle an zu glühen, an der er sie berührte. Seufzen schloss sie einen Moment die Augen und legte ihren Kopf in seine Hand, vertiefte das Gefühl der Berührung.

„Ich werde den Wachen Bescheid geben, damit sie dich nach Hause bringen", sprach Loki und sie sah ihn daraufhin wieder an. Seine Augen schienen mit einem Mal dunkler zu sein, als sonst.

„Mutter macht sich bestimmt schon Sorgen", hauchte Eldrid und wieder rührte sich keiner von beiden. Sie schluckte.

„Aber was wäre ich für ein Verlobter, wenn ich dich mitten in der Nacht einfach nach Hause schicken würde."

Liebe ist ein Dolch *Loki FF*Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt