Zukunftsoptionen

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Ich fühlte mich leer. Nicht zu wissen, wo Darian war, brachte mich fast um den Verstand. Ging es ihm gut? War er verletzt? Brauchte er Hilfe? 

Was war das für eine Mission, auf die mein Vater ihn geschickt hatte? 

Und warum ausgerechnet jetzt? 

Stimmte es, was Adam erzählt hatte, dass mein Vater ihn beabsichtigt genau jetzt fortgeschickt hatte? Weil er wusste, dass ich keinen Kopf für etwas anderes hatte, wenn Darian in der Nähe war? 

Sollte ich mit meinem Vater sprechen? Sollte ich die Situation offenlegen und ihn bitten, Darian zurückzuholen und damit gegen Darians Wunsch zu entscheiden? 

Adam hatte versprochen, dass er, Lucas und John auf mich aufpassen würden, solange Darian unterwegs war, aber ich machte mir keine Sorgen um mich. Mir wäre es viel lieber, wenn sie sich auf die Suche nach ihm machen würden. 

Was sollte mir hier im Schloss schon passieren? Außer dass ich Nathaniel umbrachte, weil er mir zu nah gekommen war?

Als mein Vater sich neben mir räusperte, schreckte ich aus meinen Gedanken. 

"Ich habe gehört, dass du Nathaniel kennengelernt hast?", fragte er und sein Blick bohrte sich gerade zu in meinen Kopf. 

Matt nickte ich. "Ja so könnte man das sagen."

Wir saßen wieder auf unseren kleinen Bühne im Thronsaal. Nur waren jetzt zwei weitere Sessel dazugestellt worden. Ein großer neben meinem Vater für König Maxim und der andere neben mir, für Prinz Nathaniel. 

Ein kalter Schauer durchfuhr mich, als ich nur an ihn dachte. 

Aktuell hatte ich Glück, denn der Prinz beehrte uns noch nicht mit seiner Anwesenheit, sehr zum Missfallen seines Vaters. 

Der Ball war bereits seit einigen Stunde voll im Gange und die Leute wurden immer betrunkener und leichtfüßiger. Das Orchester spielte fröhliche Musik und überall wurde getanzt und gefeiert. Mir war weder nach dem einen noch nach dem anderen. 

"Wusstest du, dass er mich in meiner Welt in meinem Zuhause über Wochen hinweg beobachtet hat?", fragte ich über den Lärm hinweg. 

Sein Kopf schnellte zu mir. "Nein, das war mir nicht bewusst."

"Er hat sich in meiner Schule eingeschrieben, ist in dieselben Clubs gegangen, hat meine Freunde ausgefragt und benutzt um an Infos über mich zu kommen und hat sogar einen Job in meiner Bücherei angenommen.", erzählte ich. 

Der Blick meines Vaters war unlesbar. 

"Versprich mir, dass du nichts davon wusstest.", forderte ich und streckte das Kinn in die Höhe. 

"Ich verspreche dir, dass ich nicht die leiseste Ahnung hatte.", flüsterte Gabriel und an seinem Blick erkannte ich, dass er davon wirklich nichts gewusst hatte und es auch nicht guthieß. 

"Versprichst du mir auch, dass du Darian nicht weggeschickt hast, weil du wolltest, dass ich meine volle Konzentration auf Nathaniel richte?", bohrte ich weiter und nutzte das schlechte Gewissen, des Königs jetzt voll aus. 

Er zuckte unmerklich zusammen. "Lizabell...", begann er. 

"Nein.", unterbrach ich ihn. "Ich will keine langweiligen Ausreden hören. Darian hat mir auf sein Blut geschworen, dass er mich beschützen wird und die größte Gefahr für mich, wohnt aktuell im selben Schloss wie ich und der einzige, dem ich mein Leben anvertrauen würde, ist weg."

Mein Vater schluckte. "Wir sollten uns ein anderes Mal über deine Beziehung zu ihm unterhalten, aber ich sehe ein, dass ich hier eventuell voreilig gehandelt habe."

TeufelsherzWo Geschichten leben. Entdecke jetzt