Wichtiger Besuch

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Als Kat mich am nächsten Morgen weckte, zog ich mir stöhnend die Decke über den Kopf. 

"Aufstehen Prinzessin!", trällerte sie wie immer gut gelaunt und plötzlich fragte ich mich, ob ihre Stimme schon immer so anstrengend gewesen war oder es mir nur so vorkam, weil ich unglaublich schlechte Laune hatte. 

"Ich will nicht.", heulte ich und wickelte mich weiter in meine Bettwäsche. Meine Augen waren trocken und brannten. 

Nach meinem Streit mit Darian letzte Nacht, hatte ich viele weitere Stunden wach gelegen und mir den Kopf über das gesamte Universum zermartert. Eine ordentliche Portion Selbstmitleid durfte natürlich auch nicht fehlen: 

Dass meine Mutter umgebracht worden war. 

Dass mein Vater ein König war - und ein Vampir noch dazu. 

Dass Darian etwas dagegen hatte, dass ich unsere Beziehung - wenn man sie überhaupt so nennen konnte - öffentlich machte. 

Die Ganze Welt hasste mich und das beruhte auf Gegenseitigkeit. 

"So gerne, wie ich dich einfach in Ruhe lassen würde..." begann Sie und zog mir mit einem Ruck die Decke vom Körper "... geht das heute wirklich nicht! Dein Terminkalender ist voll."

Ich wickelte mir die Arme um den Kopf und betete, dass sie einfach wieder gehen würde. 

"Oh Gott!", hörte ich sie leise fluchen. 

"Was?" Panisch fuhr ich auf. War hier eine Ratte im Raum? Hatte Darian sich heimlich neben meinem Bett versteckt und wollte sich entschuldigen? Wurden wir angegriffen? 

"Du siehst schrecklich aus...", antwortete sie und beäugte mich fassungslos. 

Frustriert ließ ich den Kopf in den Nacken fallen. "Danke!"

"Was hast du letzte Nacht getrieben? Wie soll ich dass den bitte wieder hinbekommen?", schimpfte sie. 

"Kat bitte!", flüsterte ich und die Tränen stiegen mir in die Augen, als ich mich daran erinnerte, dass Darian meine Mutter als schwachen Menschen bezeichnet hatte. 

Er hatte das Einzige Thema, welches mich jedes Mal völlig aus der Fassung brachte, gegen mich verwendet ohne auch nur kurz daran zu denken, was das in mir auslöste. 

"Ich hab euch gehört.", gestand sie dann leise und setzte sich an meine Bettkante. 

Überrascht blickte ich sie an. 

"Hey sieh mich nicht so an, die Wände hier sind dünn und ich war gerade auf dem Rückweg aus der Küche in mein Zimmer und naja... Euer Gespräch war... hitzig.", gestand sie. "Ich bin mir sicher, dass er es nicht so gemeint hat und sich zeitnah entschuldigen wird."

Sie drückte meine Hand in ihrem Blick sah ich, dass sie es ehrlich meinte. 

"Hat uns noch jemand gehört?" Panik überflutete mich. Wenn sie uns gehört hatte, war es nicht auszuschließen, dass weitere neugierige Ohren, Zeugen unserer Auseinandersetzung geworden waren. 

"Das glaube ich nicht.", beruhigte Kat mich. "Es war schon sehr spät und bis auf die Wachen, welche ich übrigens von deinem Zimmer abgezogen und vor die Türen deines Wohnflügels verbannt habe, war niemand in der Nähe."

Erleichtert atmete ich auf. "Danke!"

Dann sprang sie beinahe schon zurück auf die Füße. "So leid es mir tut, aber wir müssen wirklich anfangen, dich herzurichten."

Als ich knurrend nach hinten in meine weichen Kissen fiel, tadelte sich mich direkt: 

"Oh Neeeihn Prinzessin! Das kannst du vergessen! Dafür haben wir heute keine Zeit! Du bewegst deinen entzückenden Hintern jetzt schon mal ins Bad und ich sehe zu, dass ich dir einen Kaffee organsiert bekomme. Das Koffein brauchst du heute mehr als sonst!" 

TeufelsherzWo Geschichten leben. Entdecke jetzt