Die Sonne war schon lange untergegangen, als ich zum dritten Mal fast vom Pferd fiel, weil ich weggedämmert war.
Darians Arme waren das einzige, das mich daran hinderte, hinunter auf den unebenen, rauen Waldboden zu fallen.
„Vielleicht sollten wir eine Pause einlegen.", warf Lucas ein, nickte in meine Richtung und schloss parallel zu uns auf.
Darians Blick war hart. „Ich denke nicht, dass das eine gute Idee ist. Man hat sie gesehen und erkannt. Die Gerüchte werden schneller umherwandern, als gut für uns ist. Es hat jetzt Priorität, dass sie sicher ist."
„Und sicher ist sie bei ihrem Vater.", stöhnte Adam vor uns und schüttelte den Kopf. „Das wissen wir! Aber Herrgottnochmal! Sie ist ein Mensch. Sie ist nicht wie wir. Sie braucht eine Pause."
Dankbar lächelte ich ihm müde zu.
Ich konnte nicht mehr. Mir taten die Knochen weh. Der Hintern besonders. Ich war müde. Mein Kopf schmerzte von all den Gedanken, die ich mir die ganze Zeit gemacht hatte.
Über eine Zukunft, die mir ein größeres Rätsel war als meine Vergangenheit. Und das mochte etwas heißen!
Darian knurrte. „Ich finde nicht..."
„Wir halten an!", fiel John ihm ins Wort. „Wir können ein paar Stunden ruhen. Zumindest bis die Sonne aufgeht. Es wird niemanden umbringen. Unser Vorsprung ist gut genug. Außerdem brauchen die Pferde ebenfalls einen Pause." Er klopfte seinem großen, krafttrotzenden Tier mit zotteliger Mähne auf den Hals.
„Okay. Aber bei Sonnenaufgang geht's weiter.", gab Darian sich schließlich geschlagen.
„Yes Sir.", grinste Adam über seinen kleinen Triumph.
Wir führten die Pferde runter vom Weg, bis wir schlussendlich tief genug im Dickicht verschwunden waren.
Es war so gut wie unmöglich zufällig auf uns zu stoßen, wenn man dem Pfad folgte, welcher auch uns führte.
Ich war unendlich dankbar, als Darian mir vom Pferd half und ich endlich wieder Boden unter den Füßen hatte.
Mit wackeligen Knien legte ich mich auf den moosbedeckten, weichen Boden und ächzte laut.
„Ich fühle mich als wäre ich Anfang 90 und nicht knapp 20..." Mein Rücken schmerzte. Sämtliche Knochen waren die letzten Stunden übel geprellt worden.
Von Darian kam nur ein verächtliches Schnauben. „Schon mal was von Sport gehört?"
„Bitte?!" Ich fuhr zu ihm herum.
„Naja wäre vielleicht mal ne Überlegung wert." Er zuckte unschuldig mit den Achseln.
„Ich war die letzten drei Jahre lang die beste Athletikerin unserer Schule, mal ganz abgesehen davon, dass ich Kapitänin des Feldhockeyteams bin. Was hast du zu bieten, Blutsauger?" Ich zog eine Augenbraue in die Stirn und musterte ihn abfällig.
Von John hörte ich ein leises Lachen. „Jetzt wird's spannend." Er stupste Adam in die Seite.
Darian verschränkte die Arme vor der Brust und lächelte amüsiert. „Im Gegensatz zu dir, kleines Menschlein, leite ich eine Spezialeinheit für meinen König, kann mit jeder Waffe der Welt umgehen, habe die hier..." Er deutete auf seine spitzen Eckezähne, die in diesem Moment ein wenig zwischen seinen Lippen hervorlugten. „..., ziemlich tödlich. Für meine Kondition fange ich sture Prinzessinnen ein und trainiere jeden Abend, wenn du schläfst. Glaubst du so ein Körper kommt durch Faulenzen?" Langsam zog er sein Oberteil nach oben und zum Vorschein kam sein leichter Sixpack, sowie eine schön ausgeprägte V-Linie.
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Teufelsherz
FantasíaDies ist die Legende über eine verschwundene Prinzessin und eine längst vergessene Welt. Eine Welt, die unter der unseren existiert. Eine Welt in der Blut Macht bedeutet. Elizabell hat alles was sich eine junge Frau wünschen kann: Einen Fre...
