Der Wunsch nach meinem Bett

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Eine Hand strich mir beruhigend über den Rücken, während zwei Weitere mir die Haare aus dem Gesicht hielten.

„Ich bin hier.", Darians Stimme drang leise, aber unglaublich beruhigend an mein Ohr. „Alles ist in Ordnung. Das passiert uns allen mal."

Ich konnte nicht in Worte fassen, wie peinlich es mir war, dass ich hier über der Brüstung hing und mich immer und immer wieder in die leichten Wellen erbrach.

Mein Gesicht war kreidebleich und in meinen Augen brannten Tränen.

Mein Mund fühlte sich schal und trocken an.

Darians Finger fuhren mir leichte über die Stirn, als er eine Haarsträhne einfing, die sich aus seinem Griff gelöst hatte. Wäre meine Situation auch nur halb so unangenehm, hätte ich dieser federleichten Berührung mehr Aufmerksamkeit gezollt.

Kat strich mir kreisend über den Rücken und bat um ein Glas Wasser.

Lord Maurice schien geradezu erleichtert darüber, sich dieser Aufgabe persönlich anzunehmen und ich hörte, wie er sich mit schnellen Schritten aus der Situation entzog.

„Offenbar hat er noch nie Erbrochenes gesehen, so schnell wie der gerade das Weite gesucht hat." Kat zog verächtlich die Augenbrauen hoch.

„Er ist ein Waschlappen.", pflichtete Darian bei „Keine Ahnung, was ihr Vater sich dabei gedacht hat, ausgerechnet ihn ins Spiel zu bringen."

„Selbst wenn er makellos zu ihr passen würde, würdest du etwas Negatives an ihm finden.", kommentierte Kat mit gedämpfter Stimme.

„Stimmt. Ich bin der Einzige für sie.", entschied Darian und in Gedanken musste ich daran denken, dass ich vor wenigen Augenblicken, eine Ähnliche Diskussion, mit gleicher Botschaft mit Kat geführt hatte.

Das würgende Geräusch aus meiner Kehle unterbrach die beiden schlussendlich bei ihrer Debatte darüber, welcher Partner für mich optimal wäre.

„Oh Prinzessin...", hörte ich Kat leise Seufzen.

„Das wars wohl erstmal mit Ausflügen auf dem Wasser für die nächste Zeit." Ich konnte das unterdrückte Lachen in Darians Stimme hören.

„Ihr seid so gemein.", brachte ich weinerlich hervor. „Ich will in mein Bett."

Meine Finger klammerten sich fest um das Holz darunter und ich hoffte einfach, dass das Schaukeln bald aufhörte.

„Das Wasser für die Prinzessin." Lord Maurice tauchte seitlich in meinem Blickfeld auf, aber ich wagte nicht den Kopf zu bewegen. Zu groß war meine Angst, dass ich beim nächsten Anflug der Übelkeit statt des Wassers unter uns, den Boden traf.

Kat nahm ihm dankbar nickend das Glas ab.

„Sollten wir wieder Richtung Hafen segeln?", fragte Maurice und wirkte ziemlich fehl am Platz.

Er hielt eine Hand unsicher in der Luft und die andere baumelte lose neben seinem Körper. Sein Gesicht hatte eine ungesunde Farbe angenommen und ich bemerkte, dass er unheimlich mit sich kämpfte, den Geruch, welcher aus meiner Richtung wehte, zu ignorieren.

Doch es schien, als würde ihm das so nicht gelingen, denn er ging langsam einige Schritte nach hinten. Weg von mir.

„Ich denke das wird das Beste für sie sein.", antwortete Darian, während Kat meine Hände von der Brüstung löste und mir half, mich langsam auf den Boden zu setzen.

„Und Ihr seid?" Maurice bedachte Darian mit einem abwertenden Blick.

„Ihr habt sicher von mir gehört, mein Name ist Prinz Darian.", stellte er sich mit fester Stimme vor. „Ich sorge dafür, dass der Prinzessin nichts passiert. Ich bin ihr persönlicher Leibwächter."

TeufelsherzWo Geschichten leben. Entdecke jetzt